Die besten Tipps, um ein richtig gutes Buch schreiben

Ein Buch schreiben lernen – die besten Tipps und Tricks für den Anfang. Lernen Sie in einfachen Schritten und didaktisch gut aufbereitet, wie man einen richtig guten Roman schreibt.

Sie möchten ein Buch schreiben? Erfahren Sie hier, worauf es wirklich ankommt.

1. Schreiben Sie das Buch, das Ihnen am Herzen liegt

Mein erster und wichtigster Tipp für Sie: Schreiben Sie das Buch, das Ihnen am Herzen liegt. Denn ein durchschnittliches Buch umfasst rund 300 Seiten. Um diese zu schreiben, werden Sie eine Menge Zeit in Ihr Buch investieren müssen. Das macht keinen Sinn, wenn Sie nicht von dem überzeugt sind, was Sie tun. Sie sollten nicht einfach nur “Regeln” erfüllen oder das schreiben, von dem Sie glauben, dass andere das lesen wollen. Schreiben Sie genau das Buch, das Sie schreiben möchten.

ABER – ja genau, jetzt kommt das große ABER, ganz wie Sie schon befürchtet haben. Es ist mindestens ebenso frustig, wenn man 300 Seiten schreibt und am Ende merkt, dass kein Mensch das lesen mag – von der eigenen Familie mal abgesehen. Und dass kein Verlag Ihr Buch veröffentlichen möchte. Und selbst wenn Sie das Buch selber herausbringen, dass Sie es anpreisen müssen wie sauer Bier und es trotzdem niemand kauft.

Deshalb empfehle ich allen Menschen, die anfangen zu schreiben: Machen Sie sich vertraut mit dem, was Menschen gerne lesen. Und machen Sie sich vertraut mit dem, was Verlage gern herausbringen möchten: Das sind Bücher, die sich auch verkaufen lassen. Denn Verlage sind Wirtschaftsbetriebe und müssen am Ende des Monats Miete und Gehälter bezahlen. Verlage, die mit ihren Büchern nichts verdienen, werden nicht lange überleben können.

Alle Tipps, die Sie bei mir und anderen lesen, und die Sie befolgen können, ohne Ihr Herzensprojekt zu verraten, sollten Sie umsetzen. Alle Tipps, die dazu führen, dass Ihr Herzensprojekt nur noch ein beliebiges Buch ist, an dem Sie lustlos arbeiten, sollten Sie nicht umsetzen. Denn das würde nur dazu führen, dass Ihnen irgendwann ganz die Lust ausgeht und Sie aufhören, am eigenen Buch zu schreiben.

Doch je mehr der Tipps Sie umsetzen, desto größer Ihre Chance, dass Sie am Ende einen Verlag und/oder Leser*innen finden. Je mehr Tipps, die Sie nicht berücksichtigen, um Ihr Herzensprojekt umsetzen zu können, desto größer Ihr Risiko, dass Sie weder einen Verlag noch Leser*innen finden. Auf diese Weise sind auch schon Überraschungserfolge entstanden, mit denen niemand gerechnet hat. Das ist allerdings wie ein 6er im Lotto. Meist entstehen auf diese Weise Bücher, die nur von wenigen gelesen werden. Aber dann ist es immer noch Ihr Herzensprojekt und das war es wert.

Mir ist am wichtigsten, dass Sie bewusste Entscheidungen treffen. Dass Sie wissen, was Sie tun. Damit Ihnen jederzeit klar ist: Wo stehen Sie mit Ihrem Buch? Ist Ihnen wichtig, möglichst viele Leser*innen zu finden? Dann sollten Sie möglichst viele von meinen Tipps umsetzen. Ist Ihnen wichtig, das Buch zu schreiben, das Ihnen am Herzen liegt, egal, wie viele es später lesen? Dann sollten Sie bei jedem einzelnen Tipps kritisch hinterfragen, ob das noch für Sie passt. Und wie gesagt: Je mehr von meinen Tipps Sie umsetzen und dennoch das Buch schreiben, das Ihnen am Herzen liegt, desto größer die Chance, am Ende einen Verlag und/oder Leser*innen zu finden.

2. Mit der richtigen Planung zum eigenen Buch

Deshalb sollten Sich sich schon frühzeitig Gedanken darüber machen, was es werden soll. Je klarer Ihre Vorstellung von dem Buch, das Sie schreiben möchten, desto leichter wird es. Möchten Sie

Wenn man sich nicht entscheiden mag, was für ein Buch man schreiben möchte, dann macht man es sich unnötig schwer. Es ist schon schwer genug, einen guten Roman zu schreiben. Es ist noch schwerer, einen guten Mix aus Roman und Sachbuch hinzukriegen oder einen guten Mix aus Biografie und Kinderbuch.

Außerdem macht eine Mischung es schwerer, Leser*innen zu finden. Denn es gibt eine Menge Bücher, die in den Buchläden stehen oder auf Webshops wie Amazon zu finden sind. Niemand hat Lust, sich durch 1.000 Bücher zu blättern, um eines zu finden, das man gerne lesen möchte. Deshalb gibt es Schubladen wie “Jugendbuch”, “Literarischer Roman”, “Sachbuch” oder “Kinderbuch”. Alles, was nicht in diese Schubladen passt, wird nicht gefunden. Das sagt nichts über die Qualität der Bücher, sondern mehr über das Suchverhalten der Menschen. Deshalb werden Bücher, die nicht in diese Schubladen passen, aber von berühmten Menschen geschrieben wurden, trotzdem gefunden. Da genügt der berühmte Namen auf dem Cover, um es auf dem Buchmarkt verkaufen zu können.

Doch wenn Sie weder – noch zu bieten haben, also weder einen berühmten Namen, noch ein Buch, das in eine Schublade passt, dann wird es deutlich schwieriger. Denn Verlage geben nicht gern Bücher heraus, die sich nicht klar zuordnen lassen. Weil sie wissen, dass es dann schwer wird, für das Buch Leser*innen zu finden. Es sei denn, wie gesagt, das Buch verkauft sich allein schon über den Namen, der auf dem Cover steht.

Sollten Sie sich dann irgendwann entscheiden, das Buch selber herauszugeben, dann stehen Sie vor dem gleichen Problem: Bücher, die sich nicht klar zuordnen lassen, werden von den Menschen nicht gefunden. Weil sie nicht in die Schubladen passen. Dann braucht es enorm viele Anstrengungen, um Leser*innen zu finden .

Entscheiden Sie sich für Ihr Buch
Auch wenn es vielen nicht gefällt: Bücher, die sich nicht klar zuordnen lassen, sind schwer bei Verlagen unterzubringen und schwer zu verkaufen. Natürlich ist ein Mix möglich und es finden sich Mischungen aller Art auf dem Buchmarkt. Aber als Anfänger*in gleich mit dem Schwersten anzufangen, was es beim Schreiben von Büchern überhaupt gibt – das sollten Sie sich gut überlegen.

Eine kleine Entscheidungshilfe:

  • Ein Roman ist eine rein fiktionale Geschichte.
  • Eine Biografie beschreibt wahrheitsgemäß das Leben eines Menschen.
  • Ein Jugendbuch richtet sich an eine Zielgruppe zwischen 12 und 18 Jahren. Je enger die Zielgruppe, desto besser. Denn 13-Jährige interessieren sich für andere Themen als 18-Jährige.
  • Ein Kinderbuch richtet sich an eine Zielgruppe zwischen 3 und 11 Jahren. Auch hier gilt: Je enger die Zielgruppe, desto besser. Ein vierjähriges Kind interessiert sich für andere Bücher als ein zehnjähriges Kind.
  • Sachbücher präsentieren klar abgegrenzte Themen, gut und spannend aufbereitet.

Mein wichtigster Tipp: Entscheiden Sie sich. Das macht den Einstieg ins Schreiben leichter. Nach dem 10. Bestseller ist immer noch Zeit für Experimente.

In diesem Beitrag erläutere ich, wie Sie einen Roman schreiben. Wenn Sie eine andere Art Buch schreiben möchten, dann finden Sie hier auf meinem Blog weitere Informationen zu:

Kinderbuch schreiben
Sachbuch schreiben
Biografie schreiben

Und wie gesagt: Wenn Sie einen Roman schreiben möchten, dann sind Sie hier genau richtig.

3. Schreiben Sie das Buch, das Sie gerne lesen möchten

Soll Ihr Roman ein literarisches Werk werden oder eher Mainstream? Literarische Werke müssen andere Voraussetzungen erfüllen als Romane des Mainstream. Und es ist keine gute Idee, einfach draufloszuschreiben, um dann zwei Jahre und 300 Seiten später herauszufinden, dass das eigene Buch praktisch unverkäuflich ist, weil weder Verlage es herausbringen möchten, noch Leser*innen dafür zu finden sind. Das ist ähnlich wie bei den bereits oben geschilderten Schubladen: Auch bei den Romanen gibt es weitere “Schubladen” und alles was da nicht reinpasst, ist schwer unterzubringen.

Zur Klärung ist oft der Blick auf den eigenen Lesestapel hilfreich: Was lesen Sie gern? Es macht keinen Sinn, ein literarisches Buch schreiben zu wollen, wenn Sie selber keine literarischen Bücher lesen. Ähnlich ist es mit den Büchern des Mainstream. Wer schon immer gern Krimis gelesen hat, bringt die beste Voraussetzung mit, einen guten Krimi zu schreiben.

Literarisch anspruchsvolle Bücher
Literarische Bücher sind innovativ: Sie bringen neue Erkenntnisse für die Leser*innen, sind auf ganz neue Arten erzählt, experimentieren mit gewohnten Erzählmustern. Bei literarischen Büchern sind Experimente gewünscht und gewollt. Manche literarischen Werke stellen alles bisher Gewohnte auf den Kopf, wie der Roman „Wovon wir träumten“, von Julie Otsuka. Andere wiederum sind unauffällig anders, sie entsprechen den üblichen Erzähltraditionen und geben ganz nebenbei neue Einblicke, beispielsweise das Buch „Unterleuten“ von Juli Zeh.

Doch egal, ob das Neue im Vordergrund steht oder ganz unauffällig daherkommt – natürlich muss die Qualität stimmen. Um das hinzukriegen, sollte man zunächst das Handwerk lernen. Das Experimentieren kommt dann im Anschluss. Das ist ähnlich wie in der Malerei oder in der Musik. Möchte ich als Jazz-Musikerin frei improvisieren, dann sollte ich zunächst das Handwerk lernen: Noten, ein Instrument, Jazz. Erst dann widme ich mich der freien Improvisation. Beginne ich als Anfängerin gleich mit der Improvisation, ohne zuvor ein Instrument zu lernen, könnte es schwer werden mit der Qualität. Ähnlich ist es, wenn man ein Buch schreiben möchte.

Bücher für das breite Publikum
Romane des Mainstream sind nicht experimentell geschrieben. Hier stehen neue, ungewöhnliche Geschichten im Vordergrund. Nicht der Schreibstil ist innovativ und auch nicht die Erzählweise. Die Geschichten sind innovativ. Das heißt: Diese Romane erzählen außergewöhnliche Geschichten auf ganz traditionelle Art. Oder sie machen aus traditionellen Stoffen neue, ungewöhnliche Geschichten, die traditionell erzählt sind, beispielsweise „Harry Potter“ von J.K. Rowling. Natürlich muss auch hier die Qualität stimmen. Bevor man sich außergewöhnliche Geschichten ausdenkt, lernt man also zunächst das Handwerk des Schreibens: Plotten, Figurenentwicklung, Schreibstil – das volle Programm.

Wer noch mehr lesen möchte zum Unterschied zwischen Literatur und Mainstream, der wird hier auf meinem Blog fündig: Was unterscheidet Literatur und Mainstream?

4. So finden Sie gute Buch-Ideen

Ganz egal, ob Sie ein literarisches Werk schreiben möchten oder einen Roman für das breite Publikum: Die wichtigste Voraussetzung ist eine richtig gute Idee. Durchschnittliche Ideen gibt es wie Sand am Meer: Das sind Geschichten, bei denen man gleich zu Anfang denkt – ah, so was Ähnliches habe ich schon mal gelesen. Natürlich ist es schwer, sich etwas auszudenken, was es so oder so ähnlich nicht schon irgendwann mal gegeben hat. Die Herausforderung ist, eine durchschnittliche Idee so weiterzuentwickeln, dass daraus eine richtig gute Idee wird. Eine Möglichkeit: Man nimmt an der eher durchschnittlichen Grundidee eine Veränderung vor, die dafür sorgt, dass etwas wirklich Neues entsteht.

So wird aus einer durchschnittlichen Idee eine außergewöhnliche Geschichte
Ein Beispiel: „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ von John Green. Die Grundidee: Zwei Jugendliche lernen sich kennen, verlieben sich und erleben die ersten Wochen und Monate ihrer neuen Liebe. Ok, das gab es schon hunderttausendfach. Das Außergewöhnliche an diesem Roman: Die beiden lernen sich in einer Selbsthilfegruppe für krebskranke Jugendliche kennen. Beide sind an Krebs erkrankt und wissen nicht, wie es mit ihnen und ihrer Erkrankung in den nächsten Monaten oder Jahren weitergeht. Unter dieser Voraussetzung ist die Liebesgeschichte ganz neu und ungewöhnlich, denn die Hauptfigur kämpft mit der Frage, ob sie es dem anderen zumuten kann, dass sie vielleicht in absehbarer Zeit stirbt. Ob es fair ist, in dieser Situation eine Beziehung einzugehen.
Und so wird durch die Tatsache, dass beide an Krebs erkrankt sind, aus der scheinbar so banalen Liebesgeschichte zwischen zwei Jugendlichen eine ganz neue, andere, herausfordernde und ungewöhnliche Geschichte. Aus der banalen Grundidee „Zwei Jugendliche verlieben sich“ wurde die außergewöhnliche Grundidee „Zwei krebskranke Jugendliche verlieben sich“. Und daraus entstand diese außergewöhnliche Geschichte.

Die Herausforderung ist also nicht, sich etwas ganz Neues auszudenken. Das ist kaum machbar. Geschichten sind so alt wie die Menschheit und was könnte man da erzählen, was nicht viele andere schon erzählt haben. Die Herausforderung ist, den „bekannten“ Zutaten für eine Liebesgeschichte, einen Krimi oder einen Thriller eine neue, ungewohnte Zutat hinzuzufügen. Damit die Geschichte einen neuen, anderen, spannenden Dreh bekommt.

Gute Bücher beruhen auf außergewöhnlichen Ideen
Ein weiteres Beispiel: Ein Mann und eine Frau lernen sich kennen, verlieben sich, habe eine Beziehung und trennen sich wieder. So einfach, so banal: „Agnes“ von Peter Stamm. Das Außergewöhnliche an dieser Geschichte: Am Ende scheint die Frau einfach zu verschwinden. Es bleibt offen, ob es sie und damit auch diese Beziehung jemals gegeben hat. Eine einfache Idee, schnörkellos geschrieben, ungewöhnlicher Schluss. Auch das hat gut funktioniert.

Die Geschichte muss zum Genre passen
Bei der Entwicklung guter Ideen gibt es noch eine weitere Herausforderung zu meistern. Bei literarischen Werken muss die Idee genug Input liefern für ein innovatives Buch. Sei es, dass der Schreibstil innovativ ist oder die Art des Erzählens oder der Blick auf die Gesellschaft.
Bei einem Mainstream-Titel muss die Geschichte nicht nur außergewöhnlich sein, sie muss auch zum Genre passen. Denn von Mainstream-Büchern wird erwartet, dass sie einem bestimmten Genre zugerechnet werden können wie beispielsweise Krimi, Liebesgeschichte oder Science Fiction. Das ist eine besondere Herausforderung: Die Geschichte muss sich im üblichen Rahmen eines bestimmten Genres bewegen und trotzdem außergewöhnlich sein – wie kann das gehen? Was kann man sich noch ausdenken, was es z.B. als Liebesgeschichte oder Krimi oder Thriller nicht schon gegeben hat? Gute Beispiele sind „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ von John Green, „Die Falle“ von Melanie Raabe und „Zerrissen“ von Juan Gómez-Jurado. Alle drei Geschichten bewegen sich innerhalb ihres Genres im Rahmen des Üblichen und sind doch außergewöhnlich.

Wer mehr über Genres erfahren möchte, kann hier weiterlesen: Buchgenres – macht das Sinn oder kann das weg?

5. Entwickeln Sie die Storyline

Steht die außergewöhnliche Grundidee für das Buch, dann sollten Sie die Handlung der Geschichte in einem Satz zusammenfassen. Der Planungssatz, auch Storyline genannt, ist der rote Faden für die Geschichte, das heißt, von Anfang bis Ende sollten alle Ereignisse im Buch diesen Planungssatz mit Leben füllen.

Die Storyline hilft, die wichtigsten Geschehnisse trotz vieler kreativer Einfälle nicht aus dem Auge zu verlieren. Das ist die beste Voraussetzung, um ein spannendes Buch zu schreiben. Doch der Planungssatz sollte nicht nur eine Zusammenfassung der Geschichte sein, er sollte auch den Hauptkonflikt enthalten. Es finden sich in jedem Buch eine Menge Konflikte, doch nur der Hauptkonflikt gibt den rote Faden vor.

Ein gutes Beispiel ist der Roman „Das Parfum“ von Patrick Süskind. So könnte die Geschichte in einem Satz lauten:

Ein Mann ohne Eigengeruch und mit genialem Geruchssinn will sich aus dem Geruch junger Frauen ein Parfum machen, das ihn liebenswerter macht.

Der Satz fasst zwar das Buch zusammen, doch der Hauptkonflikt fehlt. Mit anderen Worten: Wo ist in dieser Geschichte das Problem, das heißt, wo ist der Konflikt? Das, was das Buch erst so richtig spannend macht? Hier die Zusammenfassung in einem Satz inklusive Hauptkonflikt:

Ein Mann ohne Eigengeruch und mit genialem Geruchssinn ermordet junge Frauen und macht aus ihnen ein Parfum, das ihn liebenswerter machen soll.

In der zweiten Version ist klar, woraus sich in diesem Buch die Spannung ergibt, wo das größte Konfliktpotenzial liegt: Die Hauptfigur dieser Geschichte ist ein Mörder. Damit ist klar, dass er eine Menge Ärger am Hals hat. Im Buch ordnen sich alle Ereignisse und Szenen diesem Hauptkonflikt unter – das ist der rote Faden der Geschichte.

Noch bevor Sie anfangen Ihr Buch zu schreiben, sollten Sie den Planungssatz formulieren. Natürlich können es für diese erste Planung auch mal zwei oder drei Sätze sein. Doch die Zusammenfassung sollte so einfach wie möglich werden. Ist die Logline zu kompliziert, dann wird vielleicht auch die Geschichte zu kompliziert. Geübte Autor*innen kriegen das in den Griff, doch mit weniger Übung könnte das schwierig werden.

6. Legen Sie die Handlung fest

Im nächsten Schritt entwickeln Sie aus dem Planungssatz einen spannenden Plot. Der Plot ist der Handlungsverlauf, der sich aus allen Ereignissen in der Geschichte ergibt. Das wichtigste Grundprinzip eines spannenden Plots: Kausalität. Das heißt, alle Ereignisse eines Plots sollten kausal zusammenhängen. In einer guten Geschichte passiert nichts, was sich nicht aus dem Vorhergehenden ergibt.

Einzige Ausnahme: der Einstieg. Das erste Ereignis in einem Buch kann rein zufällig sein. Doch es sorgt dafür, dass alle darauffolgenden Ereignisse ins Rollen kommen – deshalb wird es auch auslösendes Ereignis genannt. Das auslösende Ereignis steht zu Beginn einer Geschichte und setzt alles Darauffolgende in Gang. Das ist ganz ähnlich wie beim Dominoeffekt: Der erste Stein fällt und reißt alle nachfolgenden Steine mit. Für einen guten Unterhaltungsroman ist die Kausalität des Plots die wichtigste Basis.

In der Planungsphase sollte man sich die wichtigsten Ereignisse und Wendepunkte des Plots zurechtlegen. Der Planungssatz gibt vor, welche Ereignisse zur Geschichte gehören und welche nicht. Ist der Handlungsverlauf soweit klar, dann sollte er einen guten Spannungsbogen kriegen: Der Plot braucht eine innere Dramatik. Diese entsteht dadurch, dass sich die Ereignisse allmählich zuspitzen.

Um einen guten Spannungsbogen für sein Buch hinzukriegen, kann man mit Dramenmodellen arbeiten. Das einfachste Dramenmodell ist der Dreiakter, der auf Aristoteles zurückgeht. Bis heute wird der Dreiakter für die Dramatisierung von Drehbüchern und Büchern eingesetzt.

  • Erster Akt
    Zu Beginn steht ein auslösendes Ereignis und die ersten sich allmählich steigernden Ereignisse.
  • Zweiter Akt
    Die Ereignisse spitzen sich immer weiter zu – bis es schließlich zu einer Wende kommt, die dem Handlungsverlauf eine neue Richtung gibt.
  • Dritter Akt
    Im letzten Akt folgt eine Kette von besonders dramatischen Ereignissen und dann der Schluss. Der Schluss muss die logische Folge der vorhergehenden Geschehnisse sein. Je weniger Zufall im Spiel ist, desto mehr Drama.

Für die Planung des Plots können Sie zunächst die Handlung in drei Sätzen festhalten. Im ersten Satz benennen Sie das auslösende Ereignis. Im zweiten Satz halten Sie das Ereignis fest, das in der Mitte der Geschichte eine Wende bringt. Der dritte Satz beschreibt den Schluss der Geschichte.

Erfahren Sie in meinem Video noch mehr über das Thema Dreiakter (Sie sehen ein Vorschaubild, das keine Daten erfasst. Wenn Sie auf den Play-Button drücken, startet das Video in meinem YouTube-Kanal. Dann erfasst YouTube Ihre Daten und setzt ein Cookie.):

Buch schreiben: Der Dreiakter

7. Entwickeln Sie interessante Figuren

Gute Bücher brauchen gute Figuren. Denn nur wenn Leser*innen eine Figur spannend finden, lesen sie weiter. Das Interesse an einer Geschichte wird ausgelöst durch das Interesse an einer Figur und ihrem Schicksal. Deshalb sollten Sie viel Zeit für die Figuren-Entwicklung einplanen, bevor Sie anfangen, Ihr Buch zu schreiben.

Um das erste Interesse für eine Figur zu wecken, sollte diese ein klares Profil haben mit einem individuellen Charakter und einer nachvollziehbaren Handlung. Um das hinzukriegen, sollten Sie im ersten Schritt eine dreidimensionale Figur entwickeln mit:

  • einem prägnanten Aussehen (1. Dimension)
  • einem unverkennbaren psychologischen Profil (2. Dimension)
  • einem individuellen sozialen Umfeld (3. Dimension)

Eine dreidimensionale Figur bildet oft den ersten Anreiz zum Weiterlesen. Um sie noch spannender zu machen, können Sie ihr etwas Außergewöhnliches mit auf den Weg geben. Etwas, das sie aus der Masse hervorhebt: ein außergewöhnliches Hobby, außerordentliche Charakterzüge, eine außergewöhnliche Lebensgeschichte oder Ähnliches.

Doch es gibt noch mehr, was man bei der Figurenentwicklung tun kann. Einer dreidimensionalen Figur, die etwas Außergewöhnliches mitbringt, gelingt es oft, das erste Interesse an einem Buch zu wecken. Doch damit die Leser*innen dranbleiben über mehrere hundert Seiten, sollte Ihre Hauptfigur ein bestimmtes Ziel haben. Vielleicht möchte sie sich einen ungewöhnlichen Wunsch erfüllen oder sie will ihrem Kind das Leben retten oder sie möchte ihre große Liebe für sich gewinnen. Was immer es ist: Wir Menschen sind neugierig und wenn wir von einer Person erfahren, dass sie unbedingt etwas Bestimmtes erreichen will, dann lesen wir voller Neugier weiter. Schließlich wollen wir herauszufinden, ob die Figur ihr Ziel erreichen kann. Außerdem bleibt die Figur und ihre Handlung auf diese Weise immer glaubwürdig: Denn was immer sie tut, als Leser*innen wissen wir, dass die Figur konsequent ein bestimmtes Ziel verfolgt und dafür viele Schwierigkeiten in Kauf nimmt.

Noch glaubwürdiger wird die Figur und ihr Handeln, wenn ihr Ziel mit einem klaren Motiv verbunden ist. Wir müssen nicht lange überlegen, warum eine Figur ihr Kind retten will oder ihre große Liebe für sich gewinnen möchte. Dahinter stecken urmenschliche Motive, die allen sofort einleuchten. Will eine Figur unbedingt den höchsten Berg der Welt besteigen oder einen Marathon gewinnen – das ist nachvollziehbar, wenn es sich um einen Lebenstraum handelt. Auch das ist ein starkes Motiv. Will die Figur unbedingt ein Haus bauen – da wird es schon schwieriger mit dem Interesse an dieser Figur und ihrer Geschichte. Denn ein Haus zu bauen ist nicht außergewöhnlich und das Mitgefühl, wenn eine Figur es nicht schafft, hält sich durchaus in Grenzen. Habe ich als Leser*in jedoch erfahren, dass die Figur sowohl ihre Familie und ihr Erspartes als auch ihr Selbstvertrauen verlieren wird, wenn sie es nicht endlich schafft, dieses Haus zu bauen: Dann hat die Figur ein starkes Motiv und viel zu verlieren – und damit steigt das Interesse an ihrem Schicksal.

Je eindeutiger die Absicht der Figuren und je klarer ihre Motive, desto mehr Spannung lässt sich aus der Handlung herausholen. Berücksichtigt man den Grundsatz der Kausalität, dann wird ein erstes, auslösendes Ereignis in einer Geschichte dafür sorgen, dass die Hauptfigur handeln muss – um nicht getötet zu werden oder um eine Partnerin zu finden oder um einen Krieg zu verhindern. Durch das Handeln der Figur kommt es zu einem nachfolgenden Ereignis, das die Hauptfigur erneut zum Handeln zwingt. Und so weiter.

Das heißt, die Spannung in einer Geschichte ergibt sich aus dem aktiven Handeln der Figur. Jedes zufällig stattfindende Ereignis wirkt sich negativ auf die Spannung aus. Klingelt die Helferin zufällig im richtigen Moment an der Tür, um die Hauptfigur zum Handeln zu überreden – dann sieht es mau aus mit der Spannung. Auch die Tatenlosigkeit der Hauptfigur nimmt Spannung heraus. Eiert die Hauptfigur herum oder stellt sich unter die Dusche, anstatt den Schatz zu suchen – dann bleibt die Spannung auf der Strecke.

Doch man kann einen Moment des Zögerns nutzen, um mehr Spannung herauszuholen – die berühmte Ruhe vor dem Sturm. Die Hauptfigur kann zögern, muss nicht sofort losrennen. Dauert die tatenlose Phase jedoch zu lange, wird es schwer, die Spannung im Anschluss wieder nach oben zu treiben.

8. Erzählen Sie lebendig und anschaulich

Beim Aufschreiben von Geschichten werden zwei Arten des Erzählens unterschieden: das narrative Erzählen und das szenische Erzählen. Das szenische Erzählen, auch Show don’t tell genannt, gilt derzeit als eine der wichtigsten Empfehlungen beim Schreiben von Büchern überhaupt. Gerade von den Büchern des Mainstream wird erwartet, dass sie szenisch erzählt sind.

Beide Erzählweisen finden sich in aktuellen Kurzgeschichten und Romanen. In den vergangenen Jahrzehnten ist die Bedeutung des szenischen Erzählens gewachsen, denn durch Filme und Bilder hat unsere Erwartung an das Visuelle zugenommen.

Das narrative Erzählen

Beim narrativen Erzählen werden mit einfachen Worten Inhalte und Informationen vermittelt. Dabei werden die Geschehnisse beschrieben oder erklärt. Märchen sind häufig narrativ geschrieben:

Hänsel und Gretel verirrten sich im Wald. Dort war es dunkel und kalt, und sie fürchteten sich sehr.

Das narrative Erzählen ist sehr distanziert, es entsteht keine Nähe zu den Figuren. Außerdem kann ein sehr langer Zeitraum mit wenigen Worten zusammengefasst werden.

Das szenische Erzählen

Das szenische Erzählen zielt darauf ab, im Kopf der Leser*innen ein Bild entstehen zu lassen. Dabei werden die Ereignisse „gezeigt“ durch Dialoge und Handlungen. Deshalb wird diese Art des Erzählens auch „Show don’t tell“ genannt, übersetzt „Zeigen, nicht erzählen“. So würde ein Märchen aussehen, wenn es szenisch geschrieben wäre:

Gretel zitterte und ihr blasses Gesicht hob sich von den nachtschwarzen Baumstämmen ab. „Ich bin
müde“, flüsterte sie.

Hänsel wischte sich mit dem Handrücken die Nase. „Wir müssen weiter“, drängte er.

Beim szenischen Erzählen bemüht man sich, mit dem Text die Geschehnisse lebendig werden zu lassen. Wir schildern bildhaft und „zeigen“, was wir vor unserem inneren Auge sehen. Damit das szenische Schreiben gelingt, sprechen wir alle fünf Sinne an: Wir beschreiben, was die Figuren in der Geschichte hören, was sie sehen, riechen, schmecken und fühlen. Das bedeutet konkret, wir schreiben nicht: Jürgen war wütend (Tell), sondern wir schreiben: Jürgen zog die Augenbrauen zusammen und ballte die Faust (Show).

9. Schreiben Sie spannende Dialoge

Ein belletristischer Text enthält viele unterschiedliche Elemente wie bildhafte Schilderungen von Schauplätzen, Figuren und deren Innensicht, Handlungen – und nicht zuletzt Dialoge. Man könnte meinen, das Wichtigste am Dialog ist, was gesprochen wird. Doch das Gegenteil ist der Fall: Dialoge leben vor allem von dem, was nicht ausgesprochen wird. Der häufigste Anfängerfehler, wenn man beginnt, ein Buch zu schreiben: Die Figuren reden zu viel.

Zurück zu unserem Beispiel von Hänsel und Gretel.

Hier wird zu viel geredet:

Gretel zitterte und ihr blasses Gesicht hob sich von den nachtschwarzen Baumstämmen ab.
“Es ist so kalt hier und wir wissen doch gar nicht, wo wir sind. Außerdem bin ich müde”, flüsterte sie.
Hänsel wischte sich mit dem Handrücken die Nase.
“Bald ist es Mitternacht und wenn wir nicht schnell den Weg nach Hause finden, müssen wir im Wald übernachten. Dort sind wir den wilden Tieren ausgeliefert. Wir haben keine Zeit, wir müssen weiter”, drängte er.

Und so klingt die wortkarge Version:

Gretel zitterte und ihr blasses Gesicht hob sich von den nachtschwarzen Baumstämmen ab.
“Ich bin müde”, flüsterte sie.
Hänsel wischte sich mit dem Handrücken die Nase.
“Wir müssen weiter”, drängte er.

Spannende Dialoge entstehen erst durch Überarbeitung. Steckt man mitten im Schreibprozess, dann schreibt man Dialoge am besten so, wie einem die Worte gerade in den Sinn kommen. Diese erste Version sollte man später überarbeiten: Damit es unterhaltsamer und spannender wird, hilft es oft, die Sätze in direkter Rede soweit zu kürzen, dass sie gerade noch verständlich sind. Den LeserInnen reichen meist schon wenige Worte, um einer Geschichte folgen zu können. Alles, was darüber hinausgeht, wird oft als langweilig empfunden.

Natürlich gibt es richtig gute Bücher mit wortreichen Dialogen. Aber es braucht eine Menge Erfahrung, um ausführliche Dialoge zu schreiben, die nicht langweilen. Deshalb ist es einfacher, wenn man noch nicht so viel Erfahrung hat mit dem Schreiben von Büchern, Dialoge knapp zu halten.

Wenn Sie anfangen, Ihr eigenes Buch zu schreiben, dann werden Sie so allmählich einen eigenen Schreibstil entwickeln. Zu Beginn können Sie sich an dem orientieren, was Sie selber gerne lesen. Eine gute Übung ist es, wenn Sie Ihren eigenen Text immer wieder aufs Neue schreiben in unterschiedlichen Schreibstilen: mal als Comic, mal wie Kafka, mal wie Rowling und mal wie ein Heftroman. So können Sie die Unterschiede besser erkennen und lernen, Sprache bewusst einzusetzen. Auf diese Weise können Sie herausfinden, womit Sie sich wohlfühlen und was für Sie und Ihre Geschichte gut passt.

10. Wählen Sie die richtige Erzählperspektive

Eine der wichtigsten Entscheidungen, die Sie als Autor*in vor dem Schreiben treffen müssen, ist die Wahl der Erzählperspektive. Das heißt, Sie müssen entscheiden, aus welcher Perspektive Sie Ihren Roman erzählen. Jede Perspektive bringt eigene Besonderheiten mit sich.

Üblicherweise werden drei Perspektiven unterschieden:

  • die auktoriale Perspektive
  • die neutrale Perspektive
  • die personale Perspektive

Die auktoriale Erzählperspektive

Bei der auktorialen Erzählperspektive wird die Geschichte von einer allwissenden Person erzählt. Diese Person weiß alles, kennt alle Figuren in der Geschichte, sie weiß, was bisher geschehen ist, und kennt auch die weiteren Entwicklungen. Oft hat die Erzählperson eine innere Haltung zum Geschehen und zu den Figuren, das heißt, sie kommentiert das Geschehen, urteilt über die Figuren, verspottet oder bewertet sie. Geschildert werden auch die Emotionen und Gedanken der Figuren, dennoch ist der Blick auf die Figuren eher distanziert. Außerdem kann die allwissende Erzählperson im Geschehen vor- und zurückspringen, Andeutungen machen über kommende Ereignisse und Ähnliches mehr.

Ein Beispiel
Wie ein Schutzschild scharte sich die kleine Gruppe um Walter, obwohl keiner von ihnen ahnte, warum er plötzlich so still war. Natürlich hatte er Maggie gleich erkannt, doch er war so naiv zu glauben, er würde davonkommen. Selbst Maggie glaubte daran, nichtsahnend, dass die gemeinsam begangene Tat bereits morgen entdeckt werden würde.

Die auktoriale Erzählperson kennt alle Figuren und weiß, was in ihnen vorgeht (obwohl keiner von ihnen ahnte). Das kann nur aus einer auktorialen Perspektive erzählt werden, nur eine allwissende Erzählperson kann wissen, dass niemand aus der Gruppe etwas ahnt. Außerdem weiß sie, was in Walter vorgeht (Natürlich hatte er Maggie gleich erkannt). Und sie wertet sein Verhalten (er war so naiv zu glauben). Die allwissende Erzählperson weiß darüber hinaus, was in Maggie vorgeht (Selbst Maggie glaubte daran). Und sie kann zeitlich nach vorn schauen und weiß, was einen Tag später geschieht.

In vielen Romanen ist die allwissende Erzählperson im Roman namentlich nicht genannt, sie tritt als Person nicht in Erscheinung. Doch gelegentlich erzählt die auktoriale Erzählperson aus der Ich-Perspektive und kann auch eine Figur der Geschichte sein.

In vergangenen Jahrhunderten war die auktoriale Erzählperspektive sehr beliebt. Viele Romane wurden auktorial erzählt, beispielsweise „Stolz und Vorurteil“ von Jane Austen aus dem Jahr 1813. Heute findet sich die auktoriale Perspektive besonders in literarischen Romanen. Beispielsweise ist „Das Parfüm“ von Patrick Süskind aus dem Jahr 1985 auktorial erzählt, und in dem Roman „Die Bücherdiebin“ von Markus Zusak aus dem Jahr 2005 tritt der Tod als auktorialer Ich-Erzähler auf.

Die neutrale Erzählperspektive

In der neutralen Erzählperspektive wird das Geschehen aus einer sehr neutralen und wertfreien Sicht erzählt. Die Handlungen und auch die Figuren werden nur von außen geschildert, die Emotionen und die Gedanken der Figuren werden dabei nicht dargestellt. Es ist ein sehr distanzierter Blick auf das Geschehen, ähnlich einer Kamera, die nur aufzeichnet, ohne einen Blick in das Innere der Figuren werfen zu können.

Dieselbe Szene wie zuvor: neutrale Erzählperspektive
In der Sonne stand eine kleine Gruppe von Menschen, bunt gekleidet und mit leuchtenden Gesichtern. Nicht weit entfernt von ihnen war eine junge Frau stehen geblieben und beobachtete sie mit hoch erhobenem Kopf. Ihr Gesicht war vollkommen regungslos und obwohl sie der eine oder andere Blick streifte, rührte sie sich nicht von der Stelle.

Geschildert wird nur, was eine neutrale Person von außen wahrnehmen würde. Sehr distanziert und ohne Wertung (bunt gekleidet). Und ohne Innensicht der Figuren (war eine junge Frau stehen geblieben und beobachtete sie).

Die neutrale Erzählperspektive findet sich nur selten in belletristischen Texten, da sie nur wenig Emotionen wecken kann und damit das Erzählen von Geschichten eher schwieriger als leichter macht.

Die personale Erzählperspektive

Von der personalen Erzählperspektive gibt es zwei Formen: Erzählt wird in der 3. Person (sie/er) oder in der 1. Person (Ich-Erzählung). In beiden Fällen gibt es eine Perspektivfigur, das heißt, die Geschichte wird erzählt aus der Sicht einer Figur, die zur Geschichte gehört. Meist ist es die Hauptfigur bzw. eine der Hauptfiguren, aus deren Sicht erzählt wird. Die personale Erzählperspektive ist sehr nahe dran an der Perspektivfigur: Die Leser*innen erfahren, was die Perspektivfigur denkt, was sie fühlt, wie es ihr geht. Sie erleben die Geschichte aus der Sicht dieser Figur, als wären sie ein Teil des Geschehens, so wie die Perspektivfigur Teil des Geschehens ist.

Dieselbe Szene wie zuvor, nun die personale Erzählperspektive, 3. Person
Sie konnte es nicht fassen. Dort drüben stand doch tatsächlich Walter, mitten in dieser Gruppe dahergelaufener Menschen, die alle mehr oder minder scheußlich gemusterte Kleidung trugen. Er schien sie nicht zu erkennen, denn obwohl sie seinen Blick suchte, sah er teilnahmslos an ihr vorüber.

Diese Passage ist aus der Sicht der Frau erzählt. Wir erfahren, wie es ihr geht (Sie konnte es nicht fassen) und wie sie das Geschehen wertet (in dieser Gruppe dahergelaufener Menschen […] scheußlich gemusterte Kleidung). Wir erfahren, was sie tut (obwohl sie seinen Blick suchte) und was sie vermutet (Er schien sie nicht zu erkennen).

Dieselbe Szene wie zuvor, nun die personale Erzählperspektive, 1. Person
Ich konnte es nicht fassen. Dort drüben stand doch tatsächlich Walter, mitten in dieser Gruppe dahergelaufener Menschen, die alle mehr oder minder scheußlich gemusterte Kleidung trugen. Er schien mich nicht zu erkennen, denn obwohl ich seinen Blick suchte, sah er teilnahmslos an mir vorüber.

Bei den Romanen des Mainstreams ist die personale Erzählweise weit verbreitet. Dabei ist die personale Erzählperspektive der 3. Person häufiger anzutreffen, es ist die unauffälligere Perspektive, die als Normalfall erlebt wird. Ist ein Roman dagegen als Ich-Erzählung geschrieben, so werden viele Leser*innen aufmerksam und nehmen bewusst wahr, dass es sich um eine Ich-Erzählung handelt.

Der Perspektivwechsel

Haben Sie sich für eine Erzählperspektive entschieden, so sollten Sie die Geschichte in Ihrem Roman konsequent aus dieser Perspektive erzählen. Nur bei der personalen Erzählperspektive der 3. Person sind im Laufe des Romans Perspektivwechsel üblich. Ist beispielsweise in einem Krimi die erste und dritte Szene aus Sicht der Kommissarin erzählt, so kann die zweite und vierte Szene aus der Sicht eines Zeugen erzählt werden. Es wird in diesem Fall also eigentlich nicht die Erzählperspektive gewechselt: Die Erzählperspektive ist weiterhin die personale Perspektive der 3. Person. Was sich ändert, ist die Perspektivfigur: Während die erste und dritte Szene aus Sicht der Kommissarin geschildert werden, ist die Perspektivfigur der zweiten und vierten Szene ein Zeuge.

Die Perspektivfigur sollte sich nur zwischen den Szenen ändern, niemals innerhalb einer Szene. Das heißt, es ist kein Problem, wenn die erste Szene aus Sicht der Kommissarin und die zweite Szene aus Sicht des Zeugen geschildert wird. Eine Leerzeile zwischen den beiden Szenen zeigt, dass es sich um einen Szenenwechsel handelt – und damit kann auch die Perspektivfigur wechseln.

Lesen Sie hier noch mehr über die Erzählperspektive in Romanen.

11. Entscheiden Sie sich für eine Zeitstufe

Romane sind in aller Regel in einem bestimmten Tempus geschrieben. Tempus ist grammatikalisch gesehen die Zeitstufe, in der erzählt wird. Die meisten Geschichten werden entweder im Präsens oder im Präteritum geschrieben.

Präteritum = unvollendete Vergangenheit
sie sagte, sie las, sie fuhr

Präsens = Gegenwart
sie sagt, sie liest, sie fährt

Viele Menschen empfinden das Präsens als unmittelbarer und dichter am Geschehen dran. Doch das Präteritum ist für das Erzählen von längeren Geschichten die üblichere Zeitstufe. Sie wird in Romanen von den Leser*innen nicht als Vergangenheitsform wahrgenommen, sondern als übliche grammatikalische Zeit für Geschichten.

Entsprechend ist die unauffälligere Zeitstufe für Romane das Präteritum. Besonders häufig vertreten ist die Verbindung von Präteritum mit der personalen Erzählperspektive der 3. Person. Während das Präsens als Zeitstufe und auch die 1. Person als Erzählperspektive bei manchen Menschen (unangenehm) auffällt, bleibt das Präteritum in Verbindung mit der personalen Perspektive der 3. Person oft unauffällig. Denn vielen Leser*innen sind diese Zeitstufe und diese Erzählperspektive aus vielen Romanen sehr vertraut.

Zeitstufe in Rückblenden

Je nach erzähltem Zeitraum ergeben sich in Romanen oft Zeitsprünge. Finden diese in einer chronologisch erzählten Geschichte ausschließlich zeitlich nach vorn statt, so ändert sich nichts an der Zeitstufe: Es wird kontinuierlich beispielsweise im Präteritum erzählt.

Wird jedoch in der Zeit nach hinten gesprungen, so handelt es sich um eine Rückblende. Das heißt, es werden Ereignisse geschildert, die vor der aktuellen Zeit in der Geschichte stattgefunden haben.

Rückblenden bringen in aller Regel einen Wechsel der Zeitstufe mit sich. Meist sind Rückblenden durchgängig in einer Zeitstufe geschrieben, die rein grammatikalisch einen Zeitpunkt vor der Zeitstufe des restlichen Textes beschreibt. Ist beispielsweise die Geschichte im Präteritum verfasst, wird die Rückblende im Plusquamperfekt (Vorvergangenheit) erzählt. Ist der Roman dagegen im Präsens geschrieben, wird in der Rückblende das Präteritum verwendet.

Nicht in allen Rückblenden finden sich mehrere Zeitstufen. Meist leitet in den Romanen ein Signalwort die Rückblende ein, und dann erzählen die Autoren und Autorinnen im Präteritum weiter.

Rückblenden sind immer eine Herausforderung: Sie reißen die Leser*innen oft aus der aktuellen Geschichte heraus. Und sie sind auch sprachlich und grammatikalisch eine Herausforderung. Das wichtigste Ziel: Die Leser*innen sollen immer orientiert sein, sie sollen zu jedem Zeitpunkt wissen, was gerade erzählt wird: Ist es eine Passage der aktuellen Geschichte oder eine Rückblende?

Der Wechsel der Zeitstufe ist immer eine gute Möglichkeit, für eine klare Orientierung zu sorgen. Wechselt die grammatikalische Zeit, so handelt es sich um einen Rücksprung in der Zeit. Ist die Zeitstufe des Romans das Präsens, gestaltet sich der Wechsel der Zeitstufe unauffällig, wie im Beispiel dargestellt. Schwieriger wird es, wenn der Roman im Präteritum geschrieben ist. Dann ist die korrekte grammatikalische Zeitstufe in der Rückblende das Plusquamperfekt.

Plusquamperfekt = vollendete Vergangenheit
sie hatte gesagt, sie hatte gelesen, sie war gefahren

Ein Beispiel

Wie jeden Morgen stieg Doris in den Linienbus und fuhr zur Arbeit. Das tat sie bereits seit einem Jahr, doch heute fiel ihr zum ersten Mal auf, dass sie den Mann hinter dem Steuer kannte. Und sie wusste sofort wieder, dass sie ihn nicht mochte.

Das war schon damals so gewesen, als sie ihn kennengelernt hatte. Als er das erste Mal vor ihr gestanden hatte, mit karierten Hosen, weißen Schuhen und einem geblümten Hemd. Bis zu dem Zeitpunkt hatte sie niemanden gekannt, der solche Kleidung trug. Doch er war so frech und witzig gewesen, dass ihr seine Kleidung erst viel später aufgefallen war. Und da war es eigentlich schon zu spät gewesen.

Das Erzählen im Plusquamperfekt ist mühsam, die grammatikalischen Konstruktionen sind wenig elegant (hatte gestanden, gewesen war). Bestimmte Wörter wie „hatte“ und „war“ müssen ständig wiederholt werden. Deshalb findet man in vielen Romanen eine andere Form der Rückblende:

Wie jeden Morgen stieg Doris in den Linienbus und fuhr zur Arbeit. Das tat sie bereits seit einem Jahr, doch heute fiel ihr zum ersten Mal auf, dass sie den Mann hinter dem Steuer kannte. Und sie wusste sofort wieder, dass sie ihn nicht mochte.

Das war schon damals so gewesen, als sie ihn kennengelernt hatte. Als er das erste Mal vor ihr stand, mit karierten Hosen, weißen Schuhen und einem geblümten Hemd. Bis zu dem Zeitpunkt kannte sie niemanden, der solche Kleidung trug. Doch er war so frech und witzig, dass ihr seine Kleidung erst viel später auffiel. Und da war es eigentlich schon zu spät.

Auch hier gibt das Signalwort „damals“ Orientierung, sofort ist klar, dass es sich um eine Rückblende handelt. Der erste Satz der Rückblende ist im Plusquamperfekt, dann wechselt die Zeitstufe wieder zum gefälligeren Präteritum.

Die zweite Version hat den Vorteil, dass sie sprachlich eleganter wirkt. Doch sie bringt zwei Nachteile mit sich: Zum einen ist die Orientierung für die Leser*innen nicht mehr so einfach. Unter Umständen vergessen sie im Weiterlesen, dass es sich um eine Rückblende handelt, und werden durch den Wechsel zur aktuellen Geschichte aus dem Lesefluss gerissen – und reagieren im schlimmsten Fall ärgerlich.

Doch die zweite Version hat einen weiteren Nachteil. Obwohl sich diese Version immer wieder in Romanen findet, wird sie in manchen Verlagen als grammatikalisch falsch gewertet. Weil die Rückblende eigentlich durchgängig einen Wechsel in der Zeitstufe fordert.

Die grammatikalische Zeit in Dialogen

Ein Sonderfall sind Dialoge. Denn in Dialogen kommen Figuren zu Wort, und sie äußern sich aktuell. Ganz egal, ob die Geschichte im Präsens oder im Präteritum erzählt wird, die Figuren sprechen im Präsens, wenn sie sich zum aktuellen Geschehen äußern.

„Was liest du?“, fragte Norma.

„Ich lese am liebsten Krimis“, antwortete Jens.

Sprechen die Figuren über die Vergangenheit, so sprechen sie üblicherweise im Perfekt.

Perfekt = vollendete Gegenwart

sie hat gesagt, sie hat gelesen, sie ist gefahren

Denn in der gesprochenen Sprache wird das Präteritum nur sehr selten verwendet. Mündlich verwenden die meisten Menschen eher das Perfekt. Werden wir gefragt, was wir gestern gemacht haben, dann würde wohl kaum jemand antworten: Ich las. Die Antwort würde vermutlich lauten: Ich habe gelesen. Damit die wörtliche Rede der Figuren möglichst natürlich klingt, sprechen die Figuren üblicherweise im Perfekt.

„Was hast du gestern gemacht?“, fragte Norma.

„Ich habe den ganzen Tag geschlafen“, antwortete Jens.

Da in der gesprochenen Sprache das Perfekt die übliche Zeitstufe ist, findet sich diese auch in vielen Dialogen der Romane. Auf diese Weise ist die wörtliche Rede der Figuren näher dran an unserer täglichen Sprache, sie wirkt dadurch natürlicher und selbstverständlicher.

Und genau wie in der gesprochenen Sprache sind auch bei Dialogen viele Varianten möglich. So könnte eine Figur sehr gekünstelt sprechen und in der wörtlichen Rede immer das Präteritum oder das Plusquamperfekt verwenden, auch wenn sie dafür irritierte Blicke erntet.

12. Bauen Sie Spannung auf

Die Spannung in einem Roman über mehrere hundert Seiten aufrecht zu erhalten, ist nicht einfach. Es gibt viele handwerkliche Kniffe, um nicht nur zu Beginn des Romans Spannung aufzubauen, sondern diese im Verlauf der Geschichte immer weiter auszubauen.

Antagonistische Kräfte

Als Autor*in darf ich es meinen Figuren nicht zu einfach machen. Das alte Rezept für spannende Plots gilt noch immer: Konflikt – Konflikt – Konflikt. Das heißt, die Hauptfigur kann ihr Ziel nicht so ohne weiteres erreichen, sie hat mit Problemen zu kämpfen. “Konflikt” kann bedeuten, dass andere Figuren für Ärger sorgen. Der pampige Verkäufer, der die dringend benötigte Straßenkarte nicht rausrückt. Oder die übermotivierte Ärztin, die partout die lebensnotwendige Impfung erst nach einer gründlichen Untersuchung durchführen will. “Konflikt” bezieht sich aber auch ganz allgemein auf alles, was schwierig ist: das Auto versagt, die Straßenbahn kommt zu spät, der Flieger bleibt auf der Strecke.

Doch die Konflikte sollte man als Autor*in nicht einfach aus dem Hut zaubern. Damit verärgert man die Leser*innen, spätestens nach dem zweiten oder dritten zufälligen Ereignis, das es der Hauptfigur schwer macht, ans Ziel zu kommen. Hier kommen die antagonistischen Kräfte ins Spiel. Das muss nicht unbedingt eine andere Figur sein, auch das Wetter oder das eigene Selbst können antagonistische Kräfte sein. Ist meine Figur beispielsweise allein auf einem Segelboot unterwegs, um den Atlantik zu überqueren, so ist das Wetter ihr stärkster Widerpart. Wind, Wellen und Sturm werden es ihr schwer machen, ans Ziel zu kommen. Oder eine alkoholkranke Figur geht freiwillig in eine Entzugsklinik, dann ist ihre Sucht und damit ihr eigenes Selbst ihre größte antagonistische Kraft, gegen die sie zu kämpfen hat.

Und natürlich kann eine einzige antagonistische Figur für jede Menge Spannung sorgen. Wenn zwei Freunde um den begehrten Job kämpfen, dann wird früher oder später der ehemalige Freund zum Antagonisten, der die Bremsleitung durchschneidet, die Weichen der Straßenbahn verstellt und den Flieger sabotiert. Dann handelt es sich nicht mehr um Zufälle, die Spannung wird immer weiter nach oben geschraubt und die Leser*innen warten darauf, dass die Hauptfigur endlich begreift, dass der vermeintliche Freund hinter all dem steckt.

Noch fieser und spannender wird es, wenn die Hauptfigur die Quelle ihrer Probleme nicht so einfach ausfindig machen kann. Hat sich beispielsweise eine Gruppe verschworen, die neue Kollegin rauszuekeln (weil sie jemand anderen wollen), dann wird die Figur es schwer haben. Denn sie hat keine Ahnung, gegen wen sie eigentlich kämpft und was dahinter steckt: die IT-lerin sabotiert die wichtigsten Dateien auf ihrem Rechner, der Kollege kippt Kaffee über ihre Tastatur und ganz kurz vor der wichtigen Präsentation verkeilt der Pförtner die Eingangstür! Je länger die Schwierigkeiten dauern, desto klarer sollte es für die Leser*innen und die Hauptfigur werden, dass die Probleme eben keine Zufälle sind. Doch es wird eine Weile dauern, bis die neue Kollegin die Verschwörung hinter den (scheinbar) freundlichen Mienen wittert und sich wehrt.

Zeitdruck

Zeitdruck ist der Klassiker für Thriller und Krimis: Der Serienmörder würde weiter morden, wenn man ihn nicht nicht aufhält. Das entführte Kind leidet an Diabetes und wird sterben, wenn es nicht in den kommenden fünf Stunden Insulin erhält. Doch Zeitdruck funktioniert nicht nur gut für Krimis und Thriller. Man kann es als Spannungselement auch für andere Geschichten einsetzen z.B. für Liebesgeschichten: Das Objekt der Begierde wird in Kürze eine Fernreise antreten und drei Jahre unterwegs sein. Also wird es Zeit, dem heimlich geliebten Menschen einen Grund zu geben, nicht zu fahren – oder in bester Gesellschaft zu verreisen.

Geheimnisse und Rätsel

Zu den bewährtesten Spannungselementen gehören Geheimnisse und Rätsel. Die meisten Menschen lieben Rätsel und viele Krimiplots arbeiten damit, dass die Leser*innen genau wie die ermittelnden Hauptfiguren versuchen, anhand der Hinweise zu erraten, wer die Mörderin oder der Mörder ist. Doch auch viele andere Plots schöpfen die Spannung aus Rätseln und Geheimnissen: Wo ist der Schatz vergraben, wer ist der heimliche Geliebte und wie lassen sich die Waffen der Aliens ausschalten?

Die Kunst ist, es den Leser*innen und den eigenen Figuren nicht zu leicht und nicht zu schwer zu machen. Ist es zu leicht, funktioniert es nicht als Spannungselement und die Leser*innen reagieren genervt. Ist es zu schwer, wirkt der Sieg der Hauptfigur zu gewollt und die Leser*innen reagieren verärgert – weil sie keine Chance hatten, das Rätsel selber zu knacken. Am besten funktioniert es, wenn die Hauptfigur richtig knobeln muss und die LeserInnen am Ende denken: Wenn ich mir mehr Mühe gegeben hätte, dann hätte ich draufkommen können.

Eine Spielart von Geheimnissen und Rätseln sind unterschiedliche Wissensstände von Figuren und Leser*innen. Ich als Leserin habe längst mitbekommen, dass der Nachbar weiß, wer gestern um 10 Uhr an der Haustür des Opfers geklingelt hat. Doch der Nachbar weiß nicht, wie wichtig diese Beobachtung ist. Und mir ist klar, wenn die Kommissarin davon erfährt, ist sie dem Mörder einen großen Schritt näher. Doch das wissen weder der Nachbar noch die Kommisarin. Dann warten die Leser*innen Seite um Seite darauf, dass der Nachbar endlich der Kommissarin von seiner Beobachtung erzählt!

Die Art des Erzählens

Auch die Art des Erzählens trägt viel zur Spannung bei:

  • Zielgerichtete Handlung von Figuren baut Spannung auf: Eine Figur flieht durch eine Einkaufspassage und will Verfolgern entkommen. Nicht zielgerichtete Handlung lässt Ruhe aufkommen: Eine Figur geht spazieren und hängt den Gedanken nach. Das Tempo der Figur verstärkt das Tempo des Erzählens.
  • Beschreibungen ohne Handlung nehmen das Tempo raus: Landschaftsbeschreibungen oder Innenraumschilderungen.
  • Möchte ich eine Landschaft beschreiben, ohne Tempo zu verlieren, schildere ich das zielgerichtete Handeln der Figur in einer Landschaft. Dann steht nicht die Landschaftsschilderung im Vordergrund, sondern die Frage, ob die Landschaft der Figur hilft oder sie daran hindert, ihr Ziel zu erreichen.

 Diese Gegensätze kann man bewusst einsetzen, um nach einer actionreichen Passage wieder etwas Ruhe aufkommen zu lassen, damit die Spannung im Anschluss umso wirkungsvoller ist. Durch die vorausgehende Ruhe kommt der sich anschließende Sturm umso besser zur Geltung. Auf diese Weise entsteht ein Rhythmus: temporeiche Passagen wechseln sich mit ruhigeren Passagen ab.

Hier ist mehr zu lesen über Spannung, die man durch das Tempo der Handlung aufbaut: Wie das richtige Tempo einen Roman zum Pageturner macht.

13. So schreiben Sie ein Buch in einem Jahr

Ein Roman besteht im Schnitt aus rund 300 Seiten Text. Da steckt eine Menge Zeit drin. Doch die meisten Autor*innen schreiben ihre Bücher nicht hauptberuflich, sondern „nebenbei“ – neben Job, Familie, Regenerierung. Wie kriegt man das hin? Für viele Schreibende haben sich feste Schreibzeiten bewährt. Das kann jeden Morgen vor der Arbeit sein, abends nach der Arbeit, jeden Mittwochabend oder jeden Sonntagmorgen.

Zu Beginn sollten Sie ein wenig experimentieren, um herauszufinden, wann die beste Zeit für Sie ist. Wann haben Sie Zeit und die richtige Energie, um an Ihrem Buch zu schreiben? Wie bekommen Sie ein oder zwei Stunden am Stück am besten in Ihrem Alltag unter? Sie sollten Ihre Schreibzeit mit Ihrem sozialen Umfeld und Ihrer Familie absprechen, damit Sie in dieser Zeit nicht gestört werden. Schalten Sie das Telefon ab und gehen Sie offline.

Ihre feste Schreibzeit sollten Sie nur im Notfall übergehen und zu 80 Prozent einhalten. Schreiben Sie an Ihrem Buch, egal, ob Sie gerade Lust dazu haben oder nicht. Wenn Sie keine Lust zum Schreiben haben, dann können Sie recherchieren oder Rechercheergebnisse abheften oder den Text überarbeiten oder Ähnliches. Haben Sie erst mal den Anfang gefunden, dann geht es manchmal vielleicht besser, als Sie zunächst dachten. Oft gelingt es, über das Recherchieren zum Überarbeiten und schließlich zum Schreiben zu kommen. So allmählich sollte sich daraus eine gewisse Routine entwickeln: Sie schreiben jeden Morgen zwischen 6 und 7 Uhr oder jeden Sonntagmorgen zwischen 10 und 12 Uhr. Es muss nicht perfekt sein, was Sie in dieser Zeit machen. Das Wichtigste: am Ball bleiben.

Verbinden Sie Ihre Schreibzeit mit etwas Positivem. Gönnen Sie sich eine Tasse Kaffee oder ein Stück Schokolade oder arbeiten Sie an Ihrem Lieblingsplatz. Die Schreibzeit sollte eine Belohnung sein und keine Strafe.

Feste Schreibzeiten verbunden mit kleinen Ritualen wie Kaffee und Schokolade bringt viele Schreibende gut voran. So gelingt es, regelmäßig am Text zu arbeiten und beim Schreiben des eigenen Buches voranzukommen. Probieren Sie’s aus und finden Sie heraus, was für Sie am besten funktioniert.

14. Veröffentlichen Sie Ihren Roman mit der richtigen Strategie

Endlich fertig? Dann steht einer Veröffentlichung nichts mehr im Weg. Aber wie vorgehen?

Es ist heute einfacher denn je, ein eigenes Buch zu veröffentlichen. Da gibt es zum einen den ganz klassischen Weg: Sie suchen sich einen Verlag, der Ihr Buch herausbringt. Die andere Möglichkeit: Sie bringen Ihr Buch auf eigene Faust heraus. Früher hieß die eigenständige Veröffentlichung Selbstverlag, heute ist der englische Begriff üblich: Selfpublishing.

Der Unterschied zwischen Verlag und Selfpublishing
Die zwei Möglichkeiten der Veröffentlichung haben für Sie ähnliche Vor- und Nachteile wie eine Berufstätigkeit als Angestellte oder Selbstständige:

Veröffentlichung mit einem Verlag

  • Bei einem Verlag müssen Sie sich bewerben
  • Der Verlag bekommt viele Bewerbungen, einige wenige Manuskripte nimmt er an, viele andere lehnt er ab
  • Der Verlag bezahlt Sie und legt die Höhe Ihres Honorars fest
  • Der Verlag bestimmt das Aussehen Ihres Buches (Titel, Cover, gebundenes Buch oder Taschenbuch) und nimmt unter Umständen auch Einfluss auf den Inhalt
  • Der Verlag bezahlt Lektorat, Druck und Vertrieb
  • Der Verlag trägt das finanzielle Risiko

Veröffentlichung im Selfpublishing

  • Als Selfpublisher entscheiden Sie, ob und wie Ihr Buch herauskommt
  • Sie legen den Preis des Buches fest und damit Ihren Erlös
  • Sie entscheiden allein über das Aussehen und den Inhalt Ihres Buches
  • Sie bezahlen das Lektorat und das Cover
  • Sie suchen sich einen Dienstleister, der den Druck und den Vertrieb übernimmt und dafür von jedem verkauften Exemplar einen Anteil des Erlöses bekommt
  • Sie tragen das finanzielle Risiko

So finden Sie einen Verlag für Ihr Buch
Bei einem Verlag bewerben Sie sich mit einem Exposé und einer Leseprobe. Oft muss man mehrere Monate auf Antwort warten, nicht selten bleibt die Antwort ganz aus. Denn Verlage bekommen immer häufiger Manuskripte angeboten und oft fehlt ihnen die Zeit, Absagen zu schreiben. So findet sich auf vielen Verlags-Websites die Ankündigung: Sollten Sie in acht (oder zehn oder zwölf) Wochen nichts von uns (dem Verlag) hören, dann nehmen Sie das bitte als Absage.

Eine Alternative sind Literaturagenturen. Diese nehmen (angehende) Autor*innen unter Vertrag und vermitteln ihre Manuskripte an Verlage. Agenturen werden nicht von den Verlagen bezahlt, sondern von den Autor*innen: Für die erfolgreiche Vermittlung eines Manuskripts verlangen Agenturen eine Provision zwischen 15 und 20 %. Sie erhalten also ihren Anteil vom Autorenhonorar. Als Gegenleistung setzen sie ihr ganzes Know-how für ihre Autor*innen ein und holen bei den Verlags-Verhandlungen das Bestmögliche heraus.
Eine Bewerbung bei Literaturagenturen läuft ähnlich wie die Bewerbung bei Verlagen. Auch die Erfolgsaussichten sind vergleichbar. Es gibt also zwei Wege zu einer Verlags-Veröffentlichung: Sie können sich bei Agenturen bewerben, damit diese für Sie einen passenden Verlag an Land ziehen. Oder Sie bewerben sich direkt bei den Verlagen.

So bringen Sie Ihr Buch im Selfpublishing heraus
Als Selfpublisher*in haben Sie die Qual der Wahl: Es gibt viele seriöse Dienstleister und es wird eine Weile dauern, bis Sie sich einen Überblick über den Markt verschafft haben. Denn alle Dienstleister haben Vor- und Nachteile und das macht es schwer, eine gute Entscheidung zu treffen. Außerdem müssen Sie vor der Veröffentlichung investieren: Sie geben das Lektorat in Auftrag, das Cover und den Buchsatz. Je nach Umfang des Manuskripts und Ihren Ansprüchen werden dafür zwischen 1.000 und 3.000 Euro fällig. Auch um die Vermarktung müssen Sie sich selber kümmern oder einen Dienstleister bezahlen. Dafür gibt es am Ende weder einen Verlag noch eine Agentur, die am Verkauf Ihres Buches mitverdienen.

Auf den Punkt gebracht: Vor-und Nachteile von Agenturen, Verlagen und Selfpublishing

Agenturen
+ Agenturen kennen den Markt gut und holen das Bestmögliche für ihre Autor*innen heraus.
– Agenturen erhalten eine anteilige Provision vom Honorar der Autor*innen.

Verlage
+ Verlage sind Buch- und Vertriebsprofis. Sie setzten ihr ganzes Know-how dafür ein, möglichst viele Exemplare Ihres Buches zu verkaufen. (Doch das finanzielle und personelle
Engagement hat auch Grenzen, erwarten Sie von einem Verlag nicht zu viel.)
+ Der Verlag trägt das wirtschaftliche Risiko.
– Die Abläufe sind langwierig (zwischen der Bewerbung, einer Zusage und der anschließenden Veröffentlichung liegen üblicherweise ein bis zwei Jahre).
– Der Verlag will bei der Veröffentlichung mitreden und mitentscheiden.

Selfpublishing
+ Die Autor*innen können sehr schnell veröffentlichen (innerhalb von ein paar Wochen nach Fertigstellung des Manuskripts).
+ Die Autor*innen können alle Entscheidungen selber treffen.
– Die Autor*innen treten finanziell in Vorleistung und tragen das wirtschaftliche Risiko.

Mehr über die Veröffentlichung von Büchern finden Sie hier auf meinem Blog: Wie man Bücher veröffentlicht.

15. Schreiben Sie ein packendes Exposé

Wenn Sie sich mit einem fertigen Manuskript bei Literaturagenturen und / oder Verlagen bewerben möchten, dann brauchen Sie ein gutes Exposé und eine ansprechende Leseprobe. Denn Verlage und Agenturen erhalten beim ersten Anschreiben niemals das komplette Manuskript, immer nur ein Exposé und eine Leseprobe.

So sieht ein gutes Exposé aus
Ein Exposé sollte maximal zwei bis drei Seiten lang sein. Je kürzer, desto besser. Das ist für Roman-Autor*innen meist die größte Herausforderung. Denn auf zwei bis drei Seiten sollten Sie Folgendes unterbringen:

  • Die wichtigsten Daten zu Ihnen (Namen und Kontaktdaten) und Ihrem Manuskript (Länge, Genre, Zielgruppe)
  • Eine kurze Zusammenfassung Ihres Manuskripts (auch: Pitch oder Klappentext)
  • Eine vollständige Inhaltsangabe (inkl. Schluss)
  • Eine Autorenvita (etwa 5 bis 10 Sätze)

Manche Autor*innen ergänzen noch eine kurze Liste mit den wichtigsten Figuren und eine Liste der bisherigen belletristischen Veröffentlichungen.

Der Mannheim-Krimi: Blau-weiß-tot

Hier ein Beispiel für ein Roman-Exposé – mein Krimi “Blau-weiß-tot”, der 2015 im Emons Verlag erschienen ist (einfach auf das Cover klicken).

16. Wählen Sie eine ansprechende Leseprobe

Als Leseprobe sollten Sie den Anfang Ihres Buches wählen. Denn gerade der Einstieg in eine Geschichte ist schwer zu schreiben und Verlage und Agenturen möchten sehen, ob Sie diese Herausforderung gut gemeistert haben. Die übliche Länge einer Leseprobe liegt bei rund 15 bis 20 Normseiten. Doch die Angaben schwanken. Bevor Sie eine Leseprobe an eine Agentur oder einen Verlag schicken, sollten sie deshalb auf deren Website die Vorgaben nachlesen. Manche möchten 15 Normseiten als Leseprobe, andere 20 oder 30 Normseiten. Die Leseprobe sollte in Form von Normseiten angelegt sein, sauber formatiert (hier können Sie nachlesen, wie Sie ein Manuskript formatieren) und ohne weiteren Schnick-Schnack.

Mehr zu Leseprobe und Exposé (inkl. Beispiel) finden Sie hier auf meinem Blog: Exposé und Leseprobe.

17. Vermeiden Sie die typischen Anfängerfehler

Aller Anfang ist schwer und damit Sie nicht die gleichen Fehler machen, die ich schon bei vielen Buch-Ideen und Buch-Manuskripten gesehen habe, liste ich hier die häufigsten Fehler auf, die mir so begegnen. Denn interessanterweise sind es nur eine Handvoll Fehler, die sich immer wieder finden – und die am Ende dazu führen können, dass ein Manuskript komplett überarbeitet werden muss.

1. Ein guter Roman entsteht durch Weglassen

Der häufigste Fehler: Anfänger*innen neigen dazu, in einem Buch mehrere Geschichten auf einmal zu erzählen. Das ist, als ob man Harry Potter, Das Parfum und Romeo und Julia in eine Geschichte packt. Das kann nicht funktionieren. Ein guter Roman entsteht durch das Weglassen. Deshalb mein wichtigster Tipp: Fragen Sie sich in der Planungsphase, was der Kern Ihrer Geschichte ist. Was ist Ihnen an dieser Geschichte am wichtigsten? Konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche und lassen Sie alles andere weg.

2. Schreiben Sie einen Roman und keine Biografie

In jeder Geschichte steckt auch etwas von der Autorin / vom Autor. Doch die eigenen Erfahrungen sollten sich der Geschichte unterordnen. Es ist schon schwer genug, ein Buch zu schreiben. Noch schwerer ist es, einen autobiografischen Roman zu schreiben (Warum das so ist – das ist hier nachzulesen: Eine Biografie schreiben oder einen Roman?). Deshalb mein Tipp: Lassen Sie in Ihrem Erstlingswerk den autobiografischen Bezug weg. Schreiben Sie eine rein fiktionale Geschichte, das macht den Einstieg ins Schreiben leichter. Später, wenn Sie bereits mehrere Bücher veröffentlicht haben, ist es noch früh genug, einen autobiografischen Roman in Angriff zu nehmen.

3. Schreiben Sie ein lesenswertes Buch

Sie wollen nicht das schreiben, was alle schreiben? Sie wollen etwas ganz anderes schreiben? Endlich mal was schreiben, was so noch niemand geschrieben hat? Deshalb beschäftigen Sie sich nicht mit dem Handwerk und den Erwartungen der Leser*innen, denn dann würden Sie doch wieder nur das schreiben, was alle schreiben?
Ein kleines Beispiel aus der Musik. Denn Schreiben, Musik und Malerei ist gemeinsam, dass sie nicht nur ein Handwerk sind, sondern auch eine Kunst. Was würden Sie von einem Menschen halten, der Ihnen erzählt, dass er kein Instrument gelernt hat? Dass er keine Noten lesen kann und sich nie mit Musiktheorie beschäftigt hat? Doch nun möchte er die Musik revolutionieren und etwas ganz Eigenes komponieren, etwas, was es so noch nie gegeben hat?
Für einzigartige Genies mag das der richtige Ansatz sein. Sie sind kein einzigartiges Genie? Dann würde ich Ihnen empfehlen, sich zunächst mit dem Handwerk zu beschäftigen. Das hilft ungemein, um ein lesenswertes Buch zu schreiben.

4. Der richtige Input

Zu Beginn setzen sich die meisten einfach hin und schreiben drauflos. Das bringt schon mal erste wertvolle Erfahrungen. Doch das autodidaktische Lernen kostet Zeit. Viel Zeit. Das ist wie beim Klavierspielen: Man kann sich das Klavierspielen selber beibringen. Oder man nimmt Klavierunterricht. Beide Wege führen zum Ziel. Doch mit Unterstützung und dem richtigen Input kommt man schneller voran. Deshalb mein Tipp: Holen Sie sich Input, auf welchem Weg auch immer. Lesen Sie Ratgeber, schauen Sie Videos, besuchen Sie Seminare (zum Beispiel meinen Selbstlernkurs Romane schreiben). Dann kommen Sie deutlich schneller voran beim Schreiben Ihres ersten Romans.

5. An die Veröffentlichung denken

Sie schreiben nur für sich? Sie wollen nicht unbedingt veröffentlichen? Wenn es dann doch klappt mit einem Verlag, dann wäre es natürlich schön? Das höre ich sehr häufig in meinen Beratungen. Doch die Erfahrung zeigt: Wenn das fertige Manuskript endlich auf dem Tisch liegt, ist die Enttäuschung groß, wenn außer den engsten Angehörigen niemand das Buch lesen mag. Natürlich weiß man zu Beginn nicht, ob es am Ende mit einer Veröffentlichung klappt. Aber wenn Sie sich diesen Weg offenhalten wollen, dann sollten Sie sich rechtzeitig ein paar Fragen stellen: Literatur oder Mainstream? Welches Genre soll es werden? Wer ist meine Zielgruppe? Je besser das Manuskript zu den Lesegewohnheiten und Erwartungen der Menschen passt, desto größer die Chance, am Ende Leser*innen zu finden.

6. Ins Schreiben kommen

Viele Anfänger*innen wollen von Anfang an alles richtig machen: Sie belegen Kurse, lernen das Handwerk, entscheiden sich für ein bestimmtes Genre und entwickeln einen spannenden Plot mit interessanten Figuren. Wenn es dann endlich losgehen soll mit dem Schreiben – dann geht nichts mehr. Das berühmte weiße Blatt (heute wohl eher der Bildschirm) will sich einfach nicht mit einzigartigen Schilderungen, witzigen Dialogen und spannenden Szenen füllen. Schreibblockade.
Das Problem: Zu Beginn möchten Anfänger*innen oft zu schnell zu viel. Jeder Satz soll von Anfang an sitzen und die eigenen hohen Erwartungen erfüllen. Aber so funktioniert das nicht beim Schreiben. Eines der berühmtesten Zitate stammt von Ernest Hemingway: Die erste Fassung ist immer Mist.
Wir müssen beim Schreiben lernen, das Unperfekte zuzulassen. Kein Mensch schreibt aus dem Stand perfekte Sätze. Wir müssen uns erlauben, eine allererste Rohfassung zu schreiben, die ziemlich schlecht ist. Nur wenn wir eine erste, mäßige Rohfassung haben, können wir daran arbeiten und diese allmählich besser machen. Der beste Weg zu einem guten Manuskript: Schreiben Sie eine erste, schlechte Fassung. Überarbeiten Sie die Rohfassung so lange, bis ein richtig guter Text daraus geworden ist.

7. Der richtige Textaufbau

Ein Buch besteht aus Text. Sehr viel Text. Den die Menschen mit Vergnügen lesen sollen. Das gelingt nur, wenn der Text einen guten Aufbau hat. Ein Mainstream-Roman besteht üblicherweise aus Beschreibungen (Landschaft, Innenräume o.ä.), der Innensicht der Figur (Gedanken / Überlegungen / Gefühle), aus Dialogen und Handlung. Dabei macht die richtige Mischung den perfekten Text. Das heißt, ein Roman sollte nicht aus seitenlangen Beschreibungen, endloser Nabelschau der Figur oder überflüssigen Dialogen bestehen. Beschreibungen, Innensicht, Dialoge und Handlung sollten sich abwechseln und eine gute Mischung ergeben.

8. Nicht zu viele Informationen

Sie schreiben einen Krimi über die weltweite Bedrohung durch Computerviren? Sie haben viel recherchiert und eine Menge interessanter Dinge herausgefunden? Und das soll natürlich alles ins Buch? Tun Sie‘s nicht. Ein Roman ist keine Ansammlung von Fakten. Dazu gibt es Sachbücher. Sie sollten sich mit Ihrem Wissen zurückhalten und bei jedem einzelnen Detail fragen, ob es wirklich der Geschichte nützt. Ob es die Handlung vorantreibt. Ob es wesentlich ist für die Figuren. Schmeißen Sie alles raus, was nicht einen bestimmten Zweck erfüllt. Und wenn Sie schon detailliertes Wissen einfließen lassen, dann sollten Sie sich die Mühe machen, das gut in die Handlung einzubauen. Kein Mensch will in einem Krimi eine zweiseitige Abhandlung über Computerviren lesen.

9. Richtig überarbeiten

Endlich geschafft? Und nun raus damit an die Verlage? Doch vorher sollten Sie sich die Zeit nehmen, alles sorgfältig zu kontrollieren. Ist der Text mehrfach überarbeitet? Ist er weitgehend fehlerfrei: keine Rechtschreibfehler, keine Zeichensetzungsfehler? Ist er spannend zu lesen? Stimmt die Formatierung?
Gerade als Anfänger*in neigt man dazu, einen Text zu früh rauszuhauen. Weil man ja schon ewig am Schreiben ist. Doch zu Beginn entsteht eine erste Rohfassung und dann fängt die Arbeit erst richtig an. Die meisten Autor*innen stecken deutlich mehr Zeit ins Überarbeiten des Textes als in das Schreiben der ersten Fassung. Denn erst durch das Überarbeiten wird ein Text wirklich gut.

10. Das Lektorat kommt zum Schluss

Sie schreiben eine erste Rohfassung und den Rest erledigt die Lektorin? Vergessen Sie’s. In diesem Fall müsste die Lektorin ein ganz neues Buch schreiben – und dann wäre es ihr eigener Text. Ein Lektorat dient dazu, aus einem perfekten Text das letzte Quäntchen Schönheit herauszuholen. Das Polieren des Diamanten sozusagen. Bei einem Rohdiamanten fängt die Lektorin gar nicht erst an. Sie braucht einen perfekt geschliffenen Diamanten, damit sie anfangen kann zu polieren.

Checkliste für gute Bücher

Und hier gibt es zum Download eine Checkliste Die besten Tipps um gute Bücher zu schreiben – einfach klicken und herunterladen.

Wenn Sie diesen Artikel mit Interesse gelesen haben, dann finden Sie hier noch weiteres Lesefutter:

Autor*in werden – die zehn besten Tipps
Seriöse Literaturagentur finden
Romanideen finden
Was verdient man mit einem Buch?

204 Kommentare zu „Die besten Tipps, um ein richtig gutes Buch schreiben“

  1. Vielen Dank für die zahlreichen wertvollen Tipps, ein eigenes Buch zu schreiben. Bisher habe ich nur etliche Bücher, insbesondere Kriminalromane, gelesen, und es noch nicht gewagt, selbstständig zu schreiben. Von meiner Unsicherheit möchte ich mich jedoch nicht länger daran hindern lassen, es auszuprobieren. Geplant ist, dass ich mein erstes Buch zunächst ein paar Mal ausdrucken lasse, um es Freunden und Verwandten zu schenken, sodass ich meine erste Kritik sowie Verbesserungsvorschläge von ihnen erhalten kann.

  2. Liebe Frau Anette,
    Sie haben mich wirklich dazu gebracht, meinen Traum von einem eigenen Buch zu verwirklichen. Egal, ob es irgendwann publiziert wird oder nicht (groß anstrengen werde ich mich da nicht), es ist ein herrliches Gefühl, wenn nach den ersten Seiten es anfängt zu fließen, wenn die Zeilen aus einem heraussprudeln und man sich teilweise bremsen muß, um nicht zu überpowern.
    Eine Frage habe ich noch zur Schreibweise von Uhrzeiten.
    Gibte es eine Vorgabe dafür? Schreibt man 10:30 Uhr oder zehn Uhr dreissig? Kann man beides im Text verwenden oder sollte man bei einer Schreibweise bleiben. 12:00 Uhr oder zwölf Uhr. Ich bin da völlig unsicher und danke schon mal dafür 1.für ihre tolle Seite und 2.für vielleicht eine kurze Nachricht.
    Viele Grüße
    Martiin Ziegler

    1. Die Schreibtrainerin

      Hallo Herr Ziegler,

      da gibt es keine verbindlichen Vorgaben, auch Lektor*innen sind oft unterschiedlicher Meinung. In journalistischen Texten gibt es die Vorgabe, dass alle Zahlen über zwölf als Zahl geschrieben werden (also 13, 14 usw.), alle anderen mit Buchstaben (also eins, zwei usw.). Bei Romanen wird oft empfohlen, alle Zahlen ab 100 als Zahl zu schreiben, alle darunter mit Buchstaben – das würde bedeuten: zehn Uhr dreißig. In manchen Büchern finden Sie auch andere Schreibweisen, was zeigt, dass im Lektorat da nicht immer Einigkeit herrscht.

      Viel Erfolg!
      Anette Huesmann

  3. Sehr geehrte Frau Huesmann,
    als erstes möchte ich Ihnen danken.Sie haben mir sehr geholfen mit diesen Erklärung.Mein Problem ist nur,das ich die Grundlage für meine Geschichte habe,aber irgendwie nicht genau weiß,wie ich diese ausführlich und detailliert aufschreiben kann.Ich würde mich über einen Tipp von ihnen sehr freuen.Bleiben Sie gesund.Schöne Grüße von Lyra

    1. Hallo Lyra,

      da würde vielleicht ein Seminar weiterhelfen. Mit meinem Blogartikel kann ich nur einen ersten Überblick geben, worauf es ankommt. In meinen Seminaren kann ich natürlich noch sehr viel genauer darauf eingehen.

      Herzliche Grüße
      Anette Huesmann

  4. Hallo Frau Huesmann,

    ich habe vor langer Zeit angefangen einen Roman zu schreiben. Durch persönliche Umstände musste ich unterbrechen und habe nun vor einigen Monaten den Wiedereinstieg gefunden.
    Meine Figuren waren alle mit Biografien gespeichert und der Plott stand auch, so dass es trotz der langen Pause kein Problem war wieder in die Geschichte hineinzufinden.
    Allerdings tauchen nun beim Schreiben immer wieder neue Ereignisse auf, die nicht “geplant” waren. Es ist, als würde sich das geradezu aufzwingen, geschrieben zu werden, während ich schreibe. Die ursprüngliche Geschichte bleibt dabei bestehen, nur der Weg dahin ändert sich ständig.
    Sollte ich das zulassen oder doch eher bei der ursprünglichen Idee bleiben?

    Und noch eine Frage: meine Geschichte an sich ist frei erfunden. Aber die historischen Ereignisse sind komplett recherchiert und entsprechen den realen Ereignissen. Darf man in so einem Roman historische Figuren handeln lassen und den Originalnamen verwenden, oder müsste man dann hier den Namen ändern?

    Vielen Dank.
    Annika Förster

    1. Die Schreibtrainerin

      Hallo Frau Förster,

      ich würde Ihnen empfehlen, immer wieder zu prüfen, ob der Plot trotz neuer Ereignisse noch funktioniert und immer noch einen guten Spannungsbogen hat. Alles, was da nicht reinpasst, würde ich weglassen. Sonst neigt man beim Schreiben zu sehr dazu, neue Ereignisse mitzunehmen (weil sie gerade so gut passen) und dabei das Große und Ganze aus dem Auge zu verlieren. Da helfen regelmäßige Checks, ob die neuen Ereignisse wirklich gut passen und der Geschichte nicht den Schwung nehmen.

      Was historische Ereignisse und Figuren betriff: Ich bin keine Anwältin und kann deshalb nur meine Meinung dazu sagen, ob das rechtlich so stimmt, weiß ich nicht. Meine Meinung dazu: Alles, was historisch verbürgt ist (also tatsächlich stattgefunden hat), darf man auch schreiben. Da muss man auch die Namen der handelnden Personen nicht ändern, weil man ja nur wiedergibt, was tatsächlich passiert ist. Im Zweifelsfall würde ich Ihnen empfehlen, eine*n Anwält*in für Medienrecht zu fragen. Da kann eine kurze Beratung schon ausreichen, um Klarheit und Rechtssicherheit zu schaffen.

      Viel Erfolg!
      Anette Huesmann

  5. Hallo Frau Huesmann,
    ich habe mich kürzlich – u. a. inspiriert von der Lektüre Ihres Blogs – endlich dazu durchgerungen, einen Prolog-Entwurf für mein erstes Buch zu verfassen. Ich gab den Text an meine beste Freundin, die mich seit unserer Jugend kennt, weiter, und bekam neben einem wohlwollenden Lob auch etwas negatives Feedback: Die Textstellen, mit denen ich weitgehend realistisch mein Erleben als kleiner Junge schilderte, gefielen ihr gut, während die Prise Fiktion, die ich dazwischen einstreute, sie irritierten. Sie teilte mir mit, dass ihrer Meinung nach meine tatsächliche Vergangenheit genug abenteuerliche Episoden bereithielte, um ein spannendes Buch zu füllen. Ich hatte während des Schreibens jedoch das (auch von Ihnen propagierte) Ziel im Kopf, dass die Handlung keine lose Aneinanderreihung einzelner Episoden, sondern eine kausal verknüpfte, progressive Entwicklung Richtung Höhepunkt – idealerweise mit einem “Clou” versehen – darstellen sollte. Mein Leben hat nur eben nicht diese ideale Struktur, die eine gute dramatische Erzählung offenbar ausmacht.
    Long Story Short: Wie entscheide ich mich zwischen Biografie und Roman? Geht unverfälschte Authentizität vor geplotteter Spannungssteigerung und abschließender Pointe? Oder sollte ich mich doch – entgegen der Meinung meiner Freundin- an einer Mischform versuchen?
    Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir mit Ihrem Rat einen Impuls für eine fokussierte Weiterentwicklung meines Projekts geben würden.
    Besten Dank im Voraus und viele Grüße –
    N. L. aka Fritz Bucher

    1. Die Schreibtrainerin

      Hallo Herr Bucher,

      eine Freundin von Ihnen interessiert sich natürlich vor allem für Ihr Erleben als kleiner Junge. Und weniger für die fiktionalen Anteile. Deshalb kann ich die Reaktion Ihrer Freundin gut nachvollziehen. Und da stellt sich die Frage, ob Sie in erster Linie für Ihr eigenes soziales Umfeld schreiben möchten oder für Personen, die Sie nicht kennen (und nicht wissen, was real ist und was nicht).

      Für Ihre Fragestellung habe ich erst vor kurzem einen eigenen Blogbeitrag geschrieben, denn die Frage, ob Biografie oder Roman, stellen sich viele:

      https://www.die-schreibtrainerin.de/biografie-schreiben-oder-einen-roman/

      Es ist auf jeden Fall der schwierigere Weg, als erstes Werk eine Mischung aus Biografie und Roman zu schreiben. Ich würde Ihnen empfehlen, als Erstlingswerk einen Roman zu schreiben, also rein fiktional – das ist schon schwer genug. Wenn Sie dann mehr Übung haben im Schreiben von längeren Werken, ist es noch früh genug, die schwierigeren Projekte in Angriff zu nehmen.

      Viel Freude am Schreiben wünsche ich Ihnen!
      Anette Huesmann

  6. Liebe Frau Huesmann,

    ich war bereits in einem ihrer Workshops zum “Thema Kinderbuch schreiben” vor rund 5 Jahren. Vielen Dank noch einmal für die spannenden Tage in Heidelberg. Bislang war meine Motivation/der Reiz, aber auch die Zeit (die ich mir nicht genommen habe ;)) stets zu gering, um ins Tun zu kommen.
    Schon seit längerem wird aber nun die Idee bzw. der Wunsch, einen Roman zu schreiben, immer präsenter und nun sitze ich über meinen ersten Brainstormings, Figurenbeschreibungen etc. und ertappe mich schon wieder mit meinen mich selbst kleinmachenden Gedanken wie zB. “Die Idee/die Wendungen ist/sind nicht gut genug”. Daher nun meine Frage: Wie NEU muss eine Idee sein? Lohnt es sich, die Seiten nur dann weiterzuschreiten, wenn etwas komplett Neues erzählt wird?

    Ich würde mich sehr über Ihre Rückmeldung und Meinung freuen!
    Herzliche Grüße
    Raphaela L.

    1. Die Schreibtrainerin

      Liebe Raphaela,

      Geschichten sind so alt wie die Menschheit und es gibt fast nichts, was es so oder so ähnlich als Geschichte oder Idee nicht schon mal gab. Es ist nicht die Idee, die eine Geschichte zu etwas Besonderem macht. Sondern die eigene Kreativität, die eigenen Planungen, der eigene Schreibstil, die eigene Emotionalität – kurz: Es kommt vor allem darauf an, was wir daraus machen. Niemand wird eine Geschichte genauso erzählen wie Sie, selbst wenn die Idee ähnlich ist. Klar gibt es auch dafür Grenzen. Wenn ein Roman mehr oder minder einen Bestsellers kopiert, dann sollte man das lieber lassen. Man sollte mit der eigenen Idee niemals zu nah an bekannten Geschichten dran bleiben. Aber wenn nur die erste Grundidee eine gewisse Ähnlichkeit aufweist und ansonsten machen Sie etwas ganz eigenes daraus, eine ganz eigene, unverwechselbare Geschichte – dann haben Sie ein eigenes Werk erschaffen. Und darauf kommt es an.

      Viel Spaß und viel Erfolg!
      Anette Huesmann

  7. Ich hätte eine Frage, die mir unter den Nägeln brennt.
    Mir schwirrt im Kopf bereits meine Geschichte herum und ich kann sie mir auch bildlich vorstellen, nur wie schreibt man Beginn und Spannung bei einem Grusel/Liebes Roman?
    Das ganze dreht sich um eine Western/Geisterstadt.
    Ebenso Titel wie Silverado darf man ja nicht nehmen, muss ein Titel ein Teil der Handlung sein?
    Vielen lieben Dank

    1. Die Schreibtrainerin

      Hallo Alex,

      einen gute Spannungsbogen erreicht man nur, wenn man vor dem Schreiben plotten. Dann wird auch schnell klar, was ein guter Einstieg für die Geschichte wäre. Der Titel sollte schon im weitesten Sinne irgendwas mit der Geschichte zu tun haben, aber da ist viel Spielraum für die Phantasie.

      Viel Erfolg
      Anette Huesmann

  8. Hallo Frau Huessman,

    Ich schreibe gerade an einem Buch, doch ich bin erst bei der 65. Seite, und man weiß schon, wer der Verräter ist, und was das Problem ist. Könnten sie mir einen Tipp geben, wie ich dies z.B erst bei der 100. Seite verraten könnte?
    LG

    1. Die Schreibtrainerin

      Hallo Tea,

      ich würde Ihnen empfehlen, vor dem Schreiben zu Plotten, das heißt, dass Sie sich vor dem Schreiben die komplette Geschichte ausdenken. Dann ist es leichter, “falsche Fährten” einzubauen und den Verdacht auf andere Figuren zu lenken. So können Sie die Spannung über mehrere hundert Seiten aufrecht erhalten.

      Viel Erfolg!
      Anette Huesmann

  9. Hallo,
    ich bin 15 Jahre alt und wollte schon von klein an Autorin werden, nur leider bin ich nicht wirklich begabt darin eine Spannung aufzubauen. Bei mir ziehen sich die Geschichten immer endlos hin. Jetzt im Moment habe ich wieder eine Idee für eine Geschichte, deshalb bin ich auch auf Ihre Seite gestoßen um eine möglichst spannende Handlung zu erschaffen.
    Ich hoffe es wird etwas, danke für die vielen Tipps!

  10. Hallo,
    ich bin erst 12, aber schreibe sehr viel. Ich habe die Ideen und kann auch gut schreiben nur kann ich es nicht in die Länge ziehen. Meine Geschichten enden immer als kurze (max. 5 A4 Seiten) Geschichten und ich habe sehr viel probiert. Und dazu kommt noch, dass ich immer neue Ideen habe, die aber nicht in meine Geschichte passen. Also fange ich immer neue Geschichten an und vergesse die Alten. Wie kann ich mich auf eine Geschichte konzentrieren und wie kann ich die Geschichte in die Länge ziehen um vielleicht ein Buch daraus zu machen?
    LG

    1. Die Schreibtrainerin

      Liebe Alina,

      du machst es vermutlich deinen Figuren zu leicht ;-) Wenn deine Geschichten nur 4 Seiten haben, dann würde ich vermuten, dass deine Figuren ihre Probleme oder Aufgaben nach relativ kurzer Zeit gelöst haben. Um bei längeren Geschichten immer mehr Spannung aufzubauen, sollte man dafür sorgen, dass die Figuren zwar versuchen, ihre Probleme zu lösen – aber sie schaffen es nicht! Und dadurch werden die Geschichten länger, weil die Figuren immer neue Versuche unternehmen.

      Um dich auf eine Geschichte zu konzentrieren, würde ich dir empfehlen: Suche dir die Geschichte raus, die du am besten / aufregendsten / interessantesten findest. Dann schreibe an dieser einen Geschichte weiter und sorge dafür, dass die Figur vor immer neuen Herausforderungen steht – dann werden die Geschichten auch länger.

      Viele Spaß beim Schreiben wünscht
      Anette Huesmann

  11. Hallo,
    Habe mal eine Frage als ich anfing zu zeichnen kam mir eine Geschichte in den Kopf die mich nicht mehr los lässt ehe ich sie zu Papier gebracht habe nun schreibe ich daran und es macht sehr viel Spaß. Aber ich bin mir etwas unsicher, da ich 2 Protagonisten habe die jedoch an je einem anderen Ort leben und deshalb immer zwischen beiden hin und her wechsle da das Problem in meiner Geschichte mit beiden Orten (Wald und Stadt/Land) zu tun hat und ich von beiden Perspektiven erzähle während meine Protagonistin in der ich-form erzählt, erzählt sie jedoch auch die Geschehnisse des anderen Protagonisten in erzählerform und da kommt meine Frage ins spiel: kann man das so machen oder sollte ich mich komplett auf einen festen Erzähler ohne ich-form einstellen und die Geschichte nochmal überarbeiten?
    Lg Soulheart

    1. Die Schreibtrainerin

      Hallo,

      ja, das ist eine schwierige Konstellation – ich denke schon, dass es durch einen Wechsel der Erzählperspektive leichter wäre, diese Geschichte zu schreiben.

      Viel Erfolg!
      Anette Huesmann

  12. Hallo. Ich bin noch nicht ganz duch mit den Tipps, habea das aber auf jeden Fall vor. Ich wollte fragen was genau der spezifische unterschied zwischen der 2. und der 3. Dimension ist… Irgendwie komme ich da nicht so richtig drauf…
    Danke :)

    1. Die Schreibtrainerin

      Hallo Maggy,

      bei der Figurenentwicklung berücksichtigt man drei Dimensionen: das Aussehen (1. Dimension), den Charakter (2. Dimension) und das soziale Umfeld (3. Dimension). Der Unterschied der 2. und 3. Dimension ist der Unterschied zwischen Innen und Außen – die Psyche macht das Innere der Figur aus (was für einen Charakter hat sie, wovor fürchtet sie sich, welche Ziele hat sie) und das soziale Umfeld das Äußere (wie ist die Familie, welche Freund*innen hat sie, welchen Beruf). Natürlich hängt die Psyche einer Figur und ihr soziales Umfeld eng zusammen, aber man kann schon beides beschreiben bzw. für eine Figur entwickeln. Die Dimensionen sollen nur eine Art Spickzettel sein, sie geben mir sozusagen Tipps, worauf ich bei der Figurenentwicklung achten muss, damit ich nichts vergesse.

      Viel Erfolg!
      Anette Huesmann

  13. Guten Abend!

    Ich hab schon immer den Wunsch ein Buch zu schreiben. Hatte auch mal angefangen, dann jedoch mittendrin aufgehört. Das ist jetzt bestimmt schon 10 Jahre her.
    Nun sitze ich bei einem Glas Wein vor meinem IPad – das Baby und der Mann schlafen und ich dachte mir ich such jetzt was inspirierendes. Damit ich mich trau, anzufangen.
    Keine Ahnung, welches Genre. Früher dachte ich Krimi, Thriller, Horror. Heute, da ich meinem Sohn gerne eine tolle Geschichte vorlesen würde, wenn er mal alt genug ist, da denk ich an Kindergeschichten.

    Wie kann ich herausfinden, welches Genre passt? Ausprobieren ist zwar eine Idee, aber kann ich das Buch in Gedanken quasi skizzieren und dann wird das was???

    Ich wäre so gern veröffentlicht:)

    1. Die Schreibtrainerin

      Liebe Pegi,

      es ist kein entweder / oder – Sie können sowohl eine Kindergeschichte schreiben als auch einen Krimi. Wenn heute eine Kindergeschichte gut für Sie passt, um sie Ihrem Sohn vorzulesen, dann schreiben Sie heute eine Kindergeschichte. Und wenn diese fertig ist, können Sie im Anschluss einen Krimi schreiben. Viele große Autor*innen schreiben beides – Kindergeschichten und Krimis. Oder Sie schreiben Krimis für ältere Kinder ;-) Alles ist möglich.

      Viel Spaß!
      Anette Huesmann

  14. Hallo!
    ich schreibe seit ich klein bin sehr gerne Geschichten aber mir fehlt eines: Geduld. Würde mir jemand sagen ich soll eine 10 Seiten lange Geschichte schreiben würde ich das im nu für ihn machen, aber da sich die meisten Bücher nicht auf eine so kurze dauer pressen lassen, und ich von kurzgeschichten nichts halte, Frage ich sie was können sie mir raten das ich mehr Geduld bei meinen Geschichten auftreiben kann?
    Denn mit der zeit verliere ich das Interesse an der Geschichte und ich finde sie langweilig und mag sie nicht, und weigere mich sie weiterzuschreiben. Können sie mir Tipps geben wie ich dieses Geduldsproblem lösen kann?

    PS: Der Beitrag hat mir sehr geholfen!

    1. Die Schreibtrainerin

      Hallo Malena,

      Sie könnten einen Roman als Sammlung von Kurzgeschichten sehen – jedes Kapitel ist eine Kurzgeschichte, in der immer die gleichen Figuren vorkommen. Manchmal hilft so ein kleiner Trick ;-)

      Viel Freude am Schreiben
      Anette Huesmann

      1. Guten Abend,
        ich schreibe gerade an einem Roman, der teilweise im Deutschland der 50er spielt. Hier werden tatsächliche Ereignisse und Namen genannt, z.B. die Fußball WM 1954 etc. Muss ich beim Nennung von Namen (Sportler, Schauspieler, Ereignisse, etc.) etwas aus rechtlicher Sicht beachten?
        Vielen Dank für Ihre Tipps
        Herzliche Grüße
        Franz

      2. Die Schreibtrainerin

        Hallo Franz,

        ich darf natürlich keine Rechtsauskunft geben und das kann ich auch nicht. Aber soweit ich weiß – nur meine Meinung – ist es nicht kritisch, die Fakten so zu benennen, wie sie sind. Das heißt, es ist kein Problem, Namen von Sportler*innen oder Schauspieler*innen oder Ereignissen zu benennen, solange alles den Tatsachen bespricht. Nur wenn man von der Realität abweicht und z.B. einem bestimmten Sportler etwas andichtet, was dieser nie getan hat – dann wird es kritisch. Aber zur Sicherheit sollten Sie eine*n Anwält*in fragen, die sich auf Medienrecht und Urheberrecht spezialisiert hat – dann sind Sie auf der sicheren Seite.

        Viel Erfolg!
        Anette Huesmann

  15. Hallo,
    ich schreibe gerade ein Buch, über jemanden, der in einem Film mitspielt. Die Ereignisse, die im Film passieren, werden dann Wirklichkeit (so fühlt es sich zumindest für die Person an). Ich beschreibe auch den Film (so, als ob es eine eigene Geschichte wäre, aus der Sicht der Hauptperson des Films). Aber ich bin mit der Handlung des Films nicht ganz zufrieden. Ich verliere allmählich das “Interesse” an dem Film, das heißt, ich habe keine Lust ihn weiter auszuschmücken, etc… Dadurch wird er immer langweiliger. Ich habe keine Ahnung, wie ich es hinbekommen soll, dass er interessanter wirkt. Haben Sie da eine Idee?
    Außerdem habe ich das Gefühl, das ich irgendetwas bei der Planung vergessen habe. Irgendein Ereignis am Ende der Geschichte, das nocheinmal etwas Spannung aufbaut. Haben Sie da einen Tipp?

    LG

    1. Die Schreibtrainerin

      Hallo Mary Do,

      Sie könnten versuchen, den Film als eigenständiges Kunstwerk zu sehen – etwas, das Sie später an Hollywood verkaufen. Vielleicht beflügelt das die Phantasie ;-)

      Wenn mir die Ideen fehlen für eine wichtige Wendung / ein Ereignis, dann mache ich ein ganz klassisches Brainstorming: Was wäre das Unwahrscheinlichste (= das Überraschendste für die Leser*innen), was an dieser Stelle passieren können. Bei so einem Brainstorming kann man sich die verrücktesten Dinge einfallen lassen :-D Und oft ist am Ende etwas dabei, dass dann richtig gut passt.

      Viel Erfolg!
      Anette Huesmann

  16. Ich habe Ihre Beiträge mit großem Interesse gelesen. Vielen Dank für die unzähligen guten Tipps und Anregungen.
    Ich möchte die bewegende Geschichte eines guten Freundes zu Papier bringen. Sie haben mir Mut gemacht, diese Geschichte aus der Perspektive der Hauptfigur zu schreiben. Sollte/ Kann ich dabei den echten Namen der Figuren verwenden oder sollte ich ihnen erdachte Namen geben?

    1. Die Schreibtrainerin

      Hallo Frau Pfennig,

      wenn Sie die echten Namen verwenden, dann könnte es Probleme geben mit dem Persönlichkeitsrecht: Wenn Sie etwas über eine andere Person schreiben und veröffentlichen, das diese Person nicht über sich lesen möchte bzw. als unwahr empfindet, dann kann diese Person die Auslieferung bzw. den Verkauf des Buches verhindern. Das gilt übrigens auch dann, wenn Sie erdachte Namen verwenden, aber die Person von denen erkannt werden könnte, die sie persönlich kennen.

      Viel Erfolg!
      Anette Huesmann

  17. Hallo
    Vorab danki für die Tipps die haben mir schon weitergeholfen.
    Ich möchte seit längerem ein Buch schreiben und bin auch schon dabei Ideen Handlingen Geschehnisse und weiteres aufzuschreiben ich hab an sich viele Ideen und frage mich jetzt nur wie ich die Lücken füllen kann also ich hab halt für den Anfang fürs Ende und die Mitte Ideen und diese schmal aufgeschrieben nur das zusammenknüpfen ist schwieriger.
    Auserden ist es schlimm das ich schon ein Namen für das Buch habe und selbst selbst ein selbst gemaltes Cover entworfen habe? Ich hoffe das sie mir vielleicht 1-2 Tipps geben können und ich sie jetzt nicht um ihre Zeit bringe.

    1. Dazu kommt auch noch das ich nicht möchte das so viel Klischeehaftes passiert da es ja auch nicht ein Buch wie jedes andere werden soll. Das ist eines der Dinge überdies ich mir auch Gedanken mache.

      1. Die Schreibtrainerin

        Hallo Frau Bessler,

        Klischees vermeidet man, indem man sie bricht. Man sollte sich also überlegen, was ein Klischee sein könnte und es dann bewusst anders machen.

        Viel Erfolg!
        Anette Huesmann

    2. Die Schreibtrainerin

      Hallo Frau Bessler,

      die Lücken können Sie mit weiteren Ideen füllen – da muss man sich dann immer etwas Neues ausdenken. Sie sollten Ihrem Projekt auf jeden Fall einen Titel (=Namen) geben, aber auf keinen Fall ein Cover. Das Gestalten des Covers sollte man den Profis überlassen, also ausgebildeten Grafiker*innen.

      Viel Erfolg!
      Anette Huesmann

  18. Guten Morgen Frau Huselmann,
    vielen Dank für die vielen guten und hilfreichen Tipps! Ich habe ein eher ungewöhnliches Problem, das mir in den anderen Kommentaren nicht begegnet ist und hoffe, dass Sie mir trotzdem helfen können: Ich schreibe unheimlich gerne, Gedichte, kurze Geschichten und Szenen. Für ein ganzes Buch fehlt mir aber schlicht die Idee zur Handlung. Die brauche ich aber ja, um sie hinterher auch ausformulieren und spannend aufschreiben zu können.
    Bin ich einfach nicht geeignet, ein Buch zu schreiben? Gibt es Tipps, um auf erste Ideen zu kommen?
    Vielen Dank für Ihre Hilfe,
    Isabel

    1. Die Schreibtrainerin

      Hallo Isabel,

      es gibt nur einen Weg, um herauszufinden, ob Sie dafür geeignet sind, ein Buch zu schreiben: Sie probieren es aus. Da es sehr viel Spaß macht, ein Buch zu schreiben, lohnt sich auf jeden Fall ein Versuch. Wie man erste und vor allem gute Ideen findet, das können Sie hier in meinem Blogbeitrag nachlesen: Wie man gute Romanideen findet.

      Viel Freude wünsche ich Ihnen bei der Ideensuche!
      Anette Huesmann

    2. Andrea Naskov-Hochwarter

      Hallo,
      Seit einiger Zeit habe ich das Verlangen meine Geschichte auf Papier zu bringen. Es handelt hauptsächlich von meinem Leben und von der Beziehung zu meinen Eltern. Hier spielt auch das Leben bzw. Ein Lebensabachnitt meines Vaters eine wichtige Rolle. Ich habe aber Angst vor der Verletzung des Persönlichkeitsrechts. Wenn ich aus meiner Perspektive schreibe, weiss man ja dass es sich um meinen Vater handelt. Auch wenn ich den Namen ändere. Wie kann ich hier vorgehen? Ihn fragen ist ausgeschlossen.

      1. Die Schreibtrainerin

        Hallo Frau Naskov-Hochwarter,

        da sollten Sie am besten vorher eine Anwältin / einen Anwalt fragen, die / der auf Persönlichkeitsrecht oder Medienrecht spezialisiert ist. Es gibt einige, die sich genau mit diesen Fällen befassen, denn das ist nicht nur bei Büchern, sondern auch bei Filmen ein wichtiges Thema.

        Alles Gute wünsche ich Ihnen
        Anette Huesmann

  19. Vielen Dank für die guten Tipps. Ich hege seit langem den Traum einen Roman zu schreiben und habe auch unzählige Ideen in meinem Kopf. Nur finde ich kaum Zeit, mich hinzusetzen und einfach anzufangen. Haben Sie Tipps, wie ich es schaffe, trotz Studium, Prüfungsstress und vielem anderen, an einem Roman zu arbeiten? Ist es überhaupt möglich, so ganz “nebenbei” ein Buch zu schreiben?

    1. Die Schreibtrainerin

      Hallo Frau Wallenberger,

      die meisten Romane werden “nebenbei” geschrieben – denn die meisten Autor*innen schreiben nicht hauptberuflich, sondern nebenberuflich. Um das hinzukriegen, funktionieren am besten feste Schreibzeiten. Das heißt, Sie wählen die Stunden, die gut in Ihren persönlichen Alltag passen: immer Freitagabend von 18.00 bis 22.00 Uhr oder jeden Morgen von 7.00 bis 8.00 Uhr oder immer Samstagvormittag und Sonntagvormittag. Sie sollten ein bestimmtes Zeitfenster als feste Schreibzeit wählen und so oft wie möglich die Schreibzeit einhalten – egal ob Sie müde sind, keine Lust haben oder lieber schlafen möchten. Haben Sie mehrere Schreibzeiten pro Woche, dann kommen Sie schneller voran, haben Sie nur eine Schreibzeit pro Woche, geht es langsamer voran. Aber in jedem Fall kommen Sie voran. Übrigens haben auch viele große Schriftsteller*innen so gearbeitet und trotz Arbeit “nebenbei” Romane geschrieben.

      Viel Erfolg wünsche ich Ihnen
      Anette Huesmann

  20. Ach so, noch etwas: Kann ich meine Kapitel/ Geschichte aich an mehrere Verlage gleichzeitig schicken und dann gucken, wer absagt und zusagt (wie man das auch immer macht) und anschließend eintscheiden, welchen Verlag mein Buch verkaufen darf?
    Und man schickt ja nur das Manuskript zum Verlag, und wenn der das Manuskript annimmt, wie entsteht daraus ein Buch mit Cover, Klapptext und Co.? Muss man Geld dafür bezahlen? Wenn ja, wie teuer ist so etwas? Muss ich den Klapptext selber entwerfen? Und das Cover auch?
    Ich hoffe, sie haben Geduld für diese vielen Fragen! Entschuldige und liebe Grüße, Sarah ;)

      1. Hallo, ich habe folgende Frage.
        Sie haben gesagt keines der Ereignisse darf zu viel sein. Was ist nun aber wenn man am Anfang ein Ereignis beschreibt zu dem die darauffolgenden Geschichte hin führt? Dieses Ereignis führt ja kein anderes Ereignis ein ist das dann schlecht?

      2. Die Schreibtrainerin

        Hallo Vivien,

        nein, das passt auch gut. Denn das am Anfang geschilderte Ergebnis gehört ja in diesem Fall zwingend zur Geschichte dazu, weil es das Ende der Geschichte ist – und nur am Anfang kurz als Vorgeschmack auf das, was noch kommt, geschildert.

        Viel Erfolg
        Anette Huesmann

  21. Guten Tag Frau Huesmann,
    erst einmal vielen Dank für ihren Beitrag!
    Da sie selbst Autorin sind- wie hat das angefangen, dass sie irgendwann Erfolg hatten? Wie schickt man fertige Bücher zu einem Verlag? Und zu welchem? Und schickt man die komplette, fertige Geschichte oder nur wenige Kapitel? Wenn alle Verläge die Geschichte nicht annehmen.- kann man dann auch alleine, sprich ohne Verlag ein Buch herausbringen? Wenn ja, wie? Und wird es dann trotzdem in die Buchhandlungen kommen? Ich möchte mein erstes Buch schreiben und habe dort fast alles fertig- es wird quasi ein Tier- Roman. Ich habe viel im Internet geguckt, aber dem darf man auch nicht alles glauben :). Deswegen dachte ich mir, dass Rat von einer Autorin doch bessser sei. Ich bin selbst unter 16 Jahre alt und könnte Tipps gut gebrauchen.
    Danke schonmal im Voraus und Entschuldigung für die vielen Fragen!

  22. Eine sehr gute Zusammenfassung, um ein spannendes Buch zu schreiben.

    Es fehlt der Teil mit der Schreibroutine. Jemand, der ein Buch schreiben will, muss unbedingt eine Schreibroutine entwickeln – im Idealfall schreibt man täglich mindestens eine Seite für sein Buch. Das ist deshalb wichtig, weil diejenigen, die unregelmäßig schreiben, irgendwann das Schreiben ganz aufgeben – dieses Problem haben vor allem Einsteiger-Autoren.

  23. Liebe Frau Huesmann,
    Auch von mir erstmal danke für diese guten Tipps. Sie haben mir damit wirklich sehr geholfen.
    Trotzdem habe ich noch etliche Probleme meine Buchidee umzusetzen. Das ist mein erstes Buch und ich hatte Anfangs das Problem, dass ich direkt losgeschrieben habe. Aber ich hatte ständig Schreibblockaden und hatte immer viele Stellen, an denen ich noch kein “großes Ereignis” beschreiben wollte, aber auch nicht wusste, was ich ansonsten schreiben sollte. Ich weiß nicht, ob das an meiner mangelnden Planung lag, obwohl ich die Geschichte eigentlich komplett im Kopf hatte. Jetzt habe ich mich mit ihrer und einigen anderen Websites besser informiert.
    Aber ich habe nun immernoch das Problem, dass ich keine “Lückenfüller” finden kann, die nichts extrem Wichtiges beinhalten, aber die Handlung auch nicht zum Stocken bringen.
    Sollte man vor dem Schreiben erst die einzelnen Punkte des ganzen Buches planen oder gibt es dafür eine andere Lösung?
    Vielleicht können sie mir weiter helfen?
    Danke schonmal im Voraus
    Mit freundlichen Grüßen
    Maria

    1. Die Schreibtrainerin

      Liebe Maria,

      viele planen vor dem Schreiben jede Szene der Geschichte – das ist eine Möglichkeit, wie man schon frühzeitig einen Überblick über die ganze Geschichte bekommt. Andere planen eine Geschichte während sie bereits daran schreiben, auf diese Weise sind sie mit der Planung immer zwei oder Schritte weiter als mit dem Schreiben. Doch egal, welche der beiden Methoden man wählt, eine Geschichte sollte niemals Lückenfüller enthalten. Vielleicht ist Ihre Buchidee ja keine Buchidee, sondern die Idee für eine tolle Kurzgeschichte? Es gibt Geschichten, die füllen keine 300 Seiten. Deshalb sind sie nicht schlechter, sondern einfach nur kürzer.

      Viel Freude am Schreiben wünsche ich Ihnen
      Anette Huesmann

  24. Liebe Frau Huesmann,
    erstmal Danke für diesen Blog und die vielen Tipps, die mir sehr gut weitergeholfen haben.
    Ich bin 43 Jahre alt und versuche gefühlt zum 1000 Mal ein Buch/Roman zu schreiben. :)
    Mein Problem besteht darin, daß ich immer nur den ersten Kapitel aufschreibe und diesen anschließend immer wieder versuche zu verbessern, weshalb ich nie weiter komme.
    Erst sind es nur einzelne Sätze, die ich umformulliere, dann ganze Abschnitte, bis ich den ganzen Kapitel streiche und wieder von vorne Anfange.
    Selbst wenn ich der Meinung bin, daß endlich alles “sitzt”, finde ich beim durchlesen immer noch irgendetwas, was mir nicht gefällt, und fange wieder an zu “verbessern”.
    Wenn ich mir das Aufgeschriebene nicht durchlese, sondern einfach nur weiterschreibe, befürchte ich, daß ich später versehentlich Details einbinde, die mit denen am Anfang nicht übereinstimmen.
    Wie kann ich das Problem lösen?

    1. Die Schreibtrainerin

      Hallo Martina,

      Sie können sich das ähnlich vorstellen, als wenn Sie sich vorgenommen hätten, einen Kuchen zu backen. Im ersten Arbeitsschritt sieben Sie das Mehl. Doch Sie sind mit dem Ergebnis nicht zufrieden und werfen das gesiebte Mehl weg. Dann beginnen Sie erneut damit, das Mehl zu sieben – und werfen es im Anschluss wieder weg. Auf diese Weise wird es nie einen Kuchen geben. Das Bedauerliche ist, dass Sie auf diesem Weg auch nichts lernen. Denn Sie üben immer nur das Sieben des Mehls und können nie die folgenden Arbeitsschritte lernen und üben. In diesem Fall wäre mein Rat: Mit den Unzulänglichkeiten leben. Erst mal weitermachen mit dem nicht perfekt gesiebten Mehl. Den Kuchen fertig backen, sich daran freuen (auch wenn er noch nicht perfekt geraten ist) und dann einen neuen Kuchen backen. So kommen Sie allmählich voran, können dazu lernen, besser werden – bis eines Tages der perfekte Kuchen vor Ihnen steht.

      In diesem Sinne würde ich Ihnen raten: Nicht löschen, sondern weiterschreiben. Nur so kommen Sie voran und können allmählich besser werden. Und im Gegensatz zu einem Kuchen kann man bei einem Roman eine erste Fassung erstellen, die man dann immer weiter perfektionieren kann ;-)

      Viel Freude am Schreiben wünsche ich Ihnen
      Anette Huesmann

  25. Liebe Frau Huesmann,
    zuerst einmal vielen Dank, für ihren wirklich sehr hilfreichen und interessanten Blog.

    Ich bin schon seit einiger Zeit dabei, an dem Plot für mein Buch zu arbeiten. Die Handlung habe ich schon fertig aufgebaut. Unsicher bin ich mir allerdings noch, ob ich aus einer Perspektive (also der Perspektive der Hauptfigur) erzählen soll oder aus mehreren Perspektiven.

    Hätten sie vielleicht einen Tipp, wann das erzählen aus mehreren Perspektiven zuträglich ist, oder wann man es lieber bei einer Perspektive lassen sollte?

    Schon einmal danke im Voraus für ihre Antwort… : )

    1. Die Schreibtrainerin

      Liebe Louisa,

      das hängt davon ab, was Sie in der Geschichte alles erzählen möchten. Wird eine Geschichte nur aus der Perspektive der Hauptfigur erzählt, dann können Sie nur Szenen schildern, bei denen die Hauptfigur anwesend ist. Denn es wird ja nur aus ihrer Sicht erzählt und damit ist man beschränkt auf die Dinge, die die Hauptfigur selber miterlebt. Alles andere muss sie dann erzählt bekommen oder irgendwie “erfahren”. In diesem Fall ist man auch auf die Innensicht der Hauptfigur beschränkt, kann also nur erzählen, wie die Hauptfigur das empfindet und was sie darüber denkt.

      Erzählt man dagegen eine Geschichte aus der Perspektive mehrerer Figuren, dann kann man mehr Facetten einer Geschichte erzählen. Man kann auch Szenen schildern, an denen die Hauptfigur nicht beteiligt ist. Und man kann die Sichtweise anderer Figuren schildern, wie es ihnen damit geht und was sie darüber denken. Manche Geschichten müssen multiperspektivisch erzählt werden, weil sie sonst nicht funktionieren.

      Viel Erfolg!
      Anette Huesmann

  26. Hallo,
    ich würde meine Geschichte gerne schreiben lassen Haben Sie Tipps?
    Es geht um sexuelle Gewalt in der Kindheit, die Auswirkungen aufs Erwachsenenleben und darum zu verarbeiten.

    Herzliche Grüße
    Anonymous

  27. Sehr coole Tipps! Besonders “Show, don’t tell” finde ich für gelungenes Storytelling enorm wichtig.

    Auch deine Ausführungen zur Struktur finde ich sehr gelungen! Am Plot knabbere ich immer wieder etwas.

    Als ich vor einiger Zeit – vermutlich hat das jeder schon mal erlebt – eine Schreibblockade hatte, habe ich mich mit der Frage beschäftigt, ob es nicht typische Plots gibt, die ich quasi als Vorlage verwenden könnte, um gedanklich selber wieder in Gang zu kommen.

    Daraus hat sich ein (wie ich finde) ebenfalls cooler Artikel über Geschichten schreiben nach Plot-Vorlagen entwickelt, den ich hier gerne mit beisteuere, in der Hoffnung, damit vielleicht jemandem helfen zu können, der auch gerade den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht :)

    Was ist dein Tipp bei Planlosigkeit beim Storydesign?

    Liebe Grüße und “Tolle Arbeit”!

    Holger Theymann

    1. Hallo Holger,

      danke dir für die Rückmeldung. Ich hatte mich schon vor einigen Jahren mit derselben Frage beschäftigt – und bin beim gleichen Werkzeug gelandet wie du: Die 20 Masterplots von Ronald B. Tobias – siehe mein Artikel “20 Masterplots – ein Lehrbuch für AutorInnen“.

      Masterplots sind eine gute Möglichkeit, der eigenen Geschichte mehr Tiefe zu geben.

      Viele Grüße
      Anette

  28. Auch mich reizt es ein Buch zu schreiben. Ich habe einige Ideen wie die Geschichten beginnen. Nur ein Ende zu finden habe ich meist ein Problem, weswegen ich zögere. Gibt es hier Tipps :)

    1. Die Schreibtrainerin

      Hallo Josef,

      wenn man anfängt mit dem Schreiben, ist es leichter, das Projekt zu einem guten Ende zu bringen, wenn man die Geschichte inklusive Ende in groben Zügen durchplant. Sonst ist das Risiko sehr groß, dass man mitten drin hängen bleibt, weil man sich in eine Sackgasse geschrieben hat. Wenn man auf der Suche nach einer guten Idee für das Ende ist (und so überhaupt keinen vernünftigen Einfall hat), hilft es oft, ganz spielerisch an die Sache dranzugehen. Zum Beispiel mit Tarotkarten, weil diese Abbildungen haben, die sich interpretieren lassen. Zieht man zum Beispiel den Tod, kann man sich fragen, was wäre, wenn die Hauptfigur am Ende stirbt – oder ihr Hund stirbt – oder die Nachbarin stirbt? Und so weiter. Auf diese Weise kann man sich ganz spielerisch ein paar Möglichkeiten erarbeiten. Die lässt man dann ein paar Tage / Wochen liegen und wenn man später mit neuen Augen draufkuckt, merkt man oft schnell, welche der vielen Möglichkeiten meine Phantasie am besten ankurbelt bzw. welche ich am spannendsten finde. Natürlich kann man auch jede andere Form der Ideenfindung nutzen, z.B. das Ende von Fernsehfilmen, den Polizeibericht oder Würfel mit Symbolen.

      Viel Spaß!
      Anette Huesmann

  29. Liebe Frau Huesmann,
    Ich bin 14 Jahre alt und habe bereits einen Roman angefangen, der rund 30.000 Wörter bis jetzt umfasst. Leider habe ich beim Lesen festgestellt, dass die Protagonistin sich an vielen Stellen sehr unterschiedlich verhält, viel zu viel passiert, das nichts mit dem Hauptplot zu tun hat und für den Leser einfach zu verwirrend geschrieben ist. Außerdem hat die Protagonistin so viele Probleme, die es zu lösen gibt, dass der Roman viele tausend Seiten lang werden müsste, um auch die Geschichten der Nebenfiguren zu behandeln und alle Probleme zu lösen. Da es mir nicht so erscheint, als könnte ich das durch Überarbeiten zu einem sinnvollen Roman machen, habe ich entschieden, das so zu lassen und dafür einen neuen Roman anzufangen mithilfe Ihrer Tipps. Dennoch habe ich Angst, dass mir dieselben Fehler unterlaufen werden und am Ende nichts mehr richtig Sinn ergibt. Hätten Sie Vorschläge für mich, wie ich meinen Roman übersichtlicher gestalten könnte und nicht während des Schreibens vom Thema abschweife, damit dieser Roman besser wird?
    Mit freundlichen Grüßen
    Alicia

    1. Die Schreibtrainerin

      Liebe Alicia,

      Sie haben es schon selber gesagt, was Sie tun sollten: nicht abschweifen :-) Ich würde Ihnen empfehlen, schon bei der Planung darauf zu achten, dass Sie nur Szenen einplanen, die wirklich zur Geschichte gehören. Und beim Schreiben ist es noch wichtiger, nur Dinge zu erzählen, die wirklich dazu gehören. Wenn einem das beim Schreiben nicht gelingt, dann sollte man spätestens beim Überarbeiten darauf achten und dann alles streichen, was nicht wirklich dazu gehört. Auf diese Weise könnten Sie auch Ihren Romananfang überarbeiten und dann sehen, was noch geblieben ist.

      Viel Spaß beim Schreiben!
      Anette Huesmann

  30. Hallo,
    Ich möchte nun schon sehr lange ein Buch schreiben. Ich sammle nur immer zu viele Ideen und kann mich nicht entscheiden was in die Geschichte passt und was ich eher weglassen sollte.
    Deshalb habe ich mich erst einmal an Kurzgeschichten ausprobiert um ein Gefühl dafür zu bekommen. Allerdings bin ich noch genauso Planlos wie davor.
    Meine Motivation hält sich dadurch in Grenzen, weil ich einfach nicht weiß wie ich weitermachen soll.
    Hätten Sie vielelicht einen Tipp für mich?
    LG Anna

    1. Die Schreibtrainerin

      Hallo Anna,

      in der Tat, das ist eines der schwierigsten Dinge beim Schreiben. Theoretisch könnte man eine Menge schreiben, aber praktisch muss man sich entscheiden, was man weglässt und was man beschreibt. Erst, wenn man diese Entscheidungen für sein Projekt getroffen hat, kann man loslegen oder weiterschreiben. Um herauszufinden, was man schreibt und was nicht, ist der Hauptkonflikt in einem Satz das wichtigste Hilfsmittel. Diesen Satz muss man für seine Geschichte finden (ist oben beschrieben, wie man den findet). Dieser Satz gibt den roten Faden vor für die Geschichte: Die Ereignisse, die dazu dienen, diesen Satz mit Leben zu füllen, die schildert man, alles andere lässt man weg.

      Viel Erfolg!
      Anette Huesmann

  31. Hallo Frau Huesmann,

    zunächst großes Lob für ihren sehr lehrreichen Blog, dem ich viele nützliche Tipps entnehmen konnte!

    Mich würde mal interessieren, wie wichtig ein “Happy End” für einen Roman ist… Ich schreibe autobiographisch über ein erlebtes Liebesdrama. Leider geht die Geschichte für den Protagonisten nicht gut aus. Könnte das enttäuschend für den Leser sein? Allerdings will ich nichts “hinzudichten” und möglichst nahe an der Realität bleiben, da ich sonst befürchte, es könnte gestellt wirken.

    Und wäre es sinnvoll den Einstieg mit dem “dramatischen Ende” zu beginnen und die Geschichte sozusagen als Rückblende aufzubauen um aufzuwickeln, wie es dazu kam?

    Ich bin nämlich derzeit noch mit dem Plot beschäftigt…
    Mich würde Ihre Meinung brennend interessieren!

    Vielen Dank im voraus und liebe Grüße,
    Sascha

    1. Die Schreibtrainerin

      Hallo Sascha,

      je eher Mainstream, desto wichtiger ist ein Happy End – je eher literarisch, desto wichtiger ist ein tragischer Schluss.

      Da Ihre Geschichte autobiografisch angelegt ist, wird es wohl eher kein Mainstream sein. In diesem Fall wäre ein tragisches Ende eher förderlich.

      Viele Romane (und auch Filme) stellen das dramatische Ende an den Anfang und erzählen die eigentliche Geschichte in einer Rückblende. Hat aber den Nachteil, dass man bereits zu Beginn verrät, dass es kein Happy End geben wird. Würde ich nur machen, wenn es der Dramatik der Geschichte keinen Abbruch tut. Denn viele Geschichten leben davon, dass ich als Leserin eben nicht weiß, wie sie enden.

      Viel Erfolg!
      Anette Huesmann

  32. Hallo Frau Huesmann,
    Ich bin 14 und versuche mich gerade an meinem ersten Buch jedoch fällt mir die Einleitung sehr schwer. Ich habe leider keinerlei Ahnung wie ich diese spannend gestalten soll. Das Buch soll von dem Amerikanischen Bandenkrieg handeln. Hätten sie eventuell einen guten Tipp?
    Viele Grüße
    Rene

    1. Die Schreibtrainerin

      Hallo Rene,

      ich würde mich nicht zu lange mit dem Einstieg aufhalten. Der darf am Anfang ruhig holperig sein, schließlich muss man sich erst “warm schreiben” und in die Geschichte reinkommen. Jetzt im Moment ist der Einstieg nur ein erster Entwurf. Am Ende, wenn das Buch fertig ist, kehrt man zum Einstieg zurück und schreibt ihn ein zweites Mal bzw. überarbeitet ihn. Dann ist man viel mehr in der Geschichte drin und kann ihn viel besser schreiben. Der Trick ist: Am Anfang den “schlechten” Einstieg einfach stehen lassen, um voran zu kommen, und dann ganz am Ende den holperigen Einstieg überarbeiten, bis er richtig gut ist.

      Viel Erfolg!
      Anette Huesmann

    1. Hey cool. Ich will auch gerade naja Versuche gerade ein Fantasy Buch zu schreiben. Ich wünsche dir viel Erfolg und vielleicht finde ich dein fertiges Werk Mal im Laden.

  33. Guten Tag Frau Huesmann
    mein Enkel hat mir empfohlen sich an sie zu wenden. Ich versuche ein Buch über Piraterie ähnliche Ereignisse im 19. Jahrhundert zu schreiben teilweise tauchen reale Personen (z. B. Queen Victoria) und teils auch Personen aus anderen Büchern/ Filmen ( z. B. Captain Jack Sparrow aus Fluch der Karibik) wie kann ich diese in meine Geschichte einfliesen lassen ohne die komplette Lebensgeschichte umzuschreiben bzw. Plagiat ohne Quellenangabe zu betreiben.

    1. Die Schreibtrainerin

      Hallo Frau Krause,

      tauchen historische Personen des öffentlichen Lebens in einem Roman auf, so erwarten die LeserInnen, dass die Eckdaten stimmen. Sie sollten also deren Lebensgeschichte keineswegs umschreiben. An Figuren aus anderen Geschichten haben deren AutorInnen die Urheberrechte, Sie würde also deren Urheberrechte verletzen, wenn diese in Ihrer Geschichte auftauchen. Es gibt zwar die sogenannte Fanfiction, aber diese bewegt sich in einem rechtlichen Graubereich.

      Viele Grüße
      Anette Huesmann

  34. Hallo Frau Huesmann
    Ich habe eine ganze Reihe von ca. 10 Romanen verfasst. Beim letzten Lesen bevor ich es einem Verlag zusende sind mir erhebliche Logikfehler in meiner Geschichte aufgefallen wie kann ich diese im 2. Versuch überarbeiten. Ich habe es schon selber versucht, aber bin daran gescheitert das die ganze Handlung des Buches und die der nachfolgenden Bücher auf diesen einen Logikfehler basiert.

    1. Die Schreibtrainerin

      Hallo Herr Otto,

      ich würde Ihnen empfehlen, sich eine Lektorin zu suchen. Viele bieten auch Coaching, Schreibberatung und Gutachten für Manuskripte. Dann haben Sie eine neutrale Person, die Sie darin unterstützt, die Logikfehler beim nächsten Überarbeitungsschritt rauszunehmen. Ein Verzeichnis professioneller LektorInnen finden Sie hier: http://www.lektoren.de.

      Viel Erfolg!
      Anette Huesmann

  35. Liebe Frau Huesmann,

    in meiner Geschichte kommen immer wieder Dialoge vor, welche in Englisch geführt werden, da die Protagonisten unterschiedliche Nationalitäten haben.
    Mir fehlt eine elegante Lösung, diesen Fakt klar zu verdeutlichen ohne direkt vor oder während des Dialogs darauf hinzuweisen.

    Die entsprechenden Passagen auf Englisch zu verfassen kam mir bereits in den Sinn. Jedoch habe ich mich dagegen entschieden, da ich glaube, dass das früher oder später für den Leser zu anstrengend wird.

    Über einen kurzen Tipp würde ich mich sehr freuen.:)

    Viele Grüße
    Alex

    1. Die Schreibtrainerin

      Hallo Alex,

      schwierig, in der Tat, vor allem, wenn es sich durch das ganze Buch zieht. In manchen Büchern wird es so gelöst, dass nur einmal erwähnt wird, dass jemand in der fremden Sprache spricht – und da die am Gespräch beteiligten Personen alles verstehen, ist der Dialog in Deutsch wiedergegeben. Lediglich ein Hinweis vor oder nach dem Dialog zeigt, dass Englisch gesprochen wird: Ihr Akzent verriet, dass sie aus Illinois stammte o.s.ä. Das würde ich nicht bei jedem Dialog wiederholen, aber vielleicht etliche Seiten später noch ein zweites Mal anklingen lassen, um es wieder ins Gedächtnis zu rufen.

      Viel Erfolg
      Anette Huesmann

  36. Hallo
    Zuerst mein Lob für die knappe Sammlung, das Schreiben betreffend.
    Ihre Kurzfassung von “Parfüm” hat mich auf einen Logikfehler im Plot des Romans gebracht. Grenouille möchte, mittels des Dufts von Mädchen, sich selbst in einen unwiderstehlichen Duft hüllen. Ich bezweifle, dass ein Mann, der nach Mädchen riecht, sympathisch ist. Er sucht auch nicht den sympathischen Duft an sich, sondern nur immer den Duft junger Frauen. – Wahrscheinlich wäre der Erfolg des Romans ausgeblieben, wenn sich Grenouille männlicher Körper zur Duftgewinnung bedient hätte. Ein Mann, der nach Frau riecht, ist für Frauen vermutlich wenig attraktiv, so wenig wie eine Frau, die nach Mann riecht, für einen Mann attraktiv ist oder umgekehrt..
    Gruß

    1. Auf den ersten Blick muss ich Ihnen Recht geben. Wenn ich spekulieren darf, vermute ich eher das Vorhandensein von Pheromonen, die Grenouille wahrgenommen hat. Durch seinen ausgeprägten Geruchssinn vermochte er diese im Schweiß der Menschen, insbesondere der Frauen, wahrzunehmen und bediente sich der verschiedenen Arten von Pheromonen, um am Ende das universale Pheromon zu erschaffen. Dass er als Mann auf Frauen fixiert zu sein scheint, unterstreicht das noch, da, zumindest im heterosexuellem Sinn, weibliche Pheromone eine größere Wirkung auf den Mann haben. Ich weiß nicht, ob Patrick Süskind irgendwelche Bezüge zur Biochemie hat, aber das Buch hätte durchaus von einem Biochemiker geschrieben worden sein können. Einem sehr einsamen.
      Gruß und einen guten Rutsch.

  37. Hallo Frau Huesmann,

    ich habe und fühle mich teilweise immer noch sehr verloren beim Schreiben.
    Ich lese sehr viele Detektivgeschichten und Bücher, die sich mit dem Wettstreit im Geiste befassen (“Ich wusste, dass du dies tust, also tat ich das”). Deshalb habe ich unheimlich viel Spaß dabei mir eigene Kniffe, Strategien und Figuren, die sich gegenseitig ausspielen, auszudenken. Ich notiere mir alles, was mir einfällt und brenne immer darauf es in meiner Geschichte zu verwenden. Leider liegt mein Interesse somit weniger darin, das Drumherum aufzubauen. Weitere Charaktere entwickeln, damit die Geschichte nicht so karg ist, mir die Umgebung auszumalen und Übergänge von Szene A zu Szene B zu schaffen. Ich würde mich eher als analytischen Schreiber sehen, dem es dann am freundlichen Nachbarn von Nebenan, oder dem netten Kollegen von der Arbeit mangelt, weil diese für die Lösung des Falls nicht benötigt werden.
    Deshalb fühle ich mich etwas verloren beim Schreiben. Ich sehe diesen riesigen Berg an zusätzlichen Dingen, die ich brauche um meine Geschichte abzurunden und fühle mich so eingeschüchtert, dass ich kaum weiterschreiben kann.
    Ich werde versuchen, die Schneeflockenmethode zu verwenden, sie erscheint mir sehr Hilfreich und beruhigt meine innere Aufgeregtheit ein wenig – das hilft mir sehr. Aber haben Sie eventuell einen einfachen aber guten Tipp, wie ich meiner sehr konstruierten Geschichte mehr Leben einhauchen kann, sodass sie auch dem gemeinen Leser gefallen könnte und nicht nur dem reinen Puzzlefan?

    1. Die Schreibtrainerin

      Hallo P.,

      vielleicht sind Sie gerade dabei, eine völlig neue, außergewöhnliche Art eines Krimis zu entwickeln? Bevor Sie sich dazu zwingen, Dinge in den Krimi einzubauen, die Ihnen nicht frei aus der Feder fließen, würde ich Ihnen empfehlen, zunächst herauszufinden, wie Ihr ganz eigener Stil bei anderen ankommt. Sie könnten ein oder zwei Kapitel auf einer Plattform wie wattpad.com hochladen und mal sehen, wie es dort bei den LeserInnen ankommt. Oder ein paar TestleserInnen finden – das sollten natürlich Krimi-Fans sind. Erst wenn Sie merken, dass Ihr Stil wirklich zu kryptisch/knapp/hölzern rüberkommt, würde ich versuchen, daran zu arbeiten.

      Viel Erfolg!
      Anette Huesmann

  38. Hallo,
    mein Name ist Nina und ich bin 15 Jahre alt. Mir geistert schon seit geraumer Zeit eine Idee im Kopf herum die ich sehr gerne in einen guten Roman umwandeln würde. Ich schreibe gerne und viel, aber ich habe noch nicht wirklich meinen Style gefunden. Außerdem ist meine größte Angst, dass ich die Charaktere nicht rund bekomme und die Geschichte zu chaotisch ist. Haben sie da vielleicht ein paar Tipps für mich?
    FG Nina

    1. Die Schreibtrainerin

      Hallo Nina,

      meine wichtigsten Tipps finden Sie gleich hier auf dieser Seite. Außerdem gibt es Schreibratgeber, gerade für den Einstieg kann ich besonders empfehlen “Wie man einen verdammt guten Roman schreibt” von James N. Frey. Es braucht beim Schreiben wie auch bei anderen Fertigkeiten eine Weile, bis man besser wird – so, als ob man ein Musikinstrument lernt. Auch beim Schreiben muss man dann ganz viel üben, dann wird es allmählich besser.

      Viel Freude am Schreiben wünsche ich!
      Anette Huesmann

  39. Hallo Liebe Schreibtrainerin

    Ich heiße Larissa und bin 12 Jahre alt. Ich schreibe seit circa zwei Jahren an einem Buch aber ich komme im Moment gar nicht weiter. Ich finde keine Zeit um zu schreiben. Kürzlich erst habe ich angefangen meinen ersten Versuch auf den Laptop zu schreiben und zu verbessern. Mein Wunsch ist es das Buch herauszugeben in dem nächsten Jahr doch ich glaube ich bin mitten in einer Sackgasse. Immer wenn ich mich an den Laptop setze hält meine Konzentration nur eine bestimmte Zeit. Ich hoffe wirklich dass sie mir helfen können.
    Danke:-)

    1. Die Schreibtrainerin

      Hallo Larissa,

      es ist ganz normal, dass man schnell müde wird. Schreiben ist wie ein Hochleistungssport, man muss sich sehr konzentrieren und braucht dafür viel Kraft und Energie. Und dann wird man auch schnell müde. Aber man gewöhnt sich allmählich daran: Es ist wie beim Joggen, am Anfang schafft man nur ein paar Minuten, mit ein bisschen Übung eine halbe Stunde und mit viel Übung eine Stunde. Aber nur wenigen gelingt es, mehrere Stunden am Stück zu joggen. Deshalb schreiben die meisten AutorInnen täglich – jeden Tag ein bisschen, dann kommt man gut voran.

      Viel Spaß beim Schreiben :-)
      Anette Huesmann

  40. Na dann mache ich mich mal daran den Plot für meine Geschichte(n) zu überarbeiten. Ich finde die Tipps für die erste Übersicht hervorragend. Danke für diesen gelungenen Beitrag.
    Ich möchte das ganze in ein Comicskript umsetzen und werde wahrscheinlich die Helddnreise wählen…
    Was mich jetzt zusätzlich interessiert: Ist es möglich in einer Geschichte mehrere Dramatikmodelle zu verwenden? – Für zwei parallelverlaufende Handlungsstränge je einen eigenen sowieso, aber eben ein anderes Modell, oder wird das für den Leser zu unverständlich.

    Danke für ihre Zeit und liebe Grüße
    Schimmerklang

    1. Die Schreibtrainerin

      Hallo Nikolas,

      das Ziel ist natürlich, dass die Leser*innen nicht merken, ob ein Dramenmodell verwendet wurde. Und ja, man kann zwei Dramenmodelle für dieselbe Geschichte verwenden. Denn der Dreiakter und die Heldenreise widersprechen sich nicht, im Gegenteil. Die Heldenreise kann man als abgewandelten Dreiakter sehen, mit weiteren Zwischenstationen. Wenn man gerade beginnt, eine Geschichte zu entwickeln, ist der Dreiakters sehr hilfreich, um die wichtigsten Wendepunkte festzulegen. Ist man mit der Planung weiter vorangeschritten und kennt seine Hauptfigur schon richtig gut, dann kann die Heldenreise dabei helfen, sich die Veränderung der Hauptfigur genauer anzusehen.

      Viel Erfolg!
      Anette Huesmann

  41. Juhu,
    ich versuche mich nach langem hin und her nun auch wieder im schreiben.
    Ich schreibe ja sehr gerne szenisch das ist einfach mein Ding es fühlt sich für mich so einfach realer an was ich schreibe. Meine Richtung ist ja fantasy und Romantik 😉 aber so kommen wir zu meinem Problem.
    Der Dialog woran merke ich konkret das er zu lang ist – ich habe nämlich das Problem das ich schon immer gerne mehr Worte als nötig verwende!
    Gibt es da eine pauschale Grundregel oder ein paar mehr Tipps auf was ich alles so achten kann.
    LG FLashy

    1. Die Schreibtrainerin

      Hallo Flashy,
      ich weiß, das ist doof – aber ich kann nur antworten: Das kommt darauf an. Auf die Szene, die Figuren, den Schreibstil usw. Meine Erfahrung ist: Gerade AnfängerInnen machen am häufigsten den Fehler, dass die Figuren zuviel Quatschen und dadurch die Szene an Spannung verliert. Deshalb mein Tipp: kürzen, kürzen, kürzen. Solange, bis die Szene gerade noch verständlich ist. Da helfen TestleserInnen sehr, um herauszufinden, ob man so dem Geschehen noch folgen kann.

      Wenn man unsicher ist, kann man auch für einen Test von einer Szene zwei Versionen erstellen: Eine Version mit den noch etwas längeren Dialogen und eine Version mit den gekürzten Dialogen. Dann beide Versionen an TestleserInnen geben und voten lassen: Welche Version ist besser, welche schlechter? Wenn 10 TestleserInnen ein Votum abgeben, dann findet man schnell heraus, ob die Dialoge durch das Kürzen wirklich gewinnen.

      Viel Erfolg!
      Anette Huesmann

  42. Hallo.
    Ich habe vor, ein Buch zu schreiben, habe auch schon eine Idee über was dieses handeln soll.
    Ich würde aber gerne wissen, ob diese Idee schon ein anderer hatte.
    Wie finde ich das heraus?

    1. Die Schreibtrainerin

      Hallo Firuze,

      lesen – und Menschen fragen, die sich auskennen: BuchhändlerInnen, BibliothekarInnen usw. Aber selbst wenn ein anderer die Idee schon hatte (über die Jahrhunderte haben schon so viele Menschen Geschichten geschrieben, es gibt kaum eine Idee, die es so oder so ähnlich noch nicht gab), es kommt nicht (nur) auf die Idee an, sondern vor allem, was man selber daraus macht.

      Viel Spaß!
      Anette Huesmann

  43. Guten Abend,

    nach langer Recherche bin ich endlich bei ein paar Tipps gelandet, die mir tatsächlich geholfen haben – danke erstmal dafür. Dennoch hat sich dadurch ein mir bisher unbekanntes Problem bei meinem Schreiben aufgezeigt. Besonders mit dem Übertragen meines Plots auf einen Dreiakter habe ich immer wieder Probleme. Ich habe das Gefühl, zu viele Ereignisse bzw. Höhepunkte in meine Geschichte einzubauen, möchte aber auch nichts weglassen, da ich Angst habe, dass es dann zu langweilig werden könnte. Ich befürchte jedoch, dass meine Geschichte zu komliziert und vielleicht auch etwas zu unlinear wird. Haben Sie möglicherweise eine Idee, wie ich dieses Problem in den Griff bekommen könnte und denken Sie eine Geschichte kann auch zwei Höhe- bzw. Wendepunkte besitzen? Und wird das Lesen nachher möglicherweise zu anstrengend, wenn eine Geschichte verschiedene Handlungsstränge aufweist, in denen sich die Personen auch überschneiden? Oder sollte man lieber einem klaren Handlungsstrang mit möglichst wenigen Charakteren folgen?

    Mit etwas überfragten aber freundlichen Grüßen ;-) ,

    Celine

    1. Hallo Celine,

      der Dreiakter, wie ich ihn hier in meinem Blog vorstelle, ist die einfachste Version dieses Dramenmodells. Es gibt eine weiterentwickelte Form des Dreiakters, wie sie zum Beispiel in Hollywood verwendet wird – hier nachzulesen: https://de.wikipedia.org/wiki/Spielfilmdramaturgie. Diese Version hat mehrere Wendepunkte. Und es gibt noch ein weiteres Dramenmodell, das oft von AutorInnen und DrehbuchautorInnen verwendet wird, die Heldenreise – hier nachzulesen: https://www.die-schreibtrainerin.de/heldenreise/. Auch die Heldenreise hat mehrere Wendepunkte. Das heißt: Der hier in meinem Blogbeitrag beschriebene Dreiakter ist die einfachste und leichteste Möglichkeit, einen Handlungsstrang zu dramatisieren. Und natürlich gibt es viele weitere Möglichkeiten, die auch mehrere Wendepunkte haben. Viele Geschichten haben etliche Wendepunkte und verschiedene Handlungsstränge. Aber je komplexer die Handlung, desto schwerer ist die Geschichte in den Griff zu bekommen. Wenn man mit dem Schreiben noch nicht so viel Erfahrung hat, ist es zu Beginn leichter, einen klaren Handlungsstrang mit wenigen Charakteren zu entwickeln.

      Viel Freude wünsche ich beim Entwickeln!
      Anette Huesmann

  44. Ich habe Ihre Hinweise sehr aufmerksam gelesen und sie haben mir auch weiter geholfen. Danke! Ich habe mich im Moment auf Kurzgeschichten und Erzählungen konzentriert. Sei es für Kinder oder auch Erwachsene, aber irgendwann möchte ich schon mal einen richtigen Roman schreiben. Vielleicht klappt es doch einmal. Ich werde Ihre Seite ab und zu einmal besuchen!

  45. Liebe Frau Anette!
    Als Jugendliche habe ich schon sehr gerne und viel geschrieben! Ich hätte viel Fantasie und Ideen für Geschichten/Romane ! Klingt jetzt merkwürdig, aber im Jahr 2003 während dem abwaschen, lief bei mir ein Film im Kopf ab für eine Geschichte, die ich seit diesem Zeitpunkt niederschreiben möchte. Irgendwie fehlte mir die Zeit und ein Computer , mit der Zeit wird es jetzt noch schwieriger , da ich jetzt sechs Kinder habe! ;) Doch das Gefühl , endlich dieses Buch schreiben zu wollen , ist so stark geworden in meinem Herzen – das es an der Zeit ist durchzustarten! Das gute daran , diese Geschichte hat in den vielen Jahren einige Veränderungen in meinem Kopf durchgemacht, dass ich denke – es wäre jetzt perfekt ! Doch mein Problem ist , dass ich ein gutes Autoren Programm suche und Sie fragen wollte, was Sie von Papyrus* halten? Da ich in diesem Bereich wirklich gar keine Erfahrung habe, vermute ich das ich viel Zeit benötige um mich mit diesem Programm vertraut zu machen , bis ich endlich loslegen kann!
    Würde mich sehr auf eine Antwort freuen !
    Liebe Grüße Manuela

    1. Hallo Manuela,

      ich selber nutze immer noch WORD, um meine Bücher zu schreiben ;-) aber ich habe schon viel Gutes über Schreibprogramme gehört, insbesondere über Papyrus. Ich denke, es lohnt sich auf jeden Fall, das Programm mal näher anzusehen. Es gibt viele Tutorials auf youtube, da bekommt man schon einen Eindruck von diesem Programm, und mit der Demoversion kann man dann herausfinden, ob man selber gut damit arbeitet.

      Viel Freude!
      Anette Huesmann

  46. Hallo
    Ich schreibe schon seit der 5 klasse sehr gerne und Ich versuche jetzt ein buch zu schreiben über eine wahre story . Nur ich weiss nicht wirklich wie und wo ich anfabgen soll. Habe alles was mir einfällt immer aufgeschrieben. Aber irgebdwie fehlt da und da etwas.

  47. Hey, ich bin 15 Jahre alt und ich liebe es zu schreiben. Ich bin gerade an einer Geschichte dran, hab aber das Gefühl das ich zu viele Wörter wiederhole oder ziemlich viel mit ‘ich’ anfange und ich weiß nicht wie man es umschreiben kann. Ich hab mir andere Bücher durchgelesen und die verwenden es zum Beispiel nicht so oft. Ich bitte um Hilfe.
    Ps danke im Vorraus

    1. Die Schreibtrainerin

      Hallo Melli,

      Ernest Hemingway hat einmal gesagt: “Die erste Fassung ist immer Mist.” Das gehört zum Schreiben dazu, der erste Entwurf ist nie gut – aber das ist ein ganz wichtiges Übergangsstadium. Denn nur wenn man eine erste schlechte Fassung hat, kann man daraus eine gute Endfassung machen – durch Überarbeiten. Das Überarbeiten von Texten ist einer der wichtigsten Prozesse beim Schreiben. Er dauert oft länger als das Schreiben der ersten Fassung und ist meist viel schwieriger. Auch das Überarbeiten muss man lernen und auch dafür gibt es Ratgeber. Diese beiden hier zum Beispiel:

      Hans Peter Roentgen: Vier Seiten für ein Halleluja. Sieben Verlag 2008.

      Sylvia Englert: So lektorieren Sie Ihre Texte. Verbessern durch Überarbeiten: Schritt für Schritt von der Erstfassung zum fertigen Manuskript. Autorenhaus Verlag 2013.

      Viel Erfolg!
      Anette Huesmann

  48. Liebe Schreibtrainerin,
    ich sitze seit einigen Jahren über meinen Notizen und Charakterausarbeitungen, habe Handlungsstränge und chronologische Abfolgen geplant. Es soll ein Fantasy-Jugendroman werden.
    Je mehr ich mich jetzt allerdings um die Fertigstellung bemühe, um so größer wird das Gefühl, ich hätte die Story abgeschrieben bzw. geklaut. Wie kann man mit dieser Unsicherheit umgehen und es nicht zur Blockade werden lassen?

    1. Die Schreibtrainerin

      Hallo Britta,

      damit kämpfen viele AutorInnen – Zweifel an den eigenen Fähigkeiten, am Stoff und an der Umsetzung. Das gehört zum Schreiben dazu :-) Wenn man sich das immer wieder vor Augen führt, das hilft beim Durchhalten.

      Was das Abschreiben betrifft – es gibt sehr viele Stoffe und Themen, die sich in den Büchern wiederholen. Und trotzdem ist keine Geschichte wie die andere. Am Ende zählt die individuelle Umsetzung, das, was man selber dazu gibt, was andere so nie schreiben würden. Es lohnt sich also, das eigene ganz individuelle Werkt zu Ende zu bringen!

      Viel Erfolg
      Anette Huesmann

  49. Ich schreibe gerade ein Buch und verwende um auszudrücken, was die Charaktere hören unter anderem die Namen von Liedern. Zwei Fragen.
    1. Ist das eine gute Idee?
    2. Könnte ich Probleme wegen dem Urheberrecht bekommen?

    1. Die Schreibtrainerin

      Hallo Alexandra,

      das könnte funktionieren und ist ein interessantes Stilmittel. Was das Urheberrecht betrifft, würde ich Ihnen empfehlen, eine Juristin zu fragen, die auf Urheberrecht spezialisiert ist.

      Viel Erfolg!
      Anette Huesmann

  50. Hi, ich bin 15 Jahre alt und schreibe schon seit der 5 Klasse sehr gerne Geschichten. Früher habe ich einfach drauf los geschrieben. Das war dann wie ein spontaner Wasserfall voller Kreativität, dem entsprechend hatten meine Geschichten dann auch Logiklücken. Aber trotzdem finde ich dass es an sich sehr hilfreich und ” belehrend” war. Aber jetzt zu meiner Frage die wahrscheinlich auch zu den Standart fragen gehört:

    Ich schreibe grade an einer Geschichte die ich an sich ganz gut finde. Nur ist mein wahrscheinlich oft vorkommendes Problem echt ein Hindernis für mein geplantes ” Buch”. Ich schreibe immer nur dann wenn ich mal Lust habe weshalb ich echt kaum voran komme. Ich habe jetzt seit Monaten nicht mehr weiter geschrieben und komme erst jetzt wieder so ein bisschen in meinen Schreibfluss rein. Ich möchte aber regelmäßig weiter schreiben. Mindestens 1 oder 2 mal in der Woche. Könnten sie mir Tipps geben wie ich mich selber ( einen sehr faulen Menschen) vllt sogar täglich zum Schreiben motivieren kann? Ich würde mich wirklich über eine Antwort freuen.

    PS: Ihre Tipps finde ich wirklich sehhehr hilfreich. Ich wusste davor zum Beispiel nichts von dem „Show don’t tell“ Prinzip. :)

    1. Die Schreibtrainerin

      Hallo Luise,

      am besten hilft “tägliche Routine” – damit kommen viele AutorInnen ganz gut zurecht. Das bedeutet: Ich reserviere mir jeden Tag eine halbe Stunde oder eine Stunde oder zwei Stunden für das Schreiben. Am besten zu einer bestimmten Uhrzeit: jeden Nachmittag um 15 Uhr oder jeden Abend um 18 Uhr oder jeden Morgen um 6 Uhr. Und egal, ob man Lust hat oder ob man zum Schreiben aufgelegt ist oder sonstwas – in dieser reservierten Zeit setzt man sich hin und schreibt. Auf diese Weise wird das Schreiben zum täglichen Ritual, zur Gewohnheit. Das hilft sehr vielen AutorInnen dabei, immer dran zu bleiben und weiterzuschreiben. Manche machen das jeden Tag, andere jeden Samstag und jeden Sonntag, je nachdem, wie viel Zeit man erübrigen kann. Das klappt dann nicht IMMER, aber wenn man es 80 % der Zeit schafft, die reservierte Zeit auch einzuhalten, kommt man gut voran.

      Viel Erfolg!
      Anette Huesmann

  51. Hey:)
    Die Tipps sind sehr hilfreich, nur wollte ich fragen, ob sie vielleicht auch Tipps haben, wie man Ideen zu einer Fantasy Geschichte bekommt. Es gibt ja schon so viele Fantasy Bücher, dass ich denke, dass es schwierig wird, zu einer eigenen und neuen Idee zu kommen.

    Und ist man, wenn man jung ist automatisch schlechter im Bücher schreiben? Ich bin erst 14.

    1. Die Schreibtrainerin

      Hallo,

      man muss für eine Geschichte nicht immer die zündende neue Idee haben. Wenn man eine zündende neue Idee hat, ist das natürlich super, und dann würde ich diese Geschichte auch unbedingt schreiben. Aber falls man keine neue zündende Idee findet – dann hilft es manchmal, eine Idee, die es schon gibt, auf eine ganz neue, andere Weise zu erzählen. Wie das gehen könnte, findet man zum Beispiel durch einen Perspektivwechsel heraus. Mehr dazu habe ich auf meinem Blog geschrieben: https://www.die-schreibtrainerin.de/ideen-finden-fuer-buecher/.

      Wenn man jung ist, dann ist man nicht automatisch schlechter – aber man hat vermutlich weniger Übung. Doch in den kommenden Jahren ist noch eine Menge Zeit, um dazuzulernen und zu üben – und dann wird das Schreiben immer besser. Man muss nur dranbleiben und immer weiter an sich glauben, auch wenn es mal nicht so gut läuft.

      Viel Freude am Schreiben wünsche ich :-)
      Anette Huesmann

  52. fabienne klütemeyer

    Hallo,
    Mein Name ist Fabienne und ich bin 16 Jahre alt. Ich hoffe wirklich sehr das sie mir weiterhelfen können! Ich habe bereits viele Versuche gestartet um ein gutes Buch zu schreiben, doch leider verlies mich nach kurzem bzw. nach ein paar Kapiteln die Kreativität. Jede Idee dieser Versuche stammen von Träumen so merkwürdig das auch klingen mag. auch dieses Mal hatte ich einen Traum der mich nicht verlässt. Nicht Täglich aber oft Träume ich die selbe Geschichte bloß mit Vortsetzungen, deshalb habe ich mir diesmal fest vorgenommen das ich sie aufschreibe allerdings habe ich keine ahnung wie ich das angehen soll.Sie haben in Ihren Tipps ja sehr hilfreich erzählt wie man es angehen sollte allerdings ist mein Problem das isch nicht genau weiß wie ich es vormulieren soll. wie schreibe ich die ersten Zeilen bzw die erste Seite das sie auch spannend klingt und mein Buch erfolgreich wird ohne das ich gleich alles verrate? und Meine 2 Frage ist noch ob sie einen tipp haben wie ich meine Kreativität nicht verliere ?

    Ich hoffe wirklich sehr das sie dies sehen und mir antworten.
    Lieben Dank
    Fabienne

    1. Die Schreibtrainerin

      Liebe Fabienne,
      dranbleiben und weiterschreiben, das ist der wichtigste Tipp – dann wird man im Laufe der Zeit immer besser und bekommt auch seine Probleme allmählich in den Griff. Es ist wie beim Joggen: Am Anfang schafft man nur ein paar Minuten und ist total außer Atem. Wenn man dann aufgibt, wird es nie besser. Aber wenn man dranbleibt und immer weiter trainiert, schafft man irgendwann eine halbe Stunde, dann eine Stunde zu laufen, ohne außer Atem zu geraten. Das ist mit dem Schreiben ähnlich: dranbleiben und üben, üben, üben. Dann wird es allmählich besser. Das Wichtigste: Man muss akzeptieren, dass der erste Entwurf nicht gut ist. Durch Überarbeiten entsteht dann aus dem schlechten Text ein guter Text. Kein Mensch schreibt aus dem Stand einen guten Text. “Die erste Fassung ist immer Mist”, sagte schon Ernest Hemingway. Das heißt, nur wenn man akzeptiert, dass man am Anfang einen schlechten Text schreibt, hat man die Chance, durch Überarbeitung daraus einen guten Text zu machen.
      Viel Erfolg!
      Anette Huesmann

  53. Guten Tag,

    Ihre Tipps helfen mir schon einmal sehr weiter, wobei ich der Meinung bin, einiges schon beachtet zu haben.
    Mit meinen knapp 16 Jahren bin ich sicherlich auch noch recht jung und habe auch noch Zeit, zu lernen, doch über die Jahre hinweg (ich schreibe seit der 3. Klasse lyrisch und seit der 5., also mittlerweile 6 Jahre, auch prosaisch) hab ich doch manchen Fehler austreiben können.

    Probleme habe ich mit den Dialogen, sowie meiner Ausdauer. Ich weiß selbst, dass meine Charaktere zu viel reden und ich versuche, unnötige Sätze zu streichen, leider funktioniert das nicht immer so gut. Ich habe Angst, dass ich zu viel weg lasse, sodass der Leser nicht mehr alles versteht. Kann das passieren?

    Problematisch ist auch das “Show-don’t-tell”-Prinzip, über welches ich zwar bereits weitestgehend informiert bin, das ich aber nicht besonders gut umzusetzen schaffe, sodass ich schnell an der Qualität meiner Texte zweifle und dann ab und an die Lust verliere. Aber ich denke die zuweilen sehr anstrengende Überarbeitung kennt jeder.

    Ich sagte, ich hätte Probleme mit der Ausdauer. Es ist so, dass ich (fälschlicherweise, wie ich weiß) häufig warte, bis ich Lust zu schreiben habe, wobei diese oft Wochen lang ausbleibt, weil ich die Lust erst beim Schreiben bekomme, ich mich aber nicht aufraffen kann. Dann war es auch so, dass ich, während ich an einem Buch arbeitete, bereits Ideen für mindestens zwei weitere entwickelt habe, deren Handlungen mir mit einem Mal viel vielversprechender erschienen. Logischerweise war das so – immerhin beschäftigt man sich monatelang mit ein und der selben Idee und dann wirkt die neue natürlich sehr viel frischer.

    Haben Sie vielleicht einen Tipp, wie man dieses Problem in den Griff bekommt? Sollte man den ersten Entwurf des Manuskripts so schnell wie möglich runter tippen oder reicht es, wenn man anderthalb Jahre dafür benötigt? (Immerhin bin ich auch Schülerin und habe, mal abgesehen von den momentanen Sommerferien, sonst nicht eine ganze Woche lang Zeit.)
    Und kennen Sie hilfreiche Ratgeber oder Internet-Blogs, die sich mit Dialogen beschäftigt haben? Können Sie mir eine Anlaufstelle nennen, wo ich herausfinde, wann man einen Absatz lassen sollte (ein weiteres Problem meinerseits) oder mir gar selbst dazu Tipps geben?

    Liebe Grüße
    und schönes Wochenende noch!

    1. Die Schreibtrainerin

      Hallo Laura,
      für Dialoge kann ich Ihnen dieses Buch empfehlen: Oliver Schütte: „Schau mir in die Augen, Kleines“. Die Kunst der Dialoggestaltung. Herbert von Halem Verlag 2016. Wenn man nicht hauptberuflich schreibt, dann benötigt man für einen Roman zwei bis drei Jahre, Sie liegen also mit anderthalb Jahren gut in der Zeit. Sie könnten sich eine Schreibgruppe zu suchen – das motiviert dranzubleiben und man bekommt Feedback von Gleichgesinnten für den eigenen Text. Schreibgruppen gibt es in vielen Städten, wenn man Schreibgruppe oder Schreibwerkstatt und den eigenen Ortsnamen googelt, wird man oft schon fündig.
      Viel Freude am Schreiben wünsche ich Ihnen :-)
      Anette

  54. Ich habe viele gute Ideen, verzettele mich aber beim Schreiben immer wieder. Ich möchte meinem Lieblingsmenschen ein Buch vom letzten Jahr schreiben. An unsere Geschichte angelehnt. Wie ein Tatsachenroman, ein Tagebuch. Aber auch so, dass es andere Menschen mit Interesse lesen können…Wie kann ich das schaffen? Habe schon zwei Entwürfe und komme bei Beiden nicht weiter.

    1. Die Schreibtrainerin

      Hallo Claudia,
      das gelingt am besten, wenn Sie die autobiografische Geschichte wie einen Roman oder eine Kurzgeschichte bearbeiten und dramatisieren. Zu Beginn formulieren Sie einen Satz als roten Faden für die Geschichte (“Wie zwei Menschen sich zufällig in einem Zugabteil begegnen und danach nichts unversucht lassen, um einander wiederzusehen” … oder so ähnlich). Dann legen Sie Anfang – Mitte – Schluss fest (Begegnung im Zug – die Idee, um die andere Person wiederzufinden – Treffen am See) und dann erst beginnen Sie zu schreiben. Sie erzählen nichts in der Geschichte, was nicht dazu dient, den roten Faden mit Leben zu erfüllen. Auf diese Weise verlieren Sie das Ziel nicht und erzählen stringend am Kern der Geschichte entlang.
      Viel Erfolg!
      Anette Huesmann

  55. Hallo,
    Ich heiße Jasmin und liebe Krimi Romane habe bereits viele angefangen zu schreiben aber leider nicht fertig gemacht mir schießen viele Ideen durch den Kopf mein Problem beim schreiben ist die Rechtschreibung ich brauchte ein Tipp was für Möglichkeiten gibt es um die Rechtschreibung zu korrigieren???
    L.G:
    Jasmin Heigl

    1. Die Schreibtrainerin

      Hallo Jasmin,

      im ersten Schritt kann man eine Rechtschreibprüfung über den Text laufen lassen. Entweder die Rechtschreibprüfung des Programms (z.B. von WORD) oder den Duden Korrektor, das ist ein Zusatzprogramm, das man in Word installieren kann. Ist der ganze Text fertig, kann man ein Korrektorat machen lassen – das heißt, der Text wird von jemandem auf Rechtschreibfehler und Satzzeichenfehler Korrektur gelesen.

      Viel Erfolg!
      Anette Huesmann

  56. Sehr geehrte Schreibtrainerin,
    ich habe diese Website erst entdeckt und hoffe, dass ich nicht zu spaet bin. Ich haette 2 Fragen.
    1. Glauben sie dass Lesen langsam aus der Mode geraet? Also dass man keinen finanziellen Erfolg mehr mit Buechern erzielen kann?
    2. Sind kurze Geschichten, ca. 3 in einem Buch gut ankommend? Z.B ein dickes Horrorbuch mit 3-5 100-200 Seiten Horrorgeschichten?
    Ich hoffe sie lesen diese Nachricht und koennen mir antworten:)

    1. Die Schreibtrainerin

      Hallo Ivan,

      ich glaube nicht, dass Lesen aus der Mode gerät. Derzeit werden mehr Bücher denn je veröffentlicht. Doch die Menge an Büchern macht es schwerer im Vergleich zu früher, mit einem bestimmten Buch möglichst viele Menschen zu erreichen. Diese Konkurrenz, also andere gute Bücher, macht es schwieriger, mit einem guten Buch Geld zu verdienen.

      Ein Manuskript mit drei Horrorgeschichten bei einem Verlag unterzubringen, ist vermutlich nicht so einfach. Verlage mögen lieber Bücher mit rund 300 Seiten und einer guten Geschichte. Doch es wäre kein Problem, aus drei Geschichten mit je rund 100 Seiten drei E-Books zu machen und diese im Selfpublishing herauszubringen. E-Books in dem Umfang gibt es durchaus, der Preis muss dann entsprechend niedriger sein als bei dickeren Büchern.

      Viel Erfolg!
      Anette Huesmann

  57. Danke für die Zeit, die sich genommen haben, liebe Frau Huesmann, und Ihre assoziativen Veranschaulichungen. Ich glaube, ich habe Sie verstanden.

    Nun bin ich bereits 68 Jahre alt. Acht Jahre habe ich gebraucht, um mich in einem hoffentlich guten Stil zu üben. Geschrieben – überzeugt – verworfen, geschliffen – überzeugt – verworfen … und immer wieder gefeilt und gefeilt … Was ich damit sagen will, ist: Wenn ich überhaupt in meinem Alter noch Gehör bei den Verlagen finden will, muss ich mich von der Masse abheben, in welcher Form auch immer. Dennoch ist die “beste” Geschichte und der “beste” Schreibstil abhängig vom Geschmack des Lektorats und unterliegt bestenfalls einem guten Literaturagenten.

    Bei der Wahl eines Buches steht für mich zunächst die Sprache des Autors im Vordergrund, die Handlung an sich ist zweitrangig.

    Es gibt eine Liste deutschsprachiger Literaturagenten – ein Irrgarten für relativ unerfahrene Autoren. Können oder dürfen Sie explizit darauf verweisen und übernehmen Sie gegebenenfalls die Korrektur meines Fantasy-Buches – eine “feenhafte” Liebesgeschichte?

    Übrigens: So ganz unerfahren bin ich dann doch nicht. Es gibt bereits einige Kurzgeschichten und Gedichte von mir, veröffentlicht in den Sonder-Editionen der Cornelia-Goethe Akademie.

    Seien Sie gegrüßt

  58. Ihre Ratschläge kommen für mich leider zu spät. Mein erstes Buch befindet sich bereits in der Korrektur und Feinschliff.
    Einiges scheine ich dennoch richtig gemacht zu haben. Probleme hatte und habe ich bei der Erzählperspektive, der Absatzgestaltung und den Dialogen. Ich neige zu zu vielen Dialogen, weil ich davon überzeugt bin, dass ein guter Dialog der ersatzweisen Erzählform nicht wirklich gerecht werden kann. Ein guter Dialog ist für mich dynamisch, spritzig, dramatisch, charakteristisch… wie auch immer. Eines darf er nicht sein: nämlich langweilig, irritierend, ausschweifend, vom Plot entfernend. Dialoge, bezogen auf das leidige, unverzichtbare Adverb, sind oft sogar schwieriger.
    Handwerk im Sinne von Buchaufbau, Spannungsbogen, Auflösung usw. haben ihre Berechtigung und möchte ich keineswegs infrage stellen. Warum aber diesem Einheitsbrei folgen? Dem Leser ist es am Ende egal, welcher Regel der Autor folgt – solange er nur gut unterhalten wird?

    LG K. Köllner

    1. Die Schreibtrainerin

      Hallo Frau Koellner,

      es ist wie mit der Malerei: Im ersten Schritt lerne ich das Handwerk, um dann im zweiten Schritt etwas ganz Eigenes daraus zu machen. Picasso beispielsweise lernte das Handwerk (Perspektive usw) von der Pike auf und erst, als er alles beherrschte, löste er sich vom kleinen 1×1 der Malerei. Oder in der Musik: Ein genialer Musiker lernt zunächst Noten und ein Instrument und übt, bis er alles perfekt beherrscht. Erst im Anschluss kommt das freie Improvisieren beispielsweise im Jazz. Hat ein Mensch nie ein Instrument gelernt und nie Noten gelernt und setzt sich direkt das erste Mal in seinem Leben an ein Klavier, um frei zu improvisieren, ist die Chance, dass dann etwas Wunderbares entsteht, nicht sehr hoch.

      Auch beim Schreiben ist es sehr hilfreich, erst das Handwerk zu lernen und sich dann im zweiten Schritt davon zu lösen und frei zu improvisieren. Dann steigt die Chance, dass etwas Gutes dabei entsteht.

      Viel Erfolg für Ihr Buch wünsche ich Ihnen
      Anette Huesmann

  59. Guten Tag Frau Dr. Anette Huesmann,

    Ich wollte ihnen auf diesem Weg danken! Danke für Ihre tolle Seite, sie hilft mir sehr und ist unkompliziert zu lesen. Für mich als totalen Anfänger genau richtig.
    Ich hoffe es ist Okei sie in meinem Blog zu erwähnen, den ich neu eröffnet habe. Ich hab mich erst bis zur Figur durchgelesen und durchgedenkt, jedoch bin ich schon voller Eifer und Vorfreude endlich mit dem Buch zu Beginnen. Grosses “MERCI”, wie die Schweizer/Innen so schön sagen, dass sie mir ermöglichen einen besseren Einblick zu erhalten.
    Falls Sie Zeit und Lust haben, schauen sie vorbei, sie sind gerne auf meinem Blog willkommen. Vielleicht haben sie mir ja sogar einige Tipps für meine Blog-Schreibart; https://selbstversuch-ichschreibeeinbuch.blogspot.ch/
    Das Buch werde ich sicher ein wenig anders Gestalten.

    Mit viel Spass an der Sache
    Tessa

  60. Liebe Frau Huesmann,

    vielen Dank für Ihre interessanten Beiträge und die kurzen und knackigen Tipps! Ich habe schon viele Ihrer Artikel gelesen und wollte Ihnen einfach mal ein kurzes Dankeschön und ein dickes “Bitte weiter so!” da lassen :)

    Liebe Grüße,
    Nikola

  61. Hallo Frau Huesmann,
    In den letzten Tagen habe ich viele Beiträge von Ihnen gelesen und mir Notizen gemacht da sie mir wirklich sehr geholfen haben. Deshalb möchte ich Ihnen erst einmal Dankeschön sagen.
    In der vierten Klasse fing ich an Roboter zu schreiben und mir dann eine Geschichte dazu aus zu denken. Schnell blieb es nicht dabei und so schreibe und denke ich mir nun schon seit 9 Jahren immer und immer wieder zwischen durch Geschichten aus, teilweise komme ich sogar wieder willen auf Ideen, da viele Dinge zumindest schnell mein Interesse wecken und ich mich irgendwie von vielen Dingen inspirieren lasse. Nun möchte ich aber zum ersten mal Anfangen wirklich eine Geschichte fertig zu “denken” und daraus ein Buch zu machen. Jedoch habe ich niemals ein Buch wirklich komplett geschrieben und noch dazu hatte ich bis vor 6 Jahren Starke LRS und war ein wenig Faul weshalb mir Grammatik nicht immer so gut liegt. Zum größten Teil möchte ich erstmal meine Geschichte komplett fertig durch dacht haben bevor ich anfange daran zu schreiben und möchte dies dann lieber auch größtenteils selbst machen, jedoch frag ich mich ob es etwas wie einen Schreibhelfer Gibt? Natürlich es gibt lektorantinen aber ich meine jemanden der einem dabei hilft dir Idee so umzusetzen und aufS Buch zu bringen wie man es sich vorstellt, während man noch beim schreiben ist. Oder ist das das selbe?

    Meine zweite Frage ist:
    Ich habe mir eine feste Geschichte ausgedacht, die noch ein wenig ausgearbeitet werden muss, die ich in einem Band erzählen möchte und nebenbei werde ich zwischen durch in der Geschichte fragen aufwerfen und Dinge platzieren die ich in einer Fortsetzung benutzen könnte. Also das heißt ich möchte mir die Freiheit nehmen dies wirklich entweder, später wenn es erschienen ist, alleine stehen lassen zu können oder eben doch eine Fortzetzung zu bringen. Jetzt ist aber das Problem das die Geschichte definitiv länger als 300 Seiten gehen wird, aber nicht für zwei Bücher sondern wenn überhaupt nur für anderthalb Bücher reichen würde und ich dies natürlich nicht will da es als solches definitiv in ein Buch kommen soll. Die Frage habe ich deshalb jetzt weil ich von Ihnen hier in den Kommentaren gelesen habe das für Anfänger,also für neue und unbekannte Autoren, man kaum einen Verlag finden wird wenn man ein Buch schreibt das über 300 Seiten geht, Was meins definitiv gehen wird. Jetzt ist halt die Frage was ich machen soll da es für mich außer frage steht eine andere Geschichte zu schreiben die erstmal nur 300 Seiten geht, da ich die Zeit lieber in diese Idee investieren möchte und diese Idee als mein erstes Buch durchsetzen möchte. Zum Grund warum die Geschichte so lang ist: In der Geschichte geht es um eine Gruppe von Schulabgängern die in eine andere “Welt” kommen wo sie auf eine Armee und einen Clan treffen die im Krieg sind. Der Hauptcharakter geht zu erst zur Armee da diese die Gruppe von jungen Erwachsenen findet und später wechselt er dann zum Clan um schlussendlich nach einem schlimmen Ereignis, am Ende des 2 Akts wahrscheinlich, wieder zur Armee zu wechseln und dann wenige Seiten später mit dieser Gegen den Clan kämpft. Dabei steht die ganze Zeit im Raum Wer den jetzt die guten und die bösen sind weshalb der Hauptcharakrer definitiv auch eine längere Zeit beim Clan und bei der Armee sein soll damit es später noch dramatischer und undurchsichtiger ist wer den jetzt recht hat. Wissen Sie vielleicht wie ich in dieser Lage vorgehen sollte? Was halten Sie von dieser Story Ablauf Idee und dies in einem Buch zu erzählen?

    Ich würde mich wirklich sehr freuen wenn sie sich kurz Zeit nehmen könnten um mir zu helfen.
    Mit freundlichen Grüßen
    Jeremy Germeroth

    1. Die Schreibtrainerin

      Hallo Herr Germeroth,

      man kann sich beim Schreiben coachen lassen. Das biete ich als Dienstleistung an und auch viele LektorInnen. Dann bekommen Sie schon frühzeitig Rückmeldung zu Ihrer Geschichte. In Ausnahmefällen nehmen die Verlage auch längere Geschichten, vielleicht ist ja Ihr Buch ein Ausnahmefall. Aber viele Geschichten profitieren davon, wenn die Text gekürzt werden, dann sind sie straffer und besser. Man kann “eine” Geschichte auch nicht einfach auf zwei Bücher verteilen. Jedes Buch (auch wenn es eine Trilogie ist oder eine mehrbändige Reihe) muss eine vollständige Geschichte erzählen. Die Entscheidung, ob ein oder zwei Bücher, hängt also nicht in erster Linie an der Länge des Textes, sondern am Umfang der Geschichte.

      Viel Erfolg wünsche ich Ihnen
      Anette Huesmann

  62. Hallo Frau Huesmann,

    ich habe mich schon seit meiner Kindheit für das Schreiben interessiert. Ich habe nun nach sehr langer Überlegung einen Plot im Kopf, von dem ich zu 100% überzeugt bin. Ich habe allerdings das Problem, dass mir neben dem “Hauptplot” nicht so richtig Ideen kommen, welche Zwischenhandlungen ich einbauen könnte. Also damit meine ich, was in der Story abgesehen vom Hauptthema alles passieren, stattfinden oder gesagt werden könnte. Das ganze drumherum eben. Haben Sie da vielleicht Tipps für mich?

    LG Annika

    1. Die Schreibtrainerin

      Hallo Annika,

      es braucht nicht immer einen Nebenplot. Viele Geschichten haben einen spannenden Hauptplot und nicht mehr. Wenn Sie bei Ihrer Geschichte keine Handlung haben, die sich für einen Nebenplot eignet, würde ich mich darauf konzentrieren, den Hauptplot so interessant und spannend zu erzählen wie möglich. Das kann vollkommen ausreichen.

      Viele Grüße
      Anette Huesmann

  63. Guten Abend,
    auch ich fand die Tipps sehr hilfreich. Vielen Dank!
    Ich habe bereits seit langem eine etwas neuere Idee für ‘einen’ Roman. Es handelt sich um eine Geschichte mit demselben Anfang, jedoch kann der Leser während des Lesens zweimal eine eigene Entscheidung treffen, wie es weitergehen soll. Sprich, ich würde eine Geschichte schreiben mit demselben Anfang, die sich in der Mitte in zwei unterschiedliche Richtungen trennt und dann gegen Schluss noch einmal in zwei, also insgesamt vier, individuellen Schlüssen endet. Das heisst das Buch würde den gleichen Anfang haben, aber je nach dem, wie sich der Leser entscheiden, in einem Liebesroman, einem Krimi etc. enden.
    Ich konnte bisher nirgends eine solche Buchform finden, wüsste auch gar nicht, wie man die nennt, und wollte bei Ihnen nachfragen, ob so etwas überhaupt möglich wäre oder so etwas laut Ihrer Erfahrung bei Lesern gut ankommen würde?
    Liebe Grüsse, Rahel

    1. Die Schreibtrainerin

      Hallo Rahel,

      das klingt nach einem spannenden Experiment. Im Fernsehen hat es solche Filme schon gegeben, bei denen die ZuschauerInnen über das Ende entschieden haben. Auch bei E-Books gab es solche Pläne schon, aber bei gedruckten Büchern habe ich noch nicht davon gehört. Wenn Sie Lust auf ein solches Experiment haben, dann sollten Sie es ausprobieren. Es ist sicher Geschmackssache, ob man so etwas mag. Es kann natürlich dazu führen, dass Sie nicht so viele LeserInnen erreichen. Doch wenn Sie dafür brennen, sollten Sie es trotzdem versuchen.

      Viel Erfolg!
      Anette Huesmann

  64. Mein Tipp für Anfänger. Nutzt für erste Anfänge eine Open-Source plattform. Ich schreibe derzeit zb eine fanfic für stranger things und plane derzeit ein ganz eigenes Projekt. Der Vorteil ist das man egal wie kurz die Kapitel sind fast direkt Rückmeldung bekommt. Mir hat dies beim Einstieg sehr geholfen und es ist unheimlich motivierend. Wer mir nicht glaubt sucht bei wattpad einfach nach “Zusammen durch die Dunkelheit” fangt einfach mit einem kleinen Projekt an und wenn den Leuten euer Stil gefällt wagt euch an etwas größeres.

  65. Sehr schöne Tipps, die mir teilweise echt weitergeholfen haben.

    Zzt schreibe ich an einen Buch über einen reisenden Autoren, der sich Geschichten anderer Leute anhört, und während er sich Notizen darüber macht, erinnert er sich dabei an frühere Geschehnisse aus seinem Leben mit dem selben Thema.

    Ich habe das Gefühl, als ob dieses ständige Springen zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit des Autors zu kompliziert/verwirrend sein kann für die Leser.
    Zudem kann diese “Themawiederholung” zu langweilig für den Leser sein.
    Macht es darum Sinn in dieser Art der Erzählung weiterzuschreiben oder sollte ich den Erzählstil ändern?

    Gruß

    1. Die Schreibtrainerin

      @Siggi
      In der Tat, eine der anspruchsvollsten Herausforderungen beim Schreiben ist der Umgang mit Zeitsprüngen. Das gut hinzukriegen ist schwer, aber gerade deshalb reizvoll. Ich würde das mal ausprobieren und anderen zu lesen geben, um herauszufinden, ob Ihnen das gut gelingt. Wenn man mit dem Schreiben noch am Anfang steht, würde ich das nicht unbedingt als erstes Projekt wählen, das macht den Einstieg und das Vorankommen beim Schreiben noch schwieriger.

      Viel Erfolg!
      Anette Huesmann

  66. Liebe Frau Huesmann,

    vielen Dank für ihre sehr hilfreichen Ausführungen! Ich habe sie mit grossem Interesse gelesen.

    Ich liebe es, Geschichten, Theater oder Gefühle aufzuschreiben. In den letzten Monaten habe ich zusammen mit meiner Tochter eine sehr, sehr einschneidende Zeit erlebt. Ich würde liebend gerne ein Buch darüber schreiben und veröffentlichen. Dabei erhoffe ich mir nebenbei, diese Erlebnisse stückweise zu verarbeiten. Nun zu meiner Frage: Wäre es sinnvoll, eine Biografie zu schreiben, oder kann ich einen “Roman nach einer wahren Begebenheit” verfassen? Als Hauptperson mich selber, allerdings nicht in der Ich-Form. Ich habe das Gefühl, mir liegt es besser, einen Roman daraus zu schreiben. Ich bin mir aber nicht sicher, ob ich die Spannung hinkriege, da der Ort fast nie wechselt. Was denken Sie darüber? Es würde mir viel bedeuten, wenn Sie sich kurz Zeit nehmen würden, meine Frage zu beantworten.
    Herzlichen Dank, Salome

    1. Die Schreibtrainerin

      Hallo Salome,

      beides ist möglich – Sie können eine Biografie darüber schreiben, oder einen Roman mit biografischen Anteilen. Es gibt verschiedene Ausprägungen – mehr dazu finden Sie hier: http://www.die-schreibtrainerin.de/buecher-genre/. Um Spannung aufzubauen, ist ein Ortswechsel nicht notwendig – da gibt es sehr viele verschiedene andere Ansatzpunkte, um spannungsvoll zu schreiben. Ratgeber und/oder Workshops können helfen, das Projekt in den Griff zu bekommen und zu lernen, wie man Spannung aufbaut.

      Viele Erfolg!
      Anette Huesmann

  67. Hallo liebe Frau Huesmann,

    erst heute bin ich auf Sie aufmerksam geworden. Ich schätze und bewundere es sehr, daß Sie Ratsuchenden mit wertvollen Hinweisen weiterhelfen. Das hat mich ermutigt, mich auch mit einigen Fragen an Sie zu wenden.
    Ich schreibe Kurzgeschichten, die ich auch schon bei Wettbewerben eingereicht habe und die auch Anerkennung fanden und gedruckt wurden. Ich möchte jetzt meine Kurzgeschichten zu einem Buch zusammenfassen, habe aber keinerlei Erfahrung worauf ich achten muß und wie man einen Verlag findet. Ich wäre Ihnen sehr dankbar wenn Sie mir mit ein paar Tipps weiterhelfen könnten.
    Vielen Dank schon mal im Voraus.
    Mit freundlichen Grüßen
    Monika Leonhardt

  68. Ich würde gerne ein Buch über mich schreiben, von meinem Leben und was ich bis heute erlebt habe. Wer kann mir dabei helfen oder Tipps geben, ich würde mich sehr darüber freuen.

  69. Ich schreibe gerade an einer geschichte und bin eigentlich fast fertig, aber ich bekommen einfach den bogen zu dem finale nicht hin. Es ist als würde sich die geschichte endlos ziehen. Danke für die vielen tipps, die sie geben, ohne die wäre die geschichte gar nicht entstanden.

    1. Die Schreibtrainerin

      Schön, freut mich :-) Um das Ende zu schaffen, würde ich mich auf die Struktur besinnen – also ein paar Tage warten, um etwas Distanz zur Geschichte bekommen und dann überlegen, welches ein logischer und schlüssiger Schluss für das Ganze wäre. Sobald man weiß, auf welches (konkretes) Ende man zuarbeitet, entwickelt sich das meist wie von allein.
      Viel Spaß beim Schreiben
      Anette Huesmann

  70. Vielen Dank für den interessanten Beitrag. Er ist sehr informativ und den ein oder anderen Tipp kann ich sehr gut auf meinen geplanten Graphic Novel übertragen. Ich kämpfe zur Zeit noch mit dem Plot, obwohl ich einige Szenen und die Hauptcharaktere schon genau vor Augen habe.

  71. Liebe Frau Huesmann,

    danke für den wunderbaren Artikel. Ich habe Ihre Tipps sofort umgesetzt und es hilft mir jetzt schon. Ich überlege schon seit Jahren an einem Roman hin und her. Hatte mich bis jetzt aber nie getraut zu schreiben, da meine Rechtschreibung katastrophal ist.
    Ich merke jetzt, dass ich sehr in die Details gehe und bin verunsichert, ob das dem Ganzen nicht die Spannung nimmt. Auf der anderen Seite finde ich es wichtig, ins Detail zu gehen, damit man die Geschichte vor seinem inneren Auge sieht.
    Sie schreiben, dass die Geschichte mit dem Plot beginnen sollte. Ich habe zwei Hauptpersonen, die sich im Laufe des Buches kennen und lieben lernen. Das Buch dreht sich um Ihn und Sie. Ich habe mich entschieden, im Vorwort den Tod seiner ersten Geliebten zu zeigen. Da der Mörder im Verlauf des Buches zurück kehren wird, wird die neue Liebe fast ausgelöscht. Aber die Frau, die im Moment noch präsenter ist im Buch, ist eigentlich auch meine Protagonistin. Hat auch eine Vorgeschichte, die sie belastet und die für den Verlauf des Buches wichtig ist. Ihre Geschichte möchte ich aber erst langsam in Rückblenden einfließen lassen. Für die Spannung. Meine Frage ist nun, kann ich das? Ich weiß, es ist anspruchsvoll, aber ich hoffe, dadurch noch zusätzlich Spannung aufzubauen.

    Ich danke Ihnen jetzt schon für die Antwort.
    Mit freundlichen Grüßen J.Jensen

    1. Die Schreibtrainerin

      Hallo Frau Jensen,

      mit Rückblenden verliert eine Geschichte oft an Spannung, da eine Rückblende die LeserInnen aus der aktuell erzählten Geschichte herauskatapultiert. Deshalb würde ich an Ihrer Stelle ausprobieren, ob Sie mit den Rückblenden tatsächlich mehr Spannung aufbauen können, oder ob der Text dadurch womöglich sogar an Spannung verliert. Deshalb mein Tipp: Schreiben Sie eine Passage mit einer oder mehreren Rückblenden, geben Sie den Text an TestleserInnen (möglichst nicht die eigene Familie oder der Freundeskreis ;-)) und finden Sie heraus, ob die Rückblenden zum Spannungsaufbau wirklich funktionieren.

      Viel Freude beim Schreiben wünscht
      Anette Huesmann

  72. Liebe Frau Huesmann,

    ich bin 15 und möcht gerne einen Roman über Freundschaft schreiben. Ich habe mich an Ihre Tipps gehalten, habe aber immer noch Schwierigkeiten damit, nach dem Einstieg richtig ins Geschehen zu finden und einen längeren Akt daraus zu machen!
    Über hilfreiche Tipps wäre ich seeeeehr glücklich!

    1. Die Schreibtrainerin

      Liebe Kathi,

      das Wichtigste: dran bleiben. Die Geschichte weiterentwickeln, den Text weiterschreiben. Dabei immer wieder den vorhandenen Text überarbeiten und das ein oder andere neu schreiben. Und immer wieder verbessern. Denn einen Roman schreibt man nicht in zwei Wochen oder zwei Monaten. Man braucht zwei Jahre. Und im Laufe dieser zwei Jahre muss man das, was man schon hat, immer wieder verbessern. Dann wird es allmählich :-)

      Viel Freude beim Schreiben
      Anette Huesmann

  73. Liebe Frau Huesmann,

    Ich bin zwar erst sechszehn, aber ich wage mich dennoch daran einen Roman zu schreiben. Genau genommen, habe ich damit vor zwei Jahren bereits angefangen, mit einer, für meinen Geschmack viel zu langen Pause, doch nun geht es wieder. Um nicht vom Thema abzuweichen, hier ganz direkt meine Frage an Sie: Ich habe das Gefühl, dass die Dialoge teilweise tatsächlich etwas lang geraten sind. Ich liebe Dialoge und baue sie gefühlt viel zu häufig ein. Dazu haben sie häufig nicht wirklich was mit dem Plot zu tun, sondern sind eher witzige Andeutungen, oder- Naja, insgesamt sind sie recht humoristisch und wenig von Bedeutung was den Kern der Geschichte betrifft. Ist das was Schlechtes?

    Ich wäre Ihnen unendlich dankbar, wenn Sie sich eine Minute Zeit nehmen könnten, um mir meine Frage zu beantworten!

    Mit freundlichen Grüßen
    Erin

    1. Die Schreibtrainerin

      Liebe Erin,

      tatsächlich sollten Dialoge nicht zu lang sein und die Geschichte voran treiben. Sind die Äußerungen der Figuren wirklich witzig, dann verzeiht man ihnen auch mal, dass sie nur Nebensächliches erzählen. Doch das darf man nicht überstrapazieren – kommt das ab und zu mal vor, ist das in Ordnung, ist das zu häufig, verliert die Geschichte dadurch sehr viel Spannung.

      Viel Spaß beim Schreiben wünscht
      Anette Huesmann

  74. Das war ein sehr hilfreicher Beitrag, der einen gut in die Materie einführt. Ich freu’ mich schon darauf, morgen die beiden weiteren Teile zu lesen.

    Im letzten Satz von Abschnitt 9 hat sich übrigens ein doppeltes Leerzeichen eingeschlichen.

    Vielen Dank für diesen Ratgeber!

  75. Liebe Frau Huesmann,

    ich danke Ihnen für diesen Tipp. Ich hätte noch eine weitere Frage an Sie. Würde es Sinn machen in der Sicht von zwei unterschiedlichen Personen zu erzählen oder sollte man das erst machen, wenn man schon mehr Erfahrungen gesammelt hat? Und wie lange sollte in etwa ein einzelnes Kapitel dauern?

    Mit freundlichen Grüßen
    Nora

    1. Die Schreibtrainerin

      Liebe Nora,

      viele Bücher sind aus der Sicht mehrerer Personen geschrieben. In diesem Fall ist die Erzählperspektive meist die personale Perspektive, 3. Person: Die Geschichte wird aus der Sicht einer Figur erzählt, die Teil der Geschichte ist. Es wird beschrieben, was die Figur denkt, was sie fühlt und wie es ihr geht – aber in der 3. Person (also “sie” oder “er”). Wählt man diese Erzählperspektive, so ist es kein Problem, die Perspektive zu wechseln. In einem Krimi ist beispielsweise eine Szene aus Sicht der Kommissarin geschildert und eine andere Szene aus der Sicht eines Zeugen. Häufig ist es einfacher, eine Geschichte zu erzählen, wenn man verschiedene Perspektiven hat. Deshalb würde ich das auch als angehende Autorin machen, wenn es zur Geschichte passt.

      Viel Spaß beim Schreiben und viele Grüße
      Anette Huesmann

      P.S. Es gibt die unterschiedlichsten Kapitellängen – von einer Seite bis hin zu 30 Seiten findet man alles. Im Durchschnitt ist ein Kapitel oft zwischen 10 und 20 Seiten lang.

  76. Liebe Frau Huesmann.

    ich war von Ihrem Beitrag sehr begeistert und die Tipps haben mir sehr geholfen. Ich würde aus meinen Ideen gerne ein Buch schreiben, aber ich weiß nicht, ob ich in Vergangenheit oder Gegenwart schreiben soll. Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn sie als erfahrene Autorin mir in diesem Punkt behilflich sein könnten.

    Freundliche Grüße
    Nora

    1. Die Schreibtrainerin

      Liebe Nora,

      viele Bücher sind in der Vergangenheitsform geschrieben (Präteritum – ich aß, ich las, ich schlief usw.), aber auch viele in der Gegenwartsform (Präsens – ich esse, ich lese, ich schlafe usw.). Oft sind es Romane für Erwachsene, die im Präteritum geschrieben sind, und Romane für Kinder, die im Präsens geschrieben sind. Wenn Ihr Buch sich an Erwachsene richtet und Ihnen das Präteritum liegt, dann würde ich im Präteritum schreiben. Denn das Präteritum ist die übliche Erzählzeit – wir sind es gewohnt, dass Geschichten im Präteritum erzählt werden.

      Viel Spaß beim Schreiben und viele Grüße
      Anette Huesmann

  77. Frau Huesmann,
    ich danke Ihnen sehr für diese tollen Tipps. Ohne Ihre motivierenden Worte hätte Ich mich wohl kaum dazu bequemt meine Gedanke auf Papier zu bringen. Jedoch stelle ich mir die Frage, ob es in Ordnung ist, ein Buch weiterzuschreiben? Es gibt da nämlich ein Buch, das mich gefesselt hat und meine Gedanken in Sphären brachte, welche mir bisher verborgen blieben :) Jedoch erscheint mir das Ende dieses Buches so geschrieben worden zu sein, dass man es als Hinweis betrachten kann, es solle irgendwann jemand daran anknüpfen. Die Story hätte ich, nur eben ist die Frage ob sowas doch eher verpönt ist. Liebe Grüße aus dem Breisgau :)

    1. Die Schreibtrainerin

      Hallo Herr Meier,
      ich bin keine Expertin für Urheberrecht und kann deshalb nur schreiben, was ich vermute – aber soweit ich weiß, ist das aus rechtlichen Gründen nicht möglich. Denn eine Autorin hat das Urheberrecht an ihrer Geschichte und auch an den Figuren, die sie sich ausgedacht hat. Sie dürfen also ein Buch nicht “weiterschreiben” – der Autor oder die Autorin des Buches kann dagegen rechtlich vorgehen. Es sei denn, das Urheberrecht greift nicht mehr, weil die Autorin schon lange tot ist. Oder die Autorin hat ausdrücklich zugestimmt – sogenannte “Fan-Fiction”, also Texte, die bekannte Geschichten weitererzählen, ist erlaubt, wenn die UrheberInnen zustimmen – nachzulesen hier auf Wikipedia: Fan-Fiction. Sie könnten also Kontakt aufnehmen und bei dem Autor/der Autorin des Buches nachfragen, ob Sie das Buch weiterschreiben dürfen.
      Viel Erfolg!
      Anette Huesmann

  78. Guten Tag,
    ich finde ihren Beitrag äußerst anregend. Ich selber bin voller Ideen und habe schon lange Zeit daran gedacht, etwas zu schreiben. Mein Problem ist, dass ich nicht sicher bin, in welche Richtung es gehen soll. Denn egal, ob Krimi, Fantasy oder eine andere Richtung, ich habe sofort berühmte Romane vor Augen. Welches es mir schwer macht, etwas zu schreiben, was keine Ähnlichkeiten mit anderen Werken hat.

    1. Hallo Herr Hieronimus,

      das Besondere und Außergewöhnliche an Geschichten ist das, was ein einzelner Mensch daraus macht. Deshalb lohnt es sich immer, eine Idee umzusetzen, auch wenn es etwas Ähnliches schon gibt. Denkt man beispieslweise an Liebesgeschichten, die sind so alt wie die Menschheit. Und doch entstehen immer wieder neue Geschichten, die den vorhandenen noch eine neue, andere, besondere Facette hinzufügen. Eine Facette, die nur dieser eine Mensch schreiben konnte. So gesehen wäre es schade, wenn Sie Ihre Interpretation einer Idee nicht schreiben.

      Viele Grüße
      Anette Huesmann

  79. Sehr verehrte Frau Huesmann, vielen Dank für Ihre Ratschläge. Ich habe allerdings dabei ein persönliches Problem. Ich möchte kein Buch schreiben, sondern Lebensgeschichten erzählen. Da ich aber Legastheniker bin, erübrigt sich das SCHREIBEN.
    Nun die Frage, welche Möglichkeiten raten Sie in diesem Fall.
    Liebe Grüße Frédéric

    1. Die Schreibtrainerin

      Hallo Frederic,

      vielleicht wäre Diktiersoftware eine Lösung für Sie. Sie könnten die Geschichten diktieren, der Computer wandelt sie in geschriebene Sprache um und gemeinsam mit einer Lektorin könnten Sie die Texte überarbeiten. Für das Diktieren von Büchern oder Geschichten braucht man etwas Übung, da die geschriebene Sprache und die gesprochene Sprache sehr unterschiedlich sind. Doch es ist machbar und manche AutorInnen diktieren ihre Bücher und überarbeiten sie dann im Anschluss.

      Viel Spaß beim Geschichtenerzählen
      Anette Huesmann

  80. Hallo Leute
    Ich hab einen Frage,ich komme aus Syrien und mein leben war total schwer, ich möchte gerne über alles schreiben und wie islam war, sehr schlecht für mich und warum habe ich das islam verlassen und viele Sachen.
    Soll ich das machen oder schlechte Idee? Und natürlich brauche ich hilfe für das.

    1. Die Schreibtrainerin

      Hallo Iyad,

      ich denke, es ist eine gute Idee. Helfen können Ihnen dabei Menschen, die auf Biografien spezialisiert sind. Diese unterstützen andere darin, ihre eigene Biografie zu schreiben. Hier finden Sie weitere Informationen: http://www.biographiezentrum.de.

      Viele Grüße
      Anette Huesmann

  81. Toni-Giovanni Schiwek

    ich habe sehr lange nach buchschreib tipps gesucht und endlich gute tipps gefunden. vielen dank dass sie das so gut erklärt haben.
    Alle finden mein geschriebenes gut, aber ich weis nicht ob es potenial hat ein buch zu werden.

    lg toni

  82. Hallo
    Dieser Artikel hat mir sehr sehr gut gefallen und auch geholfen! Vor allem Punkt 3 (mit den vier Sätzen) hat mir sehr geholfen. Ich habe nämlich vor kurzem begonnen ein Buch zu schreiben und diese Tipps sind wirklich super!
    Ganz lieben Gruß und vielen Dank!

  83. Ich möchte einen Psychothriller schreiben, aber ich bekomme keine langen Kapitel zusammen. Man hat mir gesagt ich könnte daraus eine Kurzgeschichte machen, aber ich will ein richtig großes Buch machen. Es soll mindestens 300 Seiten haben. Haben sie da ein paar Tipps für mich?

    1. Die Schreibtrainerin

      Am besten die einzelnen Kapitel allmählich wachsen lassen: Nach dem ersten Entwurf liegen lassen und sich eine Woche später überlegen, was noch alles in diesem Kapitel passieren könnte. Dann das, was in diesem Kapitel passiert, noch ausführlicher schildern – mehr Dialoge, mehr Handlung, mehr Beschreibung.

  84. Ich bin erst 12 und interessiere mich für Geschichten. Momentan schreibe ich sogar eine: Es heißt “mein leben – dein leben – unser leben” und die tipps haben geholfen.

  85. Ich schreibe gerade selber ein Buch, das ich gerne veröffentlichen würde, und fand Ihre Tipps sehr hilfreich. Aber ich habe noch eine Frage zum Manuskript: Welche Schriftart und Schriftgröße sollte es sein? Und gibt es eine Normanzahl von Wörtern für ein Buch?

  86. Vielen Dank für die Tipps und diesen wunderbaren Artikel, der mir wahnsinnige Lust aufs Schreiben macht. Ich habe immer gerne geschrieben, Gedichte, Kinderlieder, irgendwelche Artikel, Tagebücher und mich des öfteren an einzelnen Szenen versucht und Geschichten angefangen, aber immer aus dem Bauch heraus ohne Konzept. Ich glaube, wenn ich strukturierter vorgehe und mir Ihre Tipps zu Herzen nehme, wird es zukünftig besser klappen. Da die Muse ja bekanntlich nur die Fleißigen küsst, möchte ich nun wieder viel mehr schreiben und vielleicht sehen wir uns demnächt bei einem Ihrer Kurse :-)
    Viele Grüße
    Julia

    1. Die Schreibtrainerin

      Er sollte kurz sein und zusammen mit dem Titelbild einen ersten Vorgeschmack auf den Inhalt des Buches geben – zum Beispiel das Genre anklingen lassen oder schon erste Hinweise auf die Geschichte geben.

  87. Hallo Frau Huesmann,
    Ihr Blog ist sehr interessant. Vielleicht komme ich auf Ihr Onlineseminar noch zurück. Dafür muss ich allerdings noch ein wenig sparen. :-)
    Auch ich habe mit dem Schreiben begonnen und bin blutiger Anfänger. Aber ich habe schon seit Jahren eine Science-Fiction Story im Kopf, die mich nicht loslässt (ich habe es schon versucht). Stattdessen verdichtet und modifiziert sich die Geschichte immer mehr, so dass ich letztes Jahr begann, die Personen zu beschreiben und teilweise zu skizzieren. Zwischendurch überrollen mich starke Zweifel: bin ich überhaupt schlau genug mit einem labberigen Realschulabschluss, bekomme ich den Spannungsbogen hin, werde ich bis zum Schluss plausibel bleiben können, ect. ? Aber dann schaue ich wieder in meinen Vorbereitungsordner, indem ich schon so viele Personen, Planeten und Hierarchien detailliert aufgeschrieben habe, und ich freue mich, dass sie so charakteristisch geworden sind, dass ich sie nur lieben muss. Außerdem macht es einfach zu viel Spaß um nicht weiter zu machen.
    Da ich noch einen 30-Std.-Job, eine Tochter und einen Mann habe, komme ich nur schleppend voran. Allein mein Personenordner, der immer noch nicht fertig ist, nahm bisher fast ein halbes Jahr in Anspruch. Es bilden sich immer weitere Verknüpfungen, Bezüge und Beziehungen, dass viele anfängliche Personenbeschreibungen wieder umgeschrieben werden mussten. Ich mache mir Sorgen, dass ich eventuell auf Seite 250 neue Strukturen entwickele und plötzlich das ganze Buch umschreiben muss. Daher investiere ich lieber jetzt mehr Zeit in die Vorbereitungen. Auch mein erstes geschriebenes Kapitel habe ich bereits mehrfach verbessert und festgestellt, dass es gut ist, nach einem Kapitel ein bisschen “sacken” zu lassen und immer mal wieder zwischendurch Korrektur zu lesen. Aber selbst meine besten Vorbereitungen sind noch kein Garant fürchte ich… mal schauen, was ich noch dazu lernen kann.
    Viele Grüße und vielen Dank für diese Seite.
    Sheila

  88. Vielen vielen Dank für die Tipps.
    Ich schreibe schon seit vielen Jahren und habe verschiedenes ausprobiert, damit es strukturiert wird und sich die kreativen Einfälle nicht überschlagen, sondern ein roter Faden erkennbar bleibt. Dabei habe ich aber immer zu viel geplant und dann fehlte mir oft wieder die Motivation alles in Worte zu fassen.
    Bei mir geht das schreiben leichter wenn ich einfach drauf los schreibe, aber dann können viele Widerstände entstehen.
    Wie soll man ein Buch planen?

    1. Die Schreibtrainerin

      Es kommt darauf an ;-) Es kommt vor allem darauf an, wie Sie am besten arbeiten können. Vielleicht liegt Ihnen das Drauflosschreiben am meisten. Hier können Sie mehr darüber nachlesen, welche verschiedene Arbeitsstile es gibt und welche Vor- und Nachteile sie haben: Plotten oder nicht Plotten?
       
      Wer vor dem Schreiben planen möchte, kann es mit der Schneeflockenmethode versuchen, die hat sich sehr bewährt. Hier ist ausführlich nachzulesen, wie das geht: die Schneeflockenmethode.

  89. Hallo,
    ich danke für die guten Tipps und sie werden mir bestimmt noch weiter helfen, obwohl ich gerade sehr eingeschüchtert bin. Ich möchte unbedingt ein Buch schreiben, doch mir fehlt es an einigem. Ein guter Schreibstil und in letzter Zeit lässt auch ziemlich die Grammatik nach. Die Ideen habe ich, aber ganz viele musste ich streichen, da es so ähnliche irgendwo schon mal gab. Man kann sich wirklich die Haare raufen xD Ich hoffe, dass ich nicht abbreche. An alle anderen: Viel Erfolg!

    Liv

  90. Guten Tag,

    ich möchte mich an dieser Frage beteiligen: Nadine Göpfert 26. November 2015 at 19:37
    Meine Bücher basieren auf Träumen, habe mittlerweile schon das 7. geschrieben, stimmt es dass die bücher eher nicht so lang sein sollten. Und dann hab ich noch eine Frage, warum darf ich als Hauptperson nicht auch gleichzeitig der Erzähler der Geschichte sein.

    Ich will mein Leben zu Papier Bringen – von meiner Vorstellung her keine Autobiographie – ich sehe es als Lebensbegleitung oder als Sachbuch und da bin ich die Hauptperson. Denn ich habe eine schwere Reise gemacht, die ich jedem offenbaren will.

    Vielen Dank !

    1. Die Schreibtrainerin

      @Nadine Göpfert und Christoph

      Romane haben die unterschiedlichsten Längen, alles ist möglich. Doch viele Verlage wünschen sich von unbekannten AutorInnen die Durchschnittslänge, also rund 300 Normseiten. Je nach Verlag kann die Wunschlänge der Manuskripte 50 Normseiten mehr oder weniger betragen. Alle Manuskripte, die deutlich darunter oder darüber liegen, fallen aus dem Rahmen. Je nach Verlag nehmen sie das Buch trotzdem oder gerade deshalb. Doch etliche Verlage würden ein solches Manuskript aufgrund der Länge ablehnen. Deshalb rate ich unbekannten AutorInnen, es zunächst mit der üblichen Romanlänge zu versuchen.

      Was die Erzählperspektive betrifft, so ist oft in Ratgebern zu lesen, dass Biografien aus der Sicht einer dritten Person geschrieben sein sollen, nicht aus der Perspektive der Hauptperson. Das klingt angeblich objektiver. Doch manchmal wirkt eine Biografie gerade dann authentisch, wenn sie aus Sicht der Hauptperson geschrieben ist. Das würde ich einfach mal ausprobieren, um herauszufinden, wie gut das funktioniert und wie gut der Text wird.

  91. Meine Bücher basieren auf Träumen, habe mittlerweile schon das 7. geschrieben, stimmt es dass die bücher eher nicht so lang sein sollten. Und dann hab ich noch eine Frage, warum darf ich als Hauptperson nicht auch gleichzeitig der Erzähler der Geschichte sein.

  92. Hallo Anette,

    der Beitrag ist sehr gut strukturiert und verständlich, danke! Ich hatte zwar mehr über das eigentliche Buch schreiben erwartet (eigentlich geht es ja hier eher um Storytelling und um Elemente eines Romans), aber vielleicht kann man weitere Ressourcen zu den Bereichen Motivation, Verlagssuche, Selfpublishing, Schreibprozess, Inhaltskonzeption und das Schreiben eines Sachbuches/Ratgebers ja verlinken :-)

    LG, Nils

  93. Hallo,
    sehr interessant… und herzlichen Dank für die Impulse und Tipps.
    Hoffe bald den Mut zu haben anzufangen… bin in jeder Lebenslage in der Neuorientierung…. Beste Grüße Anto

  94. Hat mir sehr geholfen Ordnung in die Sache zu bringen. Bin alles andere als eine Buchschreiberin, habe nur eine, wie ich meine, spannende und interesante Geschichte zu erzaehlen die ich mit anderen teilen moechte. Jetzt muss ich nur schauen wer meine Rechtschreibfehler korrigiert wenn ich fertig bin, da ich ein umgelernter Linkshaendler bin und was das Schreiben angeht voll ausser Uebung. Das Lesen ihrer Empfehlungen hat mir Mut gemacht sodas ich mich jetzt an die Arbeit machen werde. Vielen, vielen Dank Puravida

  95. Marianne Leyendecker

    Die Tips sind sehr interessant und hilfreich.
    ICH bin dabei meine Biografie zu schreiben, mal sehen, wie das wird, suche nun weitere Helfer.
    Danke Marianne

  96. Ich bin erst 15 aber ich denke das ich ein gewisses Talent für das Schreiben schon mitgebracht habe. Ich versuch mich momentan an einem liebesroman der auf meinen eigenen Wünschen und Gedanken basiert. Ich habe oft Vorstellungen gehabt die sich in meinem Kopf immer mehr zu einer guten Geschichte weiterentwickelt haben. Doch ich war einfach zu träge diese aufzuschreiben :D Ich hab mich jetzt dazu aufgerafft und Ihre Tips geben mir eine viel bessere Übersicht über meine Ideen die jz mal geordnet sind. Die Geschichte /der Roman wird eine Mischung aus meiner eigenen Geschichte meinen eigenen Wünschen und soll ein bisschen von dem Schicksal her auf “Titanic”und” das Schicksal ist ein mieser verräter” beruhen. Mein Problem besteht nur darin dass ich niemanden hab der mein “werk”(falls es eins werden sollte :D ) beurteilt. Meine Mutter weigert sich es zu lesen weil es ihr zu kitschig ist und sonst hätte ich niemand der es ehrlich auf Sprache und geschichte kritisieren würde :/

  97. Sehr gute Tipps! Ich finde es großartig, dass es Menschen gibt, die ihr Fachwissen weitergeben. Theoretisch könnten Sie das Wissen nur für sich behalten und noch mehr Bücher schreiben. Indem Sie Ihr Fachwissen weitergeben – ermöglichen Sie anderen Leuten über sich hinauaszuwachsen, zu lernen und vielleicht irgendwann mal – auch ein Buch zu schreiben.
    Jeder hat ein ausreichend interessantes Leben – so dass jeder zumindest ein Buch verfassen könnte – über sein eigenes Leben. Solche Geschichten machen das Leben wertvoller.

  98. Ich versuche derzeit ein Buch zu schreiben. Mein Problem ist, das ich Angst habe, versehentlich Dinge aus anderen Büchern, die ich gelesen habe, einzubauen und dass mein Buch den anderen zu sehr ähnelt. Die Tipps haben mir aber schon etwas geholfen. Danke :-)

    1. Die Schreibtrainerin

      In den meisten Büchern stehen Dinge drin, die schon von anderen geschrieben wurden. Es gibt fast nichts, was wirklich neu ist. Deshalb kommt es nicht darauf an, etwas vollkommen Neues zu schreiben. Sondern es kommt darauf an, wie Sie es schreiben, wie Ihre ganz individuelle Bearbeitung des Stoffs aussieht. Ihre Sicht der Dinge – das ist das Neue daran.

  99. Ich bin aus Brasilien und wohne in Deutschland seit 6 Jahren. Ich schreibe ein Buch auf portugiesisch (meine Muttersprache).
    Ich denke mir, dass ich Schwierigkeit haben werde, einen Verlag zu finden, der mein Buch übersetzen könnte. Ich weiss nicht, ob Sie mich verstehen. Vielleicht wird der Verlag mein Buch ablehnen.
    Das Buch ist noch nicht fertig, aber ich denke schon darüber nach.

    1. Die Schreibtrainerin

      Vielleicht finden Sie einen kleinen Verlag, der auf Bücher aus Brasilien spezialisiert ist. Den könnten Sie auch jetzt schon ansprechen und nachfragen, ob er Interesse an Ihrem Buch hat.

  100. Für den ersten Eindruck, wie ein Roman aufgebaut sein muss, ist dieser Beitrag sehr hilfreich. Danke für die klaren Beispiele und für die weiterführenden İnfos. Die İnformationen über die “Heldenreise” hat mir und meinen İdeen weitere positive İmpulse verschafft.

    Danke

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