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Die 10 besten Tipps, um ein richtig gutes Buch schreiben

Lernen Sie die erprobten Methoden von Goethe und Schiller, Stephen King und Joanne K. Rowling – und schreiben Sie Ihr eigenes Buch.

Sie können Ihr eigenes Buch schreiben: In den Seminaren der Schreibtrainerin lernen Sie, wie's geht.
 
 

1. Was für ein Buch möchten Sie schreiben? Sachbuch, Biografie oder Roman?

Je klarer Ihre Vorstellung von dem Buch, das Sie schreiben möchten, desto leichter wird es. Deshalb sollten Sie sich schon frühzeitig Gedanken darüber machen, was es werden soll: ein Roman, eine Biografie, ein Jugendbuch, ein Kinderbuch oder ein Sachbuch?

Wenn man sich nicht entscheiden mag, was für ein Buch man schreiben möchte, dann macht man es sich unnötig schwer. Es ist schon schwer genug, einen guten Roman zu schreiben. Es ist noch schwerer, einen guten Mix aus Roman und Sachbuch hinzukriegen oder einen guten Mix aus Biografie und Kinderbuch. Außerdem macht eine Mischung es schwerer, Leser*innen zu finden. Das ist ähnlich wie in einem Restaurant. Will man eine ganz neue Mischung aus Hauptspeise und Dessert anbieten, ist es schon schwer genug, ein schmackhaftes neues Gericht zu kreieren. Aber wohin damit auf der Speisekarte? Zu den Desserts? Oder zu den Hauptspeisen? Noch schwerer wird es, Menschen davon zu überzeugen, für eine ganz neue und unerwartet andere Kreation Geld zu bezahlen.

Treffen Sie eine Entscheidung
Ähnlich ist es mit Büchern: Was man nicht klar zuordnen kann, ist schwer unterzubringen und schwer zu verkaufen. Natürlich ist ein Mix möglich und es finden sich Mischungen aller Art auf dem Buchmarkt. Aber als Anfänger*in gleich mit dem Schwersten anzufangen, was es beim Schreiben von Büchern überhaupt gibt – das sollten Sie sich gut überlegen.

Eine kleine Entscheidungshilfe:

  • Ein Roman ist eine rein fiktionale Geschichte.
  • Eine Biografie beschreibt wahrheitsgemäß das Leben eines Menschen.
  • Ein Jugendbuch richtet sich an eine Zielgruppe zwischen 12 und 18 Jahren. Je enger die Zielgruppe, desto besser. Denn 13-Jährige interessieren sich für andere Themen als 18-Jährige.
  • Ein Kinderbuch richtet sich an eine Zielgruppe zwischen 3 und 11 Jahren. Auch hier gilt: Je enger die Zielgruppe, desto besser. Ein vierjähriges Kind interessiert sich für andere Bücher als ein zehnjähriges Kind.
  • Sachbücher präsentieren klar abgegrenzte Themen, gut und spannend aufbereitet.

 
Mein wichtigster Tipp: Entscheiden Sie sich. Das macht den Einstieg ins Schreiben leichter. Nach dem 10. Bestseller ist immer noch Zeit für Experimente.

In diesem Blogbeitrag geht es nun weiter mit dem Roman. Wenn Sie eine andere Art Buch schreiben möchten, dann finden Sie hier auf meinem Blog weitere Informationen zu:

Kinderbuch
Sachbuch
Biografie

Und wie gesagt: Wenn Sie einen Roman schreiben möchten, dann sind Sie hier genau richtig.
 
 

2. Literatur oder Mainstream?

Soll Ihr Roman ein literarisches Werk werden oder eher Mainstream? Zur Klärung ist oft der Blick auf den eigenen Lesestapel hilfreich: Was lesen Sie gern? Es macht keinen Sinn, ein literarisches Buch schreiben zu wollen, wenn Sie selber keine literarischen Romane lesen. Ähnlich ist es mit den Büchern des Mainstream. Wer schon immer gern Krimis gelesen hat, bringt die beste Voraussetzung mit, einen guten Krimi zu schreiben.

Literarische Romane
Literarische Romane sind innovativ: Sie bringen neue Erkenntnisse für die Leser*innen, sind auf ganz neue Arten erzählt, experimentieren mit gewohnten Erzählmustern. Bei literarischen Romanen sind Experimente gewünscht und gewollt. Manche literarischen Werke stellen alles bisher Gewohnte auf den Kopf, wie der Roman „Wovon wir träumten“, von Julie Otsuka. Andere wiederum sind unauffällig anders, sie entsprechen den üblichen Erzähltraditionen und geben ganz nebenbei neue Einblicke, beispielsweise der Roman „Unterleuten“ von Juli Zeh.

Doch egal, ob das Neue im Vordergrund steht oder ganz unauffällig daherkommt – natürlich muss die Qualität stimmen. Um das hinzukriegen, sollte man zunächst das Handwerk lernen. Das Experimentieren kommt dann im Anschluss. Das ist ähnlich wie in der Malerei oder in der Musik. Möchte ich als Jazz-Musikerin frei improvisieren, dann sollte ich zunächst das Handwerk lernen: Noten, ein Instrument, Jazz. Erst dann widme ich mich der freien Improvisation. Beginne ich als Anfängerin gleich mit der Improvisation, ohne zuvor ein Instrument zu lernen, könnte es schwer werden mit der Qualität. Ähnlich ist es, wenn man ein Buch schreiben möchte.

Romane des Mainstream
Romane des Mainstream sind nicht experimentell geschrieben. Hier stehen neue, ungewöhnliche Geschichten im Vordergrund. Nicht der Schreibstil ist innovativ und auch nicht die Erzählweise. Die Geschichten sind innovativ. Das heißt: Diese Bücher erzählen außergewöhnliche Geschichten auf ganz traditionelle Art. Oder sie machen aus traditionellen Stoffen neue, ungewöhnliche Geschichten, die traditionell erzählt sind, beispielsweise „Harry Potter“ von J.K. Rowling. Natürlich muss auch hier die Qualität stimmen. Bevor man sich außergewöhnliche Geschichten ausdenkt, lernt man also zunächst das Handwerk des Schreibens: Plotten, Figurenentwicklung, Schreibstil – das volle Programm.

Wer noch mehr lesen möchte zum Unterschied zwischen Literatur und Mainstream, der wird hier auf meinem Blog fündig: Was unterscheidet Literatur und Mainstream?
 
 

3. Ein richtig gutes Buch braucht eine richtig gute Idee

Ganz egal, ob Sie ein literarisches Buch schreiben möchten oder einen Mainstream-Roman: Die wichtigste Voraussetzung ist eine richtig gute Idee. Durchschnittliche Ideen gibt es wie Sand am Meer: Das sind Geschichten, bei denen man gleich zu Anfang denkt – ah, so was Ähnliches habe ich schon mal gelesen. Natürlich ist es schwer, sich etwas auszudenken, was es so oder so ähnlich nicht schon irgendwann mal gegeben hat. Die Herausforderung ist, eine durchschnittliche Idee so weiterzuentwickeln, dass daraus eine richtig gute Idee wird. Eine Möglichkeit: Man nimmt an der eher durchschnittlichen Grundidee eine Veränderung vor, die dafür sorgt, dass etwas wirklich Neues entsteht.

So wird aus einer durchschnittlichen Idee eine außergewöhnliche Geschichte
Ein Beispiel: „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ von John Green. Die Grundidee: Zwei Jugendliche lernen sich kennen, verlieben sich und erleben die ersten Wochen und Monate ihrer neuen Liebe. Ok, das gab es schon hunderttausendfach. Das Außergewöhnliche an diesem Roman: Die beiden lernen sich in einer Selbsthilfegruppe für krebskranke Jugendliche kennen. Beide sind an Krebs erkrankt und wissen nicht, wie es mit ihnen und ihrer Erkrankung in den nächsten Monaten oder Jahren weitergeht. Unter dieser Voraussetzung ist die Liebesgeschichte ganz neu und ungewöhnlich, denn die Hauptfigur kämpft mit der Frage, ob sie es dem anderen zumuten kann, dass sie vielleicht in absehbarer Zeit stirbt. Ob es fair ist, in dieser Situation eine Beziehung einzugehen.
Und so wird durch die Tatsache, dass beide an Krebs erkrankt sind, aus der scheinbar so banalen Liebesgeschichte zwischen zwei Jugendlichen eine ganz neue, andere, herausfordernde und ungewöhnliche Geschichte. Aus der banalen Grundidee „Zwei Jugendliche verlieben sich“ wurde die außergewöhnliche Grundidee „Zwei krebskranke Jugendliche verlieben sich“. Und daraus entstand diese außergewöhnliche Geschichte.

Die Herausforderung ist also nicht, sich etwas ganz Neues auszudenken. Das ist kaum machbar. Geschichten sind so alt wie die Menschheit und was könnte man da erzählen, was nicht viele andere schon erzählt haben. Die Herausforderung ist, den „bekannten“ Zutaten für einen Liebesroman, einen Krimi oder einen Thriller eine neue, ungewohnte Zutat hinzuzufügen. Damit die Geschichte einen neuen, anderen, spannenden Dreh bekommt.

Gute Bücher beruhen auf außergewöhnlichen Ideen
Ein weiteres Beispiel: Ein Mann und eine Frau lernen sich kennen, verlieben sich, habe eine Beziehung und trennen sich wieder. So einfach, so banal: „Agnes“ von Peter Stamm. Das Außergewöhnliche an dieser Geschichte: Am Ende scheint die Frau einfach zu verschwinden. Es bleibt offen, ob es sie und damit auch diese Beziehung jemals gegeben hat. Eine einfache Idee, schnörkellos geschrieben, ungewöhnlicher Schluss. Auch das hat gut funktioniert.

Die Geschichte muss zum Genre passen
Bei der Entwicklung guter Ideen gibt es noch eine weitere Herausforderung zu meistern. Bei literarischen Werken muss die Idee genug Input liefern für einen innovativen Roman. Sei es, dass der Schreibstil innovativ ist oder die Art des Erzählens oder der Blick auf die Gesellschaft.
Bei einem Mainstream-Roman muss die Geschichte nicht nur außergewöhnlich sein, sie muss auch zum Genre passen. Denn von Mainstream-Romanen wird erwartet, dass sie einem bestimmten Genre zugerechnet werden können wie beispielsweise Krimi, Liebesroman oder Science Fiction. Das ist eine besondere Herausforderung: Die Geschichte muss sich im üblichen Rahmen eines bestimmten Genres bewegen und trotzdem außergewöhnlich sein – wie kann das gehen? Was kann man sich noch ausdenken, was es z.B. als Liebesroman oder Krimi oder Thriller nicht schon gegeben hat? Gute Beispiele sind „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ von John Green, „Die Falle“ von Melanie Raabe und „Zerrissen“ von Juan Gómez-Jurado. Alle drei Geschichten bewegen sich innerhalb ihres Genres im Rahmen des Üblichen und sind doch außergewöhnlich.

Wer mehr über Genres erfahren möchte, kann hier weiterlesen: Buchgenres – macht das Sinn oder kann das weg?
 
 

4. Sie möchten ein packendes Buch schreiben? Dann brauchen Sie einen Planungssatz

Steht die außergewöhnliche Grundidee für das Buch, dann sollten Sie die Handlung der Geschichte in einem Satz zusammenfassen. Diese Zusammenfassung wird auch Planungssatz oder Logline genannt. Der Planungssatz ist der rote Faden für die Geschichte, das heißt, von Anfang bis Ende sollten alle Ereignisse im Buch diesen Planungssatz mit Leben füllen.

Der Planungssatz hilft, die wichtigsten Geschehnisse trotz vieler kreativer Einfälle nicht aus dem Auge zu verlieren. Das ist die beste Voraussetzung, um ein spannendes Buch zu schreiben. Doch der Planungssatz sollte nicht nur eine Zusammenfassung der Geschichte sein, er sollte auch den Hauptkonflikt enthalten. Es finden sich in jedem Buch eine Menge Konflikte, doch nur der Hauptkonflikt gibt den rote Faden vor.

Ein gutes Beispiel ist der Roman „Das Parfum“ von Patrick Süskind. So könnte die Geschichte in einem Satz lauten:

Ein Mann ohne Eigengeruch und mit genialem Geruchssinn will sich aus dem Geruch junger Frauen ein Parfum machen, das ihn liebenswerter macht.

Der Satz fasst zwar das Buch zusammen, doch der Hauptkonflikt fehlt. Mit anderen Worten: Wo ist in dieser Geschichte das Problem, das heißt, wo ist der Konflikt? Das, was das Buch erst so richtig spannend macht? Hier die Zusammenfassung in einem Satz inklusive Hauptkonflikt:

Ein Mann ohne Eigengeruch und mit genialem Geruchssinn ermordet junge Frauen und macht aus ihnen ein Parfum, das ihn liebenswerter machen soll.

In der zweiten Version ist klar, woraus sich in diesem Buch die Spannung ergibt, wo das größte Konfliktpotenzial liegt: Die Hauptfigur des Romans ist ein Mörder. Damit ist klar, dass er eine Menge Ärger am Hals hat. Im Buch ordnen sich alle Ereignisse und Szenen diesem Hauptkonflikt unter – das ist der rote Faden der Geschichte.

Noch bevor Sie anfangen Ihr Buch zu schreiben, sollten Sie den Planungssatz formulieren. Natürlich können es für diese erste Planung auch mal zwei oder drei Sätze sein. Doch die Zusammenfassung sollte so einfach wie möglich werden. Ist die Logline zu kompliziert, dann wird vielleicht auch die Geschichte zu kompliziert. Geübte Autor*innen kriegen das in den Griff, doch mit weniger Übung könnte das schwierig werden.

 
 



5. Entwickeln Sie einen spannenden Plot

Im nächsten Schritt entwickeln Sie aus dem Planungssatz einen spannenden Plot. Der Plot ist der Handlungsverlauf eines Romans, der sich aus allen Ereignissen einer Geschichte ergibt. Das wichtigste Grundprinzip eines spannenden Plots: Kausalität. Das heißt, alle Ereignisse eines Plots sollten kausal zusammenhängen. In einer guten Geschichte passiert nichts, was sich nicht aus dem Vorhergehenden ergibt.

Einzige Ausnahme: der Einstieg. Das erste Ereignis in einem Buch kann rein zufällig sein. Doch es sorgt dafür, dass alle darauffolgenden Ereignisse ins Rollen kommen – deshalb wird es auch auslösendes Ereignis genannt. Das auslösende Ereignis steht zu Beginn einer Geschichte und setzt alles Darauffolgende in Gang. Das ist ganz ähnlich wie beim Dominoeffekt: Der erste Stein fällt und reißt alle nachfolgenden Steine mit. Für einen guten Unterhaltungsroman ist die Kausalität des Plots die wichtigste Basis.

In der Planungsphase sollte man sich die wichtigsten Ereignisse und Wendepunkte des Plots zurechtlegen. Der Planungssatz gibt vor, welche Ereignisse zur Geschichte gehören und welche nicht. Ist der Handlungsverlauf soweit klar, dann sollte er einen guten Spannungsbogen kriegen: Der Plot braucht eine innere Dramatik. Diese entsteht dadurch, dass sich die Ereignisse allmählich zuspitzen.

Um einen guten Spannungsbogen für sein Buch hinzukriegen, kann man mit Dramenmodellen arbeiten. Das einfachste Dramenmodell ist der Dreiakter, der auf Aristoteles zurückgeht. Bis heute wird der Dreiakter für die Dramatisierung von Drehbüchern und Romanen eingesetzt.

Erster Akt
Zu Beginn steht ein auslösendes Ereignis und die ersten sich allmählich steigernden Ereignisse.

Zweiter Akt
Die Ereignisse spitzen sich immer weiter zu – bis es schließlich zu einer Wende kommt, die dem Handlungsverlauf eine neue Richtung gibt.

Dritter Akt
Im letzten Akt folgt eine Kette von besonders dramatischen Ereignissen und dann der Schluss. Der Schluss muss die logische Folge der vorhergehenden Geschehnisse sein. Je weniger Zufall im Spiel ist, desto mehr Drama.

Für die Planung des Plots können Sie zunächst die Handlung in drei Sätzen festhalten. Im ersten Satz benennen Sie das auslösende Ereignis. Im zweiten Satz halten Sie das Ereignis fest, das in der Mitte der Geschichte eine Wende bringt. Der dritte Satz beschreibt den Schluss der Geschichte.
 
 

6. Interessante Figuren treiben die Geschichte voran

Gute Bücher brauchen gute Figuren. Denn nur wenn Leser*innen eine Figur spannend finden, lesen sie weiter. Das Interesse an einer Geschichte wird ausgelöst durch das Interesse an einer Figur und ihrem Schicksal. Deshalb sollten Sie viel Zeit für die Figuren-Entwicklung einplanen, bevor Sie anfangen, Ihr Buch zu schreiben.

Um das erste Interesse für eine Figur zu wecken, sollte diese ein klares Profil haben mit einem individuellen Charakter und einer nachvollziehbaren Handlung. Um das hinzukriegen, sollten Sie im ersten Schritt eine dreidimensionale Figur entwickeln mit:

  • einem prägnanten Aussehen (1. Dimension)
  • einem unverkennbaren psychologischen Profil (2. Dimension)
  • einem individuellen sozialen Umfeld (3. Dimension)

 
Eine dreidimensionale Figur bildet oft den ersten Anreiz zum Weiterlesen. Um sie noch spannender zu machen, können Sie ihr etwas Außergewöhnliches mit auf den Weg geben. Etwas, das sie aus der Masse hervorhebt: ein außergewöhnliches Hobby, außerordentliche Charakterzüge, eine außergewöhnliche Lebensgeschichte oder Ähnliches.

Doch es gibt noch mehr, was man bei der Figurenentwicklung tun kann. Einer dreidimensionalen Figur, die etwas Außergewöhnliches mitbringt, gelingt es oft, das erste Interesse an einem Buch zu wecken. Doch damit die Leser*innen dranbleiben über mehrere hundert Seiten, sollte Ihre Hauptfigur ein bestimmtes Ziel haben. Vielleicht möchte sie sich einen ungewöhnlichen Wunsch erfüllen oder sie will ihrem Kind das Leben retten oder sie möchte ihre große Liebe für sich gewinnen. Was immer es ist: Wir Menschen sind neugierig und wenn wir von einer Person erfahren, dass sie unbedingt etwas Bestimmtes erreichen will, dann lesen wir voller Neugier weiter. Schließlich wollen wir herauszufinden, ob die Figur ihr Ziel erreichen kann. Außerdem bleibt die Figur und ihre Handlung auf diese Weise immer glaubwürdig: Denn was immer sie tut, als Leser*innen wissen wir, dass die Figur konsequent ein bestimmtes Ziel verfolgt und dafür viele Schwierigkeiten in Kauf nimmt.

Noch glaubwürdiger wird die Figur und ihr Handeln, wenn ihr Ziel mit einem klaren Motiv verbunden ist. Wir müssen nicht lange überlegen, warum eine Figur ihr Kind retten will oder ihre große Liebe für sich gewinnen möchte. Dahinter stecken urmenschliche Motive, die allen sofort einleuchten. Will eine Figur unbedingt den höchsten Berg der Welt besteigen oder einen Marathon gewinnen – das ist nachvollziehbar, wenn es sich um einen Lebenstraum handelt. Auch das ist ein starkes Motiv. Will die Figur unbedingt ein Haus bauen – da wird es schon schwieriger mit dem Interesse an dieser Figur und ihrer Geschichte. Denn ein Haus zu bauen ist nicht außergewöhnlich und das Mitgefühl, wenn eine Figur es nicht schafft, hält sich durchaus in Grenzen. Habe ich als Leser*in jedoch erfahren, dass die Figur sowohl ihre Familie und ihr Erspartes als auch ihr Selbstvertrauen verlieren wird, wenn sie es nicht endlich schafft, dieses Haus zu bauen: Dann hat die Figur ein starkes Motiv und viel zu verlieren – und damit steigt das Interesse an ihrem Schicksal.
 
 

7. So schreiben Sie ein gutes Buch

Das Prinzip „Show don’t tell“ gilt derzeit als eine der wichtigsten Empfehlungen beim Schreiben von Büchern überhaupt. Dieses Prinzip unterscheidet zwei Arten von Erzählweisen: narrativ und szenisch.

Beim narrativen Erzählen werden die Geschehnisse beschrieben.

Beim szenischen Erzählen werden die Ereignisse „gezeigt“ durch Dialoge und Handlungen. Wir schildern bildhaft, was wir vor unserem inneren Auge sehen, damit die Geschehnisse lebendiger werden. Das szenische Schreiben gelingt, wenn wir alle fünf Sinne ansprechen: Wir beschreiben, was die Figuren in der Geschichte hören, was sie sehen, riechen, schmecken und fühlen. Das Ziel ist, dass bei den LeserInnen eine bildhafte Vorstellung von dem Geschehen entsteht.

Klassische Beispiele für die narrative Erzählweise sind Märchen wie Hänsel und Gretel. Hier ein Beispiel, wie sich der Unterschied bemerkbar macht.

So klingt es narrativ:

Hänsel und Gretel verirrten sich im Wald. Dort war es dunkel und kalt, und sie fürchteten sich sehr.

So klingt es szenisch:

Gretel zitterte und ihr blasses Gesicht hob sich von den nachtschwarzen Baumstämmen ab.
„Ich bin müde“, flüsterte sie.
Hänsel wischte sich mit dem Handrücken die Nase.
„Wir müssen weiter“, drängte er.

(Das Beispiel verdanke ich meiner Kollegin Simone Harland und dem Autorenforum Montségur.)

Ein belletristischer Text enthält viele unterschiedliche Elemente wie bildhafte Schilderungen von Schauplätzen, Figuren und deren Innensicht, Handlungen – und nicht zuletzt Dialoge. Man könnte meinen, das Wichtigste am Dialog ist, was gesprochen wird. Doch das Gegenteil ist der Fall: Dialoge leben vor allem von dem, was nicht ausgesprochen wird. Der häufigste Anfängerfehler, wenn man beginnt, ein Buch zu schreiben: Die Figuren reden zu viel.

Zurück zu unserem Beispiel von Hänsel und Gretel.

Hier wird zu viel geredet:

Gretel zitterte und ihr blasses Gesicht hob sich von den nachtschwarzen Baumstämmen ab.
„Es ist so kalt hier und wir wissen doch gar nicht, wo wir sind. Außerdem bin ich müde“, flüsterte sie.
Hänsel wischte sich mit dem Handrücken die Nase.
„Bald ist es Mitternacht und wenn wir nicht schnell den Weg nach Hause finden, müssen wir im Wald übernachten. Dort sind wir den wilden Tieren ausgeliefert. Wir haben keine Zeit, wir müssen weiter“, drängte er.

Und so klingt die wortkarge Version:

Gretel zitterte und ihr blasses Gesicht hob sich von den nachtschwarzen Baumstämmen ab.
„Ich bin müde“, flüsterte sie.
Hänsel wischte sich mit dem Handrücken die Nase.
„Wir müssen weiter“, drängte er.

Spannende Dialoge entstehen erst durch Überarbeitung. Steckt man mitten im Schreibprozess, dann schreibt man Dialoge am besten so, wie einem die Worte gerade in den Sinn kommen. Diese erste Version sollte man später überarbeiten: Damit es unterhaltsamer und spannender wird, hilft es oft, die Sätze in direkter Rede soweit zu kürzen, dass sie gerade noch verständlich sind. Den LeserInnen reichen meist schon wenige Worte, um einer Geschichte folgen zu können. Alles, was darüber hinausgeht, wird oft als langweilig empfunden.

Natürlich gibt es richtig gute Bücher mit wortreichen Dialogen. Aber es braucht eine Menge Erfahrung, um ausführliche Dialoge zu schreiben, die nicht langweilen. Deshalb ist es einfacher, wenn man noch nicht so viel Erfahrung hat mit dem Schreiben von Büchern, Dialoge knapp zu halten.

Wenn Sie anfangen, Ihr eigenes Buch zu schreiben, dann werden Sie so allmählich einen eigenen Schreibstil entwickeln. Zu Beginn können Sie sich an dem orientieren, was Sie selber gerne lesen. Eine gute Übung ist es, wenn Sie Ihren eigenen Text immer wieder aufs Neue schreiben in unterschiedlichen Schreibstilen: mal als Comic, mal wie Kafka, mal wie Rowling und mal wie ein Heftroman. So können Sie die Unterschiede besser erkennen und lernen, Sprache bewusst einzusetzen. Auf diese Weise können Sie herausfinden, womit Sie sich wohlfühlen und was für Sie und Ihre Geschichte gut passt.
 
 

8. Zeitmanagement

Ein Roman besteht im Schnitt aus rund 300 Seiten Text. Da steckt eine Menge Zeit drin. Doch die meisten Autor*innen schreiben ihre Bücher nicht hauptberuflich, sondern „nebenbei“ – neben Job, Familie, Regenerierung. Wie kriegt man das hin? Für viele Schreibende haben sich feste Schreibzeiten bewährt. Das kann jeden Morgen vor der Arbeit sein, abends nach der Arbeit, jeden Mittwochabend oder jeden Sonntagmorgen.

Zu Beginn sollten Sie ein wenig experimentieren, um herauszufinden, wann die beste Zeit für Sie ist. Wann haben Sie Zeit und die richtige Energie, um an Ihrem Buch zu schreiben? Wie bekommen Sie ein oder zwei Stunden am Stück am besten in Ihrem Alltag unter? Sie sollten Ihre Schreibzeit mit Ihrem sozialen Umfeld und Ihrer Familie absprechen, damit Sie in dieser Zeit nicht gestört werden. Schalten Sie das Telefon ab und gehen Sie offline.

Ihre feste Schreibzeit sollten Sie nur im Notfall übergehen und zu 80 Prozent einhalten. Schreiben Sie an Ihrem Buch, egal, ob Sie gerade Lust dazu haben oder nicht. Wenn Sie keine Lust zum Schreiben haben, dann können Sie recherchieren oder Rechercheergebnisse abheften oder den Text überarbeiten oder Ähnliches. Haben Sie erst mal den Anfang gefunden, dann geht es manchmal vielleicht besser, als Sie zunächst dachten. Oft gelingt es, über das Recherchieren zum Überarbeiten und schließlich zum Schreiben zu kommen. So allmählich sollte sich daraus eine gewisse Routine entwickeln: Sie schreiben jeden Morgen zwischen 6 und 7 Uhr oder jeden Sonntagmorgen zwischen 10 und 12 Uhr. Es muss nicht perfekt sein, was Sie in dieser Zeit machen. Das Wichtigste: am Ball bleiben.

Verbinden Sie Ihre Schreibzeit mit etwas Positivem. Gönnen Sie sich eine Tasse Kaffee oder ein Stück Schokolade oder arbeiten Sie an Ihrem Lieblingsplatz. Die Schreibzeit sollte eine Belohnung sein und keine Strafe.

Feste Schreibzeiten verbunden mit kleinen Ritualen wie Kaffee und Schokolade bringt viele Schreibende gut voran. So gelingt es, regelmäßig am Text zu arbeiten und beim Schreiben des eigenen Buches voranzukommen. Probieren Sie’s aus und finden Sie heraus, was für Sie am besten funktioniert.
 
 

9. So bringen Sie Ihr Buch heraus

Endlich fertig? Dann steht einer Veröffentlichung nichts mehr im Weg. Aber wie vorgehen?

Es ist heute einfacher denn je, ein eigenes Buch zu veröffentlichen. Da gibt es zum einen den ganz klassischen Weg: Sie suchen sich einen Verlag, der Ihr Buch herausbringt. Die andere Möglichkeit: Sie bringen Ihr Buch auf eigene Faust heraus. Früher hieß die eigenständige Veröffentlichung Selbstverlag, heute ist der englische Begriff üblich: Selfpublishing.

Der Unterschied zwischen Verlag und Selfpublishing
Die zwei Möglichkeiten der Veröffentlichung haben für Sie ähnliche Vor- und Nachteile wie eine Berufstätigkeit als Angestellte oder Selbstständige:

Veröffentlichung mit einem Verlag

  • Bei einem Verlag müssen Sie sich bewerben
  • Der Verlag bekommt viele Bewerbungen, einige wenige Manuskripte nimmt er an, viele andere lehnt er ab
  • Der Verlag bezahlt Sie und legt die Höhe Ihres Honorars fest
  • Der Verlag bestimmt das Aussehen Ihres Buches (Titel, Cover, gebundenes Buch oder Taschenbuch) und nimmt unter Umständen auch Einfluss auf den Inhalt
  • Der Verlag bezahlt Lektorat, Druck und Vertrieb
  • Der Verlag trägt das finanzielle Risiko

 
Veröffentlichung im Selfpublishing

  • Als Selfpublisher entscheiden Sie, ob und wie Ihr Buch herauskommt
  • Sie legen den Preis des Buches fest und damit Ihren Erlös
  • Sie entscheiden allein über das Aussehen und den Inhalt Ihres Buches
  • Sie bezahlen das Lektorat und das Cover
  • Sie suchen sich einen Dienstleister, der den Druck und den Vertrieb übernimmt und dafür von jedem verkauften Exemplar einen Anteil des Erlöses bekommt
  • Sie tragen das finanzielle Risiko

 
So finden Sie einen Verlag für Ihr Buch
Bei einem Verlag bewerben Sie sich mit einem Exposé und einer Leseprobe. Oft muss man mehrere Monate auf Antwort warten, nicht selten bleibt die Antwort ganz aus. Denn Verlage bekommen immer häufiger Manuskripte angeboten und oft fehlt ihnen die Zeit, Absagen zu schreiben. So findet sich auf vielen Verlags-Websites die Ankündigung: Sollten Sie in acht (oder zehn oder zwölf) Wochen nichts von uns (dem Verlag) hören, dann nehmen Sie das bitte als Absage.

Eine Alternative sind Literaturagenturen. Diese nehmen (angehende) Autor*innen unter Vertrag und vermitteln ihre Manuskripte an Verlage. Agenturen werden nicht von den Verlagen bezahlt, sondern von den Autor*innen: Für die erfolgreiche Vermittlung eines Manuskripts verlangen Agenturen eine Provision zwischen 15 und 20 %. Sie erhalten also ihren Anteil vom Autorenhonorar. Als Gegenleistung setzen sie ihr ganzes Know-how für ihre Autor*innen ein und holen bei den Verlags-Verhandlungen das Bestmögliche heraus.
Eine Bewerbung bei Literaturagenturen läuft ähnlich wie die Bewerbung bei Verlagen. Auch die Erfolgsaussichten sind vergleichbar. Es gibt also zwei Wege zu einer Verlags-Veröffentlichung: Sie können sich bei Agenturen bewerben, damit diese für Sie einen passenden Verlag an Land ziehen. Oder Sie bewerben sich direkt bei den Verlagen.

So bringen Sie Ihr Buch im Selfpublishing heraus
Als Selfpublisher*in haben Sie die Qual der Wahl: Es gibt viele seriöse Dienstleister und es wird eine Weile dauern, bis Sie sich einen Überblick über den Markt verschafft haben. Denn alle Dienstleister haben Vor- und Nachteile und das macht es schwer, eine gute Entscheidung zu treffen. Außerdem müssen Sie vor der Veröffentlichung investieren: Sie geben das Lektorat in Auftrag, das Cover und den Buchsatz. Je nach Umfang des Manuskripts und Ihren Ansprüchen werden dafür zwischen 1.000 und 3.000 Euro fällig. Auch um die Vermarktung müssen Sie sich selber kümmern oder einen Dienstleister bezahlen. Dafür gibt es am Ende weder einen Verlag noch eine Agentur, die am Verkauf Ihres Buches mitverdienen.

Auf den Punkt gebracht: Vor-und Nachteile von Agenturen, Verlagen und Selfpublishing

Agenturen
+ Agenturen kennen den Markt gut und holen das Bestmögliche für ihre Autor*innen heraus.
– Agenturen erhalten eine anteilige Provision vom Honorar der Autor*innen.

Verlage
+ Verlage sind Buch- und Vertriebsprofis. Sie setzten ihr ganzes Know-how dafür ein, möglichst viele Exemplare Ihres Buches zu verkaufen. (Doch das finanzielle und personelle
Engagement hat auch Grenzen, erwarten Sie von einem Verlag nicht zu viel.)
+ Der Verlag trägt das wirtschaftliche Risiko.
– Die Abläufe sind langwierig (zwischen der Bewerbung, einer Zusage und der anschließenden Veröffentlichung liegen üblicherweise ein bis zwei Jahre).
– Der Verlag will bei der Veröffentlichung mitreden und mitentscheiden.

Selfpublishing
+ Die Autor*innen können sehr schnell veröffentlichen (innerhalb von ein paar Wochen nach Fertigstellung des Manuskripts).
+ Die Autor*innen können alle Entscheidungen selber treffen.
– Die Autor*innen treten finanziell in Vorleistung und tragen das wirtschaftliche Risiko.

Mehr über die Veröffentlichung von Büchern finden Sie hier auf meinem Blog: Wie man Bücher veröffentlicht.
 
 

10. Exposé und Leseprobe

Wenn Sie sich mit einem fertigen Manuskript bei Literaturagenturen und / oder Verlagen bewerben möchten, dann brauchen Sie ein gutes Exposé und eine ansprechende Leseprobe. Denn Verlage und Agenturen erhalten beim ersten Anschreiben niemals das komplette Manuskript, immer nur ein Exposé und eine Leseprobe.

So sieht ein gutes Exposé aus
Ein Exposé sollte maximal zwei bis drei Seiten lang sein. Je kürzer, desto besser. Das ist für Roman-Autor*innen meist die größte Herausforderung. Denn auf zwei bis drei Seiten sollten Sie Folgendes unterbringen:

  • Die wichtigsten Daten zu Ihnen (Namen und Kontaktdaten) und Ihrem Manuskript (Länge, Genre, Zielgruppe)
  • Eine kurze Zusammenfassung Ihres Manuskripts (auch: Pitch oder Klappentext)
  • Eine vollständige Inhaltsangabe (inkl. Schluss)
  • Eine Autorenvita (etwa 5 bis 10 Sätze)

 
Manche Autor*innen ergänzen noch eine kurze Liste mit den wichtigsten Romanfiguren und eine Liste der bisherigen belletristischen Veröffentlichungen.

Wählen Sie eine ansprechende Leseprobe
Als Leseprobe sollten Sie den Anfang Ihres Romans wählen. Denn gerade der Einstieg eines Romans ist schwer zu schreiben und Verlage und Agenturen möchten sehen, ob Sie diese Herausforderung gut gemeistert haben. Die übliche Länge einer Leseprobe liegt bei rund 15 bis 20 Normseiten. Doch die Angaben schwanken. Bevor Sie eine Leseprobe an eine Agentur oder einen Verlag schicken, sollten sie deshalb auf deren Website die Vorgaben nachlesen. Manche möchten 15 Normseiten als Leseprobe, andere 20 oder 30 Normseiten. Die Leseprobe sollte in Form von Normseiten angelegt sein, sauber formatiert (hier können Sie nachlesen, wie Roman-Manuskripte üblicherweise formatiert werden) und ohne weiteren Schnick-Schnack.

Mehr zu Leseprobe und Exposé (inkl. Beispiel) finden Sie hier auf meinem Blog: Exposé und Leseprobe.
 
 
 

Checkliste – Die besten Tipps, um ein richtig gutes Buch zu schreiben

Und hier gibt es zum Download eine Checkliste Die besten Tipps um gute Bücher zu schreiben – einfach klicken und herunterladen.


Wenn Sie diesen Artikel mit Interesse gelesen haben, dann finden Sie hier noch weiteres Lesefutter:
 
Romane schreiben – die zehn häufigsten Anfängerfehler
Autor*in werden – die zehn besten Tipps
Wie man eine seriöse Literaturagentur findet – die wichtigsten Tipps
Wie man Romanideen findet und beurteilt, ob sie gut sind
Was verdient man mit einem Buch?

 

 

Dr. Anette Huesmann ist Autorin, Dozentin für Kreatives Schreiben und Sprachwissenschaftlerin. Sie leitet Workshops zum Kreativen Schreiben, schreibt Bücher und berät (angehende) AutorInnen. Hier finden Sie die aktuellen Schreibkurse und hier erfahren Sie mehr über ihr Beratungsangebot.
  1. Flashy Antworten

    Juhu,
    ich versuche mich nach langem hin und her nun auch wieder im schreiben.
    Ich schreibe ja sehr gerne szenisch das ist einfach mein Ding es fühlt sich für mich so einfach realer an was ich schreibe. Meine Richtung ist ja fantasy und Romantik 😉 aber so kommen wir zu meinem Problem.
    Der Dialog woran merke ich konkret das er zu lang ist – ich habe nämlich das Problem das ich schon immer gerne mehr Worte als nötig verwende!
    Gibt es da eine pauschale Grundregel oder ein paar mehr Tipps auf was ich alles so achten kann.
    LG FLashy

    • Die Schreibtrainerin Antworten

      Hallo Flashy,
      ich weiß, das ist doof – aber ich kann nur antworten: Das kommt darauf an. Auf die Szene, die Figuren, den Schreibstil usw. Meine Erfahrung ist: Gerade AnfängerInnen machen am häufigsten den Fehler, dass die Figuren zuviel Quatschen und dadurch die Szene an Spannung verliert. Deshalb mein Tipp: kürzen, kürzen, kürzen. Solange, bis die Szene gerade noch verständlich ist. Da helfen TestleserInnen sehr, um herauszufinden, ob man so dem Geschehen noch folgen kann.

      Wenn man unsicher ist, kann man auch für einen Test von einer Szene zwei Versionen erstellen: Eine Version mit den noch etwas längeren Dialogen und eine Version mit den gekürzten Dialogen. Dann beide Versionen an TestleserInnen geben und voten lassen: Welche Version ist besser, welche schlechter? Wenn 10 TestleserInnen ein Votum abgeben, dann findet man schnell heraus, ob die Dialoge durch das Kürzen wirklich gewinnen.

      Viel Erfolg!
      Anette Huesmann

  2. Firuze Antworten

    Hallo.
    Ich habe vor, ein Buch zu schreiben, habe auch schon eine Idee über was dieses handeln soll.
    Ich würde aber gerne wissen, ob diese Idee schon ein anderer hatte.
    Wie finde ich das heraus?

    • Die Schreibtrainerin Antworten

      Hallo Firuze,

      lesen – und Menschen fragen, die sich auskennen: BuchhändlerInnen, BibliothekarInnen usw. Aber selbst wenn ein anderer die Idee schon hatte (über die Jahrhunderte haben schon so viele Menschen Geschichten geschrieben, es gibt kaum eine Idee, die es so oder so ähnlich noch nicht gab), es kommt nicht (nur) auf die Idee an, sondern vor allem, was man selber daraus macht.

      Viel Spaß!
      Anette Huesmann

  3. Celine Antworten

    Guten Abend,

    nach langer Recherche bin ich endlich bei ein paar Tipps gelandet, die mir tatsächlich geholfen haben – danke erstmal dafür. Dennoch hat sich dadurch ein mir bisher unbekanntes Problem bei meinem Schreiben aufgezeigt. Besonders mit dem Übertragen meines Plots auf einen Dreiakter habe ich immer wieder Probleme. Ich habe das Gefühl, zu viele Ereignisse bzw. Höhepunkte in meine Geschichte einzubauen, möchte aber auch nichts weglassen, da ich Angst habe, dass es dann zu langweilig werden könnte. Ich befürchte jedoch, dass meine Geschichte zu komliziert und vielleicht auch etwas zu unlinear wird. Haben Sie möglicherweise eine Idee, wie ich dieses Problem in den Griff bekommen könnte und denken Sie eine Geschichte kann auch zwei Höhe- bzw. Wendepunkte besitzen? Und wird das Lesen nachher möglicherweise zu anstrengend, wenn eine Geschichte verschiedene Handlungsstränge aufweist, in denen sich die Personen auch überschneiden? Oder sollte man lieber einem klaren Handlungsstrang mit möglichst wenigen Charakteren folgen?

    Mit etwas überfragten aber freundlichen Grüßen ;-) ,

    Celine

    • Die Schreibtrainerin Antworten

      Hallo Celine,

      der Dreiakter, wie ich ihn hier in meinem Blog vorstelle, ist die einfachste Version dieses Dramenmodells. Es gibt eine weiterentwickelte Form des Dreiakters, wie sie zum Beispiel in Hollywood verwendet wird – hier nachzulesen: https://de.wikipedia.org/wiki/Spielfilmdramaturgie. Diese Version hat mehrere Wendepunkte. Und es gibt noch ein weiteres Dramenmodell, das oft von AutorInnen und DrehbuchautorInnen verwendet wird, die Heldenreise – hier nachzulesen: https://www.die-schreibtrainerin.de/heldenreise/. Auch die Heldenreise hat mehrere Wendepunkte. Das heißt: Der hier in meinem Blogbeitrag beschriebene Dreiakter ist die einfachste und leichteste Möglichkeit, einen Handlungsstrang zu dramatisieren. Und natürlich gibt es viele weitere Möglichkeiten, die auch mehrere Wendepunkte haben. Viele Geschichten haben etliche Wendepunkte und verschiedene Handlungsstränge. Aber je komplexer die Handlung, desto schwerer ist die Geschichte in den Griff zu bekommen. Wenn man mit dem Schreiben noch nicht so viel Erfahrung hat, ist es zu Beginn leichter, einen klaren Handlungsstrang mit wenigen Charakteren zu entwickeln.

      Viel Freude wünsche ich beim Entwickeln!
      Anette Huesmann

  4. Heidi Axel Antworten

    Ich habe Ihre Hinweise sehr aufmerksam gelesen und sie haben mir auch weiter geholfen. Danke! Ich habe mich im Moment auf Kurzgeschichten und Erzählungen konzentriert. Sei es für Kinder oder auch Erwachsene, aber irgendwann möchte ich schon mal einen richtigen Roman schreiben. Vielleicht klappt es doch einmal. Ich werde Ihre Seite ab und zu einmal besuchen!

  5. Manuela Antworten

    Liebe Frau Anette!
    Als Jugendliche habe ich schon sehr gerne und viel geschrieben! Ich hätte viel Fantasie und Ideen für Geschichten/Romane ! Klingt jetzt merkwürdig, aber im Jahr 2003 während dem abwaschen, lief bei mir ein Film im Kopf ab für eine Geschichte, die ich seit diesem Zeitpunkt niederschreiben möchte. Irgendwie fehlte mir die Zeit und ein Computer , mit der Zeit wird es jetzt noch schwieriger , da ich jetzt sechs Kinder habe! ;) Doch das Gefühl , endlich dieses Buch schreiben zu wollen , ist so stark geworden in meinem Herzen – das es an der Zeit ist durchzustarten! Das gute daran , diese Geschichte hat in den vielen Jahren einige Veränderungen in meinem Kopf durchgemacht, dass ich denke – es wäre jetzt perfekt ! Doch mein Problem ist , dass ich ein gutes Autoren Programm suche und Sie fragen wollte, was Sie von Papyrus* halten? Da ich in diesem Bereich wirklich gar keine Erfahrung habe, vermute ich das ich viel Zeit benötige um mich mit diesem Programm vertraut zu machen , bis ich endlich loslegen kann!
    Würde mich sehr auf eine Antwort freuen !
    Liebe Grüße Manuela

    • Die Schreibtrainerin Antworten

      Hallo Manuela,

      ich selber nutze immer noch WORD, um meine Bücher zu schreiben ;-) aber ich habe schon viel Gutes über Schreibprogramme gehört, insbesondere über Papyrus. Ich denke, es lohnt sich auf jeden Fall, das Programm mal näher anzusehen. Es gibt viele Tutorials auf youtube, da bekommt man schon einen Eindruck von diesem Programm, und mit der Demoversion kann man dann herausfinden, ob man selber gut damit arbeitet.

      Viel Freude!
      Anette Huesmann

  6. Jacy Antworten

    Hallo
    Ich schreibe schon seit der 5 klasse sehr gerne und Ich versuche jetzt ein buch zu schreiben über eine wahre story . Nur ich weiss nicht wirklich wie und wo ich anfabgen soll. Habe alles was mir einfällt immer aufgeschrieben. Aber irgebdwie fehlt da und da etwas.

  7. Melli Antworten

    Hey, ich bin 15 Jahre alt und ich liebe es zu schreiben. Ich bin gerade an einer Geschichte dran, hab aber das Gefühl das ich zu viele Wörter wiederhole oder ziemlich viel mit ‚ich‘ anfange und ich weiß nicht wie man es umschreiben kann. Ich hab mir andere Bücher durchgelesen und die verwenden es zum Beispiel nicht so oft. Ich bitte um Hilfe.
    Ps danke im Vorraus

    • Die Schreibtrainerin Antworten

      Hallo Melli,

      Ernest Hemingway hat einmal gesagt: „Die erste Fassung ist immer Mist.“ Das gehört zum Schreiben dazu, der erste Entwurf ist nie gut – aber das ist ein ganz wichtiges Übergangsstadium. Denn nur wenn man eine erste schlechte Fassung hat, kann man daraus eine gute Endfassung machen – durch Überarbeiten. Das Überarbeiten von Texten ist einer der wichtigsten Prozesse beim Schreiben. Er dauert oft länger als das Schreiben der ersten Fassung und ist meist viel schwieriger. Auch das Überarbeiten muss man lernen und auch dafür gibt es Ratgeber. Diese beiden hier zum Beispiel:

      Hans Peter Roentgen: Vier Seiten für ein Halleluja. Sieben Verlag 2008.

      Sylvia Englert: So lektorieren Sie Ihre Texte. Verbessern durch Überarbeiten: Schritt für Schritt von der Erstfassung zum fertigen Manuskript. Autorenhaus Verlag 2013.

      Viel Erfolg!
      Anette Huesmann

  8. Britta Antworten

    Liebe Schreibtrainerin,
    ich sitze seit einigen Jahren über meinen Notizen und Charakterausarbeitungen, habe Handlungsstränge und chronologische Abfolgen geplant. Es soll ein Fantasy-Jugendroman werden.
    Je mehr ich mich jetzt allerdings um die Fertigstellung bemühe, um so größer wird das Gefühl, ich hätte die Story abgeschrieben bzw. geklaut. Wie kann man mit dieser Unsicherheit umgehen und es nicht zur Blockade werden lassen?

    • Die Schreibtrainerin Antworten

      Hallo Britta,

      damit kämpfen viele AutorInnen – Zweifel an den eigenen Fähigkeiten, am Stoff und an der Umsetzung. Das gehört zum Schreiben dazu :-) Wenn man sich das immer wieder vor Augen führt, das hilft beim Durchhalten.

      Was das Abschreiben betrifft – es gibt sehr viele Stoffe und Themen, die sich in den Büchern wiederholen. Und trotzdem ist keine Geschichte wie die andere. Am Ende zählt die individuelle Umsetzung, das, was man selber dazu gibt, was andere so nie schreiben würden. Es lohnt sich also, das eigene ganz individuelle Werkt zu Ende zu bringen!

      Viel Erfolg
      Anette Huesmann

  9. Alexandra Antworten

    Ich schreibe gerade ein Buch und verwende um auszudrücken, was die Charaktere hören unter anderem die Namen von Liedern. Zwei Fragen.
    1. Ist das eine gute Idee?
    2. Könnte ich Probleme wegen dem Urheberrecht bekommen?

    • Die Schreibtrainerin Antworten

      Hallo Alexandra,

      das könnte funktionieren und ist ein interessantes Stilmittel. Was das Urheberrecht betrifft, würde ich Ihnen empfehlen, eine Juristin zu fragen, die auf Urheberrecht spezialisiert ist.

      Viel Erfolg!
      Anette Huesmann

  10. Luise Antworten

    Hi, ich bin 15 Jahre alt und schreibe schon seit der 5 Klasse sehr gerne Geschichten. Früher habe ich einfach drauf los geschrieben. Das war dann wie ein spontaner Wasserfall voller Kreativität, dem entsprechend hatten meine Geschichten dann auch Logiklücken. Aber trotzdem finde ich dass es an sich sehr hilfreich und “ belehrend“ war. Aber jetzt zu meiner Frage die wahrscheinlich auch zu den Standart fragen gehört:

    Ich schreibe grade an einer Geschichte die ich an sich ganz gut finde. Nur ist mein wahrscheinlich oft vorkommendes Problem echt ein Hindernis für mein geplantes “ Buch“. Ich schreibe immer nur dann wenn ich mal Lust habe weshalb ich echt kaum voran komme. Ich habe jetzt seit Monaten nicht mehr weiter geschrieben und komme erst jetzt wieder so ein bisschen in meinen Schreibfluss rein. Ich möchte aber regelmäßig weiter schreiben. Mindestens 1 oder 2 mal in der Woche. Könnten sie mir Tipps geben wie ich mich selber ( einen sehr faulen Menschen) vllt sogar täglich zum Schreiben motivieren kann? Ich würde mich wirklich über eine Antwort freuen.

    PS: Ihre Tipps finde ich wirklich sehhehr hilfreich. Ich wusste davor zum Beispiel nichts von dem „Show don’t tell“ Prinzip. :)

    • Die Schreibtrainerin Antworten

      Hallo Luise,

      am besten hilft „tägliche Routine“ – damit kommen viele AutorInnen ganz gut zurecht. Das bedeutet: Ich reserviere mir jeden Tag eine halbe Stunde oder eine Stunde oder zwei Stunden für das Schreiben. Am besten zu einer bestimmten Uhrzeit: jeden Nachmittag um 15 Uhr oder jeden Abend um 18 Uhr oder jeden Morgen um 6 Uhr. Und egal, ob man Lust hat oder ob man zum Schreiben aufgelegt ist oder sonstwas – in dieser reservierten Zeit setzt man sich hin und schreibt. Auf diese Weise wird das Schreiben zum täglichen Ritual, zur Gewohnheit. Das hilft sehr vielen AutorInnen dabei, immer dran zu bleiben und weiterzuschreiben. Manche machen das jeden Tag, andere jeden Samstag und jeden Sonntag, je nachdem, wie viel Zeit man erübrigen kann. Das klappt dann nicht IMMER, aber wenn man es 80 % der Zeit schafft, die reservierte Zeit auch einzuhalten, kommt man gut voran.

      Viel Erfolg!
      Anette Huesmann

  11. Silber Antworten

    Hey:)
    Die Tipps sind sehr hilfreich, nur wollte ich fragen, ob sie vielleicht auch Tipps haben, wie man Ideen zu einer Fantasy Geschichte bekommt. Es gibt ja schon so viele Fantasy Bücher, dass ich denke, dass es schwierig wird, zu einer eigenen und neuen Idee zu kommen.

    Und ist man, wenn man jung ist automatisch schlechter im Bücher schreiben? Ich bin erst 14.

    • Die Schreibtrainerin Antworten

      Hallo,

      man muss für eine Geschichte nicht immer die zündende neue Idee haben. Wenn man eine zündende neue Idee hat, ist das natürlich super, und dann würde ich diese Geschichte auch unbedingt schreiben. Aber falls man keine neue zündende Idee findet – dann hilft es manchmal, eine Idee, die es schon gibt, auf eine ganz neue, andere Weise zu erzählen. Wie das gehen könnte, findet man zum Beispiel durch einen Perspektivwechsel heraus. Mehr dazu habe ich auf meinem Blog geschrieben: https://www.die-schreibtrainerin.de/ideen-finden-fuer-buecher/.

      Wenn man jung ist, dann ist man nicht automatisch schlechter – aber man hat vermutlich weniger Übung. Doch in den kommenden Jahren ist noch eine Menge Zeit, um dazuzulernen und zu üben – und dann wird das Schreiben immer besser. Man muss nur dranbleiben und immer weiter an sich glauben, auch wenn es mal nicht so gut läuft.

      Viel Freude am Schreiben wünsche ich :-)
      Anette Huesmann

  12. fabienne klütemeyer Antworten

    Hallo,
    Mein Name ist Fabienne und ich bin 16 Jahre alt. Ich hoffe wirklich sehr das sie mir weiterhelfen können! Ich habe bereits viele Versuche gestartet um ein gutes Buch zu schreiben, doch leider verlies mich nach kurzem bzw. nach ein paar Kapiteln die Kreativität. Jede Idee dieser Versuche stammen von Träumen so merkwürdig das auch klingen mag. auch dieses Mal hatte ich einen Traum der mich nicht verlässt. Nicht Täglich aber oft Träume ich die selbe Geschichte bloß mit Vortsetzungen, deshalb habe ich mir diesmal fest vorgenommen das ich sie aufschreibe allerdings habe ich keine ahnung wie ich das angehen soll.Sie haben in Ihren Tipps ja sehr hilfreich erzählt wie man es angehen sollte allerdings ist mein Problem das isch nicht genau weiß wie ich es vormulieren soll. wie schreibe ich die ersten Zeilen bzw die erste Seite das sie auch spannend klingt und mein Buch erfolgreich wird ohne das ich gleich alles verrate? und Meine 2 Frage ist noch ob sie einen tipp haben wie ich meine Kreativität nicht verliere ?

    Ich hoffe wirklich sehr das sie dies sehen und mir antworten.
    Lieben Dank
    Fabienne

    • Die Schreibtrainerin Antworten

      Liebe Fabienne,
      dranbleiben und weiterschreiben, das ist der wichtigste Tipp – dann wird man im Laufe der Zeit immer besser und bekommt auch seine Probleme allmählich in den Griff. Es ist wie beim Joggen: Am Anfang schafft man nur ein paar Minuten und ist total außer Atem. Wenn man dann aufgibt, wird es nie besser. Aber wenn man dranbleibt und immer weiter trainiert, schafft man irgendwann eine halbe Stunde, dann eine Stunde zu laufen, ohne außer Atem zu geraten. Das ist mit dem Schreiben ähnlich: dranbleiben und üben, üben, üben. Dann wird es allmählich besser. Das Wichtigste: Man muss akzeptieren, dass der erste Entwurf nicht gut ist. Durch Überarbeiten entsteht dann aus dem schlechten Text ein guter Text. Kein Mensch schreibt aus dem Stand einen guten Text. „Die erste Fassung ist immer Mist“, sagte schon Ernest Hemingway. Das heißt, nur wenn man akzeptiert, dass man am Anfang einen schlechten Text schreibt, hat man die Chance, durch Überarbeitung daraus einen guten Text zu machen.
      Viel Erfolg!
      Anette Huesmann

  13. Laura Antworten

    Guten Tag,

    Ihre Tipps helfen mir schon einmal sehr weiter, wobei ich der Meinung bin, einiges schon beachtet zu haben.
    Mit meinen knapp 16 Jahren bin ich sicherlich auch noch recht jung und habe auch noch Zeit, zu lernen, doch über die Jahre hinweg (ich schreibe seit der 3. Klasse lyrisch und seit der 5., also mittlerweile 6 Jahre, auch prosaisch) hab ich doch manchen Fehler austreiben können.

    Probleme habe ich mit den Dialogen, sowie meiner Ausdauer. Ich weiß selbst, dass meine Charaktere zu viel reden und ich versuche, unnötige Sätze zu streichen, leider funktioniert das nicht immer so gut. Ich habe Angst, dass ich zu viel weg lasse, sodass der Leser nicht mehr alles versteht. Kann das passieren?

    Problematisch ist auch das „Show-don’t-tell“-Prinzip, über welches ich zwar bereits weitestgehend informiert bin, das ich aber nicht besonders gut umzusetzen schaffe, sodass ich schnell an der Qualität meiner Texte zweifle und dann ab und an die Lust verliere. Aber ich denke die zuweilen sehr anstrengende Überarbeitung kennt jeder.

    Ich sagte, ich hätte Probleme mit der Ausdauer. Es ist so, dass ich (fälschlicherweise, wie ich weiß) häufig warte, bis ich Lust zu schreiben habe, wobei diese oft Wochen lang ausbleibt, weil ich die Lust erst beim Schreiben bekomme, ich mich aber nicht aufraffen kann. Dann war es auch so, dass ich, während ich an einem Buch arbeitete, bereits Ideen für mindestens zwei weitere entwickelt habe, deren Handlungen mir mit einem Mal viel vielversprechender erschienen. Logischerweise war das so – immerhin beschäftigt man sich monatelang mit ein und der selben Idee und dann wirkt die neue natürlich sehr viel frischer.

    Haben Sie vielleicht einen Tipp, wie man dieses Problem in den Griff bekommt? Sollte man den ersten Entwurf des Manuskripts so schnell wie möglich runter tippen oder reicht es, wenn man anderthalb Jahre dafür benötigt? (Immerhin bin ich auch Schülerin und habe, mal abgesehen von den momentanen Sommerferien, sonst nicht eine ganze Woche lang Zeit.)
    Und kennen Sie hilfreiche Ratgeber oder Internet-Blogs, die sich mit Dialogen beschäftigt haben? Können Sie mir eine Anlaufstelle nennen, wo ich herausfinde, wann man einen Absatz lassen sollte (ein weiteres Problem meinerseits) oder mir gar selbst dazu Tipps geben?

    Liebe Grüße
    und schönes Wochenende noch!

    • Die Schreibtrainerin Antworten

      Hallo Laura,
      für Dialoge kann ich Ihnen dieses Buch empfehlen: Oliver Schütte: „Schau mir in die Augen, Kleines“. Die Kunst der Dialoggestaltung. Herbert von Halem Verlag 2016. Wenn man nicht hauptberuflich schreibt, dann benötigt man für einen Roman zwei bis drei Jahre, Sie liegen also mit anderthalb Jahren gut in der Zeit. Sie könnten sich eine Schreibgruppe zu suchen – das motiviert dranzubleiben und man bekommt Feedback von Gleichgesinnten für den eigenen Text. Schreibgruppen gibt es in vielen Städten, wenn man Schreibgruppe oder Schreibwerkstatt und den eigenen Ortsnamen googelt, wird man oft schon fündig.
      Viel Freude am Schreiben wünsche ich Ihnen :-)
      Anette

  14. Claudia Antworten

    Ich habe viele gute Ideen, verzettele mich aber beim Schreiben immer wieder. Ich möchte meinem Lieblingsmenschen ein Buch vom letzten Jahr schreiben. An unsere Geschichte angelehnt. Wie ein Tatsachenroman, ein Tagebuch. Aber auch so, dass es andere Menschen mit Interesse lesen können…Wie kann ich das schaffen? Habe schon zwei Entwürfe und komme bei Beiden nicht weiter.

    • Die Schreibtrainerin Antworten

      Hallo Claudia,
      das gelingt am besten, wenn Sie die autobiografische Geschichte wie einen Roman oder eine Kurzgeschichte bearbeiten und dramatisieren. Zu Beginn formulieren Sie einen Satz als roten Faden für die Geschichte („Wie zwei Menschen sich zufällig in einem Zugabteil begegnen und danach nichts unversucht lassen, um einander wiederzusehen“ … oder so ähnlich). Dann legen Sie Anfang – Mitte – Schluss fest (Begegnung im Zug – die Idee, um die andere Person wiederzufinden – Treffen am See) und dann erst beginnen Sie zu schreiben. Sie erzählen nichts in der Geschichte, was nicht dazu dient, den roten Faden mit Leben zu erfüllen. Auf diese Weise verlieren Sie das Ziel nicht und erzählen stringend am Kern der Geschichte entlang.
      Viel Erfolg!
      Anette Huesmann

  15. Jasmin Antworten

    Hallo,
    Ich heiße Jasmin und liebe Krimi Romane habe bereits viele angefangen zu schreiben aber leider nicht fertig gemacht mir schießen viele Ideen durch den Kopf mein Problem beim schreiben ist die Rechtschreibung ich brauchte ein Tipp was für Möglichkeiten gibt es um die Rechtschreibung zu korrigieren???
    L.G:
    Jasmin Heigl

    • Die Schreibtrainerin Antworten

      Hallo Jasmin,

      im ersten Schritt kann man eine Rechtschreibprüfung über den Text laufen lassen. Entweder die Rechtschreibprüfung des Programms (z.B. von WORD) oder den Duden Korrektor, das ist ein Zusatzprogramm, das man in Word installieren kann. Ist der ganze Text fertig, kann man ein Korrektorat machen lassen – das heißt, der Text wird von jemandem auf Rechtschreibfehler und Satzzeichenfehler Korrektur gelesen.

      Viel Erfolg!
      Anette Huesmann

  16. Ivan Antworten

    Sehr geehrte Schreibtrainerin,
    ich habe diese Website erst entdeckt und hoffe, dass ich nicht zu spaet bin. Ich haette 2 Fragen.
    1. Glauben sie dass Lesen langsam aus der Mode geraet? Also dass man keinen finanziellen Erfolg mehr mit Buechern erzielen kann?
    2. Sind kurze Geschichten, ca. 3 in einem Buch gut ankommend? Z.B ein dickes Horrorbuch mit 3-5 100-200 Seiten Horrorgeschichten?
    Ich hoffe sie lesen diese Nachricht und koennen mir antworten:)

    • Die Schreibtrainerin Antworten

      Hallo Ivan,

      ich glaube nicht, dass Lesen aus der Mode gerät. Derzeit werden mehr Bücher denn je veröffentlicht. Doch die Menge an Büchern macht es schwerer im Vergleich zu früher, mit einem bestimmten Buch möglichst viele Menschen zu erreichen. Diese Konkurrenz, also andere gute Bücher, macht es schwieriger, mit einem guten Buch Geld zu verdienen.

      Ein Manuskript mit drei Horrorgeschichten bei einem Verlag unterzubringen, ist vermutlich nicht so einfach. Verlage mögen lieber Bücher mit rund 300 Seiten und einer guten Geschichte. Doch es wäre kein Problem, aus drei Geschichten mit je rund 100 Seiten drei E-Books zu machen und diese im Selfpublishing herauszubringen. E-Books in dem Umfang gibt es durchaus, der Preis muss dann entsprechend niedriger sein als bei dickeren Büchern.

      Viel Erfolg!
      Anette Huesmann

  17. Karin Koellner Antworten

    Danke für die Zeit, die sich genommen haben, liebe Frau Huesmann, und Ihre assoziativen Veranschaulichungen. Ich glaube, ich habe Sie verstanden.

    Nun bin ich bereits 68 Jahre alt. Acht Jahre habe ich gebraucht, um mich in einem hoffentlich guten Stil zu üben. Geschrieben – überzeugt – verworfen, geschliffen – überzeugt – verworfen … und immer wieder gefeilt und gefeilt … Was ich damit sagen will, ist: Wenn ich überhaupt in meinem Alter noch Gehör bei den Verlagen finden will, muss ich mich von der Masse abheben, in welcher Form auch immer. Dennoch ist die „beste“ Geschichte und der „beste“ Schreibstil abhängig vom Geschmack des Lektorats und unterliegt bestenfalls einem guten Literaturagenten.

    Bei der Wahl eines Buches steht für mich zunächst die Sprache des Autors im Vordergrund, die Handlung an sich ist zweitrangig.

    Es gibt eine Liste deutschsprachiger Literaturagenten – ein Irrgarten für relativ unerfahrene Autoren. Können oder dürfen Sie explizit darauf verweisen und übernehmen Sie gegebenenfalls die Korrektur meines Fantasy-Buches – eine „feenhafte“ Liebesgeschichte?

    Übrigens: So ganz unerfahren bin ich dann doch nicht. Es gibt bereits einige Kurzgeschichten und Gedichte von mir, veröffentlicht in den Sonder-Editionen der Cornelia-Goethe Akademie.

    Seien Sie gegrüßt

  18. Karin Koellner Antworten

    Ihre Ratschläge kommen für mich leider zu spät. Mein erstes Buch befindet sich bereits in der Korrektur und Feinschliff.
    Einiges scheine ich dennoch richtig gemacht zu haben. Probleme hatte und habe ich bei der Erzählperspektive, der Absatzgestaltung und den Dialogen. Ich neige zu zu vielen Dialogen, weil ich davon überzeugt bin, dass ein guter Dialog der ersatzweisen Erzählform nicht wirklich gerecht werden kann. Ein guter Dialog ist für mich dynamisch, spritzig, dramatisch, charakteristisch… wie auch immer. Eines darf er nicht sein: nämlich langweilig, irritierend, ausschweifend, vom Plot entfernend. Dialoge, bezogen auf das leidige, unverzichtbare Adverb, sind oft sogar schwieriger.
    Handwerk im Sinne von Buchaufbau, Spannungsbogen, Auflösung usw. haben ihre Berechtigung und möchte ich keineswegs infrage stellen. Warum aber diesem Einheitsbrei folgen? Dem Leser ist es am Ende egal, welcher Regel der Autor folgt – solange er nur gut unterhalten wird?

    LG K. Köllner

    • Die Schreibtrainerin Antworten

      Hallo Frau Koellner,

      es ist wie mit der Malerei: Im ersten Schritt lerne ich das Handwerk, um dann im zweiten Schritt etwas ganz Eigenes daraus zu machen. Picasso beispielsweise lernte das Handwerk (Perspektive usw) von der Pike auf und erst, als er alles beherrschte, löste er sich vom kleinen 1×1 der Malerei. Oder in der Musik: Ein genialer Musiker lernt zunächst Noten und ein Instrument und übt, bis er alles perfekt beherrscht. Erst im Anschluss kommt das freie Improvisieren beispielsweise im Jazz. Hat ein Mensch nie ein Instrument gelernt und nie Noten gelernt und setzt sich direkt das erste Mal in seinem Leben an ein Klavier, um frei zu improvisieren, ist die Chance, dass dann etwas Wunderbares entsteht, nicht sehr hoch.

      Auch beim Schreiben ist es sehr hilfreich, erst das Handwerk zu lernen und sich dann im zweiten Schritt davon zu lösen und frei zu improvisieren. Dann steigt die Chance, dass etwas Gutes dabei entsteht.

      Viel Erfolg für Ihr Buch wünsche ich Ihnen
      Anette Huesmann

  19. Tessa Antworten

    Guten Tag Frau Dr. Anette Huesmann,

    Ich wollte ihnen auf diesem Weg danken! Danke für Ihre tolle Seite, sie hilft mir sehr und ist unkompliziert zu lesen. Für mich als totalen Anfänger genau richtig.
    Ich hoffe es ist Okei sie in meinem Blog zu erwähnen, den ich neu eröffnet habe. Ich hab mich erst bis zur Figur durchgelesen und durchgedenkt, jedoch bin ich schon voller Eifer und Vorfreude endlich mit dem Buch zu Beginnen. Grosses „MERCI“, wie die Schweizer/Innen so schön sagen, dass sie mir ermöglichen einen besseren Einblick zu erhalten.
    Falls Sie Zeit und Lust haben, schauen sie vorbei, sie sind gerne auf meinem Blog willkommen. Vielleicht haben sie mir ja sogar einige Tipps für meine Blog-Schreibart; https://selbstversuch-ichschreibeeinbuch.blogspot.ch/
    Das Buch werde ich sicher ein wenig anders Gestalten.

    Mit viel Spass an der Sache
    Tessa

  20. Nikola Antworten

    Liebe Frau Huesmann,

    vielen Dank für Ihre interessanten Beiträge und die kurzen und knackigen Tipps! Ich habe schon viele Ihrer Artikel gelesen und wollte Ihnen einfach mal ein kurzes Dankeschön und ein dickes „Bitte weiter so!“ da lassen :)

    Liebe Grüße,
    Nikola

  21. Jeremy Germeroth Antworten

    Hallo Frau Huesmann,
    In den letzten Tagen habe ich viele Beiträge von Ihnen gelesen und mir Notizen gemacht da sie mir wirklich sehr geholfen haben. Deshalb möchte ich Ihnen erst einmal Dankeschön sagen.
    In der vierten Klasse fing ich an Roboter zu schreiben und mir dann eine Geschichte dazu aus zu denken. Schnell blieb es nicht dabei und so schreibe und denke ich mir nun schon seit 9 Jahren immer und immer wieder zwischen durch Geschichten aus, teilweise komme ich sogar wieder willen auf Ideen, da viele Dinge zumindest schnell mein Interesse wecken und ich mich irgendwie von vielen Dingen inspirieren lasse. Nun möchte ich aber zum ersten mal Anfangen wirklich eine Geschichte fertig zu „denken“ und daraus ein Buch zu machen. Jedoch habe ich niemals ein Buch wirklich komplett geschrieben und noch dazu hatte ich bis vor 6 Jahren Starke LRS und war ein wenig Faul weshalb mir Grammatik nicht immer so gut liegt. Zum größten Teil möchte ich erstmal meine Geschichte komplett fertig durch dacht haben bevor ich anfange daran zu schreiben und möchte dies dann lieber auch größtenteils selbst machen, jedoch frag ich mich ob es etwas wie einen Schreibhelfer Gibt? Natürlich es gibt lektorantinen aber ich meine jemanden der einem dabei hilft dir Idee so umzusetzen und aufS Buch zu bringen wie man es sich vorstellt, während man noch beim schreiben ist. Oder ist das das selbe?

    Meine zweite Frage ist:
    Ich habe mir eine feste Geschichte ausgedacht, die noch ein wenig ausgearbeitet werden muss, die ich in einem Band erzählen möchte und nebenbei werde ich zwischen durch in der Geschichte fragen aufwerfen und Dinge platzieren die ich in einer Fortsetzung benutzen könnte. Also das heißt ich möchte mir die Freiheit nehmen dies wirklich entweder, später wenn es erschienen ist, alleine stehen lassen zu können oder eben doch eine Fortzetzung zu bringen. Jetzt ist aber das Problem das die Geschichte definitiv länger als 300 Seiten gehen wird, aber nicht für zwei Bücher sondern wenn überhaupt nur für anderthalb Bücher reichen würde und ich dies natürlich nicht will da es als solches definitiv in ein Buch kommen soll. Die Frage habe ich deshalb jetzt weil ich von Ihnen hier in den Kommentaren gelesen habe das für Anfänger,also für neue und unbekannte Autoren, man kaum einen Verlag finden wird wenn man ein Buch schreibt das über 300 Seiten geht, Was meins definitiv gehen wird. Jetzt ist halt die Frage was ich machen soll da es für mich außer frage steht eine andere Geschichte zu schreiben die erstmal nur 300 Seiten geht, da ich die Zeit lieber in diese Idee investieren möchte und diese Idee als mein erstes Buch durchsetzen möchte. Zum Grund warum die Geschichte so lang ist: In der Geschichte geht es um eine Gruppe von Schulabgängern die in eine andere „Welt“ kommen wo sie auf eine Armee und einen Clan treffen die im Krieg sind. Der Hauptcharakter geht zu erst zur Armee da diese die Gruppe von jungen Erwachsenen findet und später wechselt er dann zum Clan um schlussendlich nach einem schlimmen Ereignis, am Ende des 2 Akts wahrscheinlich, wieder zur Armee zu wechseln und dann wenige Seiten später mit dieser Gegen den Clan kämpft. Dabei steht die ganze Zeit im Raum Wer den jetzt die guten und die bösen sind weshalb der Hauptcharakrer definitiv auch eine längere Zeit beim Clan und bei der Armee sein soll damit es später noch dramatischer und undurchsichtiger ist wer den jetzt recht hat. Wissen Sie vielleicht wie ich in dieser Lage vorgehen sollte? Was halten Sie von dieser Story Ablauf Idee und dies in einem Buch zu erzählen?

    Ich würde mich wirklich sehr freuen wenn sie sich kurz Zeit nehmen könnten um mir zu helfen.
    Mit freundlichen Grüßen
    Jeremy Germeroth

    • Die Schreibtrainerin Antworten

      Hallo Herr Germeroth,

      man kann sich beim Schreiben coachen lassen. Das biete ich als Dienstleistung an und auch viele LektorInnen. Dann bekommen Sie schon frühzeitig Rückmeldung zu Ihrer Geschichte. In Ausnahmefällen nehmen die Verlage auch längere Geschichten, vielleicht ist ja Ihr Buch ein Ausnahmefall. Aber viele Geschichten profitieren davon, wenn die Text gekürzt werden, dann sind sie straffer und besser. Man kann „eine“ Geschichte auch nicht einfach auf zwei Bücher verteilen. Jedes Buch (auch wenn es eine Trilogie ist oder eine mehrbändige Reihe) muss eine vollständige Geschichte erzählen. Die Entscheidung, ob ein oder zwei Bücher, hängt also nicht in erster Linie an der Länge des Textes, sondern am Umfang der Geschichte.

      Viel Erfolg wünsche ich Ihnen
      Anette Huesmann

  22. Annika Antworten

    Hallo Frau Huesmann,

    ich habe mich schon seit meiner Kindheit für das Schreiben interessiert. Ich habe nun nach sehr langer Überlegung einen Plot im Kopf, von dem ich zu 100% überzeugt bin. Ich habe allerdings das Problem, dass mir neben dem „Hauptplot“ nicht so richtig Ideen kommen, welche Zwischenhandlungen ich einbauen könnte. Also damit meine ich, was in der Story abgesehen vom Hauptthema alles passieren, stattfinden oder gesagt werden könnte. Das ganze drumherum eben. Haben Sie da vielleicht Tipps für mich?

    LG Annika

    • Die Schreibtrainerin Antworten

      Hallo Annika,

      es braucht nicht immer einen Nebenplot. Viele Geschichten haben einen spannenden Hauptplot und nicht mehr. Wenn Sie bei Ihrer Geschichte keine Handlung haben, die sich für einen Nebenplot eignet, würde ich mich darauf konzentrieren, den Hauptplot so interessant und spannend zu erzählen wie möglich. Das kann vollkommen ausreichen.

      Viele Grüße
      Anette Huesmann

  23. Rahel B. Antworten

    Guten Abend,
    auch ich fand die Tipps sehr hilfreich. Vielen Dank!
    Ich habe bereits seit langem eine etwas neuere Idee für ‚einen‘ Roman. Es handelt sich um eine Geschichte mit demselben Anfang, jedoch kann der Leser während des Lesens zweimal eine eigene Entscheidung treffen, wie es weitergehen soll. Sprich, ich würde eine Geschichte schreiben mit demselben Anfang, die sich in der Mitte in zwei unterschiedliche Richtungen trennt und dann gegen Schluss noch einmal in zwei, also insgesamt vier, individuellen Schlüssen endet. Das heisst das Buch würde den gleichen Anfang haben, aber je nach dem, wie sich der Leser entscheiden, in einem Liebesroman, einem Krimi etc. enden.
    Ich konnte bisher nirgends eine solche Buchform finden, wüsste auch gar nicht, wie man die nennt, und wollte bei Ihnen nachfragen, ob so etwas überhaupt möglich wäre oder so etwas laut Ihrer Erfahrung bei Lesern gut ankommen würde?
    Liebe Grüsse, Rahel

    • Die Schreibtrainerin Antworten

      Hallo Rahel,

      das klingt nach einem spannenden Experiment. Im Fernsehen hat es solche Filme schon gegeben, bei denen die ZuschauerInnen über das Ende entschieden haben. Auch bei E-Books gab es solche Pläne schon, aber bei gedruckten Büchern habe ich noch nicht davon gehört. Wenn Sie Lust auf ein solches Experiment haben, dann sollten Sie es ausprobieren. Es ist sicher Geschmackssache, ob man so etwas mag. Es kann natürlich dazu führen, dass Sie nicht so viele LeserInnen erreichen. Doch wenn Sie dafür brennen, sollten Sie es trotzdem versuchen.

      Viel Erfolg!
      Anette Huesmann

  24. Martin Reichenberg Antworten

    Mein Tipp für Anfänger. Nutzt für erste Anfänge eine Open-Source plattform. Ich schreibe derzeit zb eine fanfic für stranger things und plane derzeit ein ganz eigenes Projekt. Der Vorteil ist das man egal wie kurz die Kapitel sind fast direkt Rückmeldung bekommt. Mir hat dies beim Einstieg sehr geholfen und es ist unheimlich motivierend. Wer mir nicht glaubt sucht bei wattpad einfach nach „Zusammen durch die Dunkelheit“ fangt einfach mit einem kleinen Projekt an und wenn den Leuten euer Stil gefällt wagt euch an etwas größeres.

  25. Siggi Antworten

    Sehr schöne Tipps, die mir teilweise echt weitergeholfen haben.

    Zzt schreibe ich an einen Buch über einen reisenden Autoren, der sich Geschichten anderer Leute anhört, und während er sich Notizen darüber macht, erinnert er sich dabei an frühere Geschehnisse aus seinem Leben mit dem selben Thema.

    Ich habe das Gefühl, als ob dieses ständige Springen zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit des Autors zu kompliziert/verwirrend sein kann für die Leser.
    Zudem kann diese „Themawiederholung“ zu langweilig für den Leser sein.
    Macht es darum Sinn in dieser Art der Erzählung weiterzuschreiben oder sollte ich den Erzählstil ändern?

    Gruß

    • Die Schreibtrainerin Antworten

      @Siggi
      In der Tat, eine der anspruchsvollsten Herausforderungen beim Schreiben ist der Umgang mit Zeitsprüngen. Das gut hinzukriegen ist schwer, aber gerade deshalb reizvoll. Ich würde das mal ausprobieren und anderen zu lesen geben, um herauszufinden, ob Ihnen das gut gelingt. Wenn man mit dem Schreiben noch am Anfang steht, würde ich das nicht unbedingt als erstes Projekt wählen, das macht den Einstieg und das Vorankommen beim Schreiben noch schwieriger.

      Viel Erfolg!
      Anette Huesmann


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