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Erzählperspektive, Dialoge, Szene und Schreibstil

Wie man spannende Romane schreibt – der Selbstlernkurs für gute Romantexte

Will man einen Roman schreiben, so entwickelt man im ersten Schritt aus der Idee eine grobe Planung für die Figuren und den Plot. Doch damit ist es nicht getan. Bevor man loslegen kann mit dem Schreiben des eigenen Romans, müssen noch eine Menge Entscheidungen getroffen werden:

  • Welche Erzählperspektive passt am besten zur eigenen Geschichte?
  • Soll man die Handlung rein chronologisch erzählen? Oder eher nicht?
  • Wie kann man den Spannungsbogen noch weiter ausbauen?
  • Wo soll das Ganze stattfinden?
  • Warum ist der Schauplatz so wichtig?
  • Wie gelingt die Szenenplanung?
  • Wie legt man die Abfolge der Szenen fest?
  • Wie sieht ein guter Schreibstil aus?
  • Und wie schreibt man gute Dialoge?

 
Als Anfänger*in neigt man dazu, gleich nach der Planung draufloszuschreiben. Das Manuskript wächst Seite um Seite und am Ende präsentiert man stolz der Familie und dem Freundeskreis den ersten eigenen Roman.

Das kann im Einzelfall funktionieren. Doch meist entstehen auf diese Weise 300 Seiten, die noch viele Schwächen haben und die man komplett überarbeiten muss. Denn das Schreiben belletristischer Texte ist eine ganz eigene Kunst und es gibt eine Menge Dinge, die es zu berücksichtigen gilt. Ist das Manuskript erst einmal fertig, dann stellt es eine große Herausforderung dar, nachträglich alle Schwächen auszubügeln. Oft ist es leichter, wieder von Vorn anzufangen anstatt den vorhandenen Text zu überarbeiten.

Auch ein Lektorat kann Schwächen, die sich durch ein komplettes Manuskript ziehen, nicht ausgleichen. Viele Lektor*innen können ein Lied davon singen, dass Erstlingswerke oft so geschrieben sind, dass sich ein Lektorat nicht lohnt.

Nur zwei Beispiele:

  • Stimmt die Erzählperspektive nicht oder wird sie nicht konsequent eingehalten, dann zieht sich dieser Fehler durch jeden einzelnen Satz.
  • Ist der Schreibstil zu langatmig, dann kann die Handlung noch so spannend sein, die Szenen wirken langweilig.

 

Romane schreiben: Typische Anfängerfehler vermeiden

Um diese typischen Schwächen von Erstlingswerken zu vermeiden, sollten Sie sich vor dem Schreiben mit den wichtigsten Prinzipien belletristischer Texte vertraut machen – bevor Sie 300 Seiten schreiben.

Genau dafür habe ich diesen Kurs konzipiert. Denn als Schreibtrainerin bekomme ich immer wieder solche Manuskripte zu sehen: Die Idee ist gut, die Handlung spannend, die Figuren interessant – doch der Text kann nicht überzeugen. Und es ist sehr frustrierend, wenn man am Ende des Manuskripts wieder ganz von Vorne anfangen muss.

Einen Roman schreiben
Der Selbstlernkurs „Romane schreiben – Teil II“ ist so konzipiert, dass man auch mit wenig oder keinem Vorwissen die richtigen Entscheidungen treffen kann. Damit die Erzählperspektive stimmt, der Text den Spannungsbogen unterstützt und der Schreibstil zur Geschichte und zur Autorin / zum Autor passt.

Einen Roman planen
Wie man einen spannenden Roman plant, das zeigt der Selbstlernkurs „Romane schreiben – Teil I“. In diesem Kurs dreht sich alles um die Planung einer spannenden Geschichte: Woran man eine gute Idee erkennt, wie man daraus einen spannenden Plot und interessante Figuren entwickelt.

Dr. Anette Huesmann ist Autorin, Dozentin für Kreatives Schreiben und Sprachwissenschaftlerin. Sie leitet Workshops zum Kreativen Schreiben, schreibt Bücher und berät (angehende) AutorInnen. Hier finden Sie die aktuellen Schreibkurse und hier erfahren Sie mehr über ihr Beratungsangebot.
  1. Annika Antworten

    Hallo Frau Huesmann,

    vielen Dank für Ihre hilfreichen Tipps, von denen ich den ein oder anderen bereits für meine Unterlagen anwenden konnte.

    Ich habe eine Frage zum Schreibstil innerhalb der Dialoge. Bei der Suche im Internet konnte ich keine passende Antwort dazu finden. Vielleicht können Sie mir weiterhelfen?

    Ich habe einen Roman geschrieben und in den Dialogen des öfteren Umgangssprache verwendet (ohne Dialekt oder dergleichen), um die Gespräche lebendiger und authentischer zu gestalten. Die Umgangssprache hält sich aber im Rahmen, sodass sich die Sätze weiterhin flüssig und für jeden verständlich lesen lassen. Mich interessiert, ob ein Hauch Umgangssprache (von Verlagen) gern gesehen wird oder ob das ein absolutes No-Go ist?

    Ich bedanke mich schon einmal vorab für Ihre Rückmeldung.

    Liebe Grüße
    Annika

    • Die Schreibtrainerin Antworten

      Liebe Annika,

      ein „Hauch“ Umgangssprache ist in Ordnung, das macht die Dialoge lebensechter und unterhaltsamer. Das wird in einigen Ratgebern sogar gefordert.

      Viel Erfolg wünsche ich Ihnen!
      Anette Huesmann

  2. Mia L. Antworten

    Hallo!
    Vielen Dank für die sehr hilfreichen Tipps!
    Ich habe eine Frage bezüglich der Zeitform meines Thrillers. Er spielt in der Zukunft und ich denke ich werde ihn im Präsens schreiben.
    Es gibt allerdings auch Flashbacks, könnte man dazu auch die Zeitform z. B. zum Perfekt verändern um den zeitlichen Unterschied zu verdeutlichen? Oder sollte man strikt bei einer Zeitform bleiben?

    Welche stilistischen Auswirkungen auf die Spannung, Handlung, ect.. bringt die Wahl einer Zeitform mit sich? Ich habe das Gefühl, das Präsens macht alles etwas „spannender“.

    Vielen herzlichen Dank,
    Mia L.

    • Die Schreibtrainerin Antworten

      Hallo Mia,

      viele empfinden das Präsens als unmittelbarer und damit spannender, es ist für einen Thriller gut geeignet. Für Flashbacks bzw. Rückblenden verwendet man üblicherweise eine Zeitstufe, die vor der Zeitstufe des übrigen Textes liegt. Dann haben die Leser*innen es leichter, sich zu orientieren: Immer, wenn die Zeitstufe wechselt, handelt es sich um eine Rückblende.

      Wenn man beispielsweise im Präsens erzählt, so werden die Rückblenden üblicherweise im Präteritum erzählt. Erzählt man im Präteritum, so sind die Rückblenden üblicherweise im Plusquamperfekt.

      Viel Spaß beim Schreiben!
      Anette Huesmann

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