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Die 10 besten Tipps, um ein richtig gutes Buch schreiben

Lernen Sie die erprobten Methoden von Goethe und Schiller, Stephen King und Joanne K. Rowling – und schreiben Sie Ihr eigenes Buch.

Sie können Ihr eigenes Buch schreiben: In den Seminaren der Schreibtrainerin lernen Sie, wie's geht.
 
 

1. Was für ein Buch möchten Sie schreiben? Sachbuch, Biografie oder Roman?

Je klarer Ihre Vorstellung von dem Buch, das Sie schreiben möchten, desto leichter wird es. Deshalb sollten Sie sich schon frühzeitig Gedanken darüber machen, was es werden soll: ein Roman, eine Biografie, ein Jugendbuch, ein Kinderbuch oder ein Sachbuch?

Wenn man sich nicht entscheiden mag, was für ein Buch man schreiben möchte, dann macht man es sich unnötig schwer. Es ist schon schwer genug, einen guten Roman zu schreiben. Es ist noch schwerer, einen guten Mix aus Roman und Sachbuch hinzukriegen oder einen guten Mix aus Biografie und Kinderbuch. Außerdem macht eine Mischung es schwerer, Leser*innen zu finden. Das ist ähnlich wie in einem Restaurant. Will man eine ganz neue Mischung aus Hauptspeise und Dessert anbieten, ist es schon schwer genug, ein schmackhaftes neues Gericht zu kreieren. Aber wohin damit auf der Speisekarte? Zu den Desserts? Oder zu den Hauptspeisen? Noch schwerer wird es, Menschen davon zu überzeugen, für eine ganz neue und unerwartet andere Kreation Geld zu bezahlen.

Treffen Sie eine Entscheidung
Ähnlich ist es mit Büchern: Was man nicht klar zuordnen kann, ist schwer unterzubringen und schwer zu verkaufen. Natürlich ist ein Mix möglich und es finden sich Mischungen aller Art auf dem Buchmarkt. Aber als Anfänger*in gleich mit dem Schwersten anzufangen, was es beim Schreiben von Büchern überhaupt gibt – das sollten Sie sich gut überlegen.

Eine kleine Entscheidungshilfe:

  • Ein Roman ist eine rein fiktionale Geschichte.
  • Eine Biografie beschreibt wahrheitsgemäß das Leben eines Menschen.
  • Ein Jugendbuch richtet sich an eine Zielgruppe zwischen 12 und 18 Jahren. Je enger die Zielgruppe, desto besser. Denn 13-Jährige interessieren sich für andere Themen als 18-Jährige.
  • Ein Kinderbuch richtet sich an eine Zielgruppe zwischen 3 und 11 Jahren. Auch hier gilt: Je enger die Zielgruppe, desto besser. Ein vierjähriges Kind interessiert sich für andere Bücher als ein zehnjähriges Kind.
  • Sachbücher präsentieren klar abgegrenzte Themen, gut und spannend aufbereitet.

 
Mein wichtigster Tipp: Entscheiden Sie sich. Das macht den Einstieg ins Schreiben leichter. Nach dem 10. Bestseller ist immer noch Zeit für Experimente.

In diesem Blogbeitrag geht es nun weiter mit dem Roman. Wenn Sie eine andere Art Buch schreiben möchten, dann finden Sie hier auf meinem Blog weitere Informationen zu:

Kinderbuch
Sachbuch
Biografie

Und wie gesagt: Wenn Sie einen Roman schreiben möchten, dann sind Sie hier genau richtig.
 
 

2. Literatur oder Mainstream?

Soll Ihr Roman ein literarisches Werk werden oder eher Mainstream? Zur Klärung ist oft der Blick auf den eigenen Lesestapel hilfreich: Was lesen Sie gern? Es macht keinen Sinn, ein literarisches Buch schreiben zu wollen, wenn Sie selber keine literarischen Romane lesen. Ähnlich ist es mit den Büchern des Mainstream. Wer schon immer gern Krimis gelesen hat, bringt die beste Voraussetzung mit, einen guten Krimi zu schreiben.

Literarische Romane
Literarische Romane sind innovativ: Sie bringen neue Erkenntnisse für die Leser*innen, sind auf ganz neue Arten erzählt, experimentieren mit gewohnten Erzählmustern. Bei literarischen Romanen sind Experimente gewünscht und gewollt. Manche literarischen Werke stellen alles bisher Gewohnte auf den Kopf, wie der Roman „Wovon wir träumten“, von Julie Otsuka. Andere wiederum sind unauffällig anders, sie entsprechen den üblichen Erzähltraditionen und geben ganz nebenbei neue Einblicke, beispielsweise der Roman „Unterleuten“ von Juli Zeh.

Doch egal, ob das Neue im Vordergrund steht oder ganz unauffällig daherkommt – natürlich muss die Qualität stimmen. Um das hinzukriegen, sollte man zunächst das Handwerk lernen. Das Experimentieren kommt dann im Anschluss. Das ist ähnlich wie in der Malerei oder in der Musik. Möchte ich als Jazz-Musikerin frei improvisieren, dann sollte ich zunächst das Handwerk lernen: Noten, ein Instrument, Jazz. Erst dann widme ich mich der freien Improvisation. Beginne ich als Anfängerin gleich mit der Improvisation, ohne zuvor ein Instrument zu lernen, könnte es schwer werden mit der Qualität. Ähnlich ist es, wenn man ein Buch schreiben möchte.

Romane des Mainstream
Romane des Mainstream sind nicht experimentell geschrieben. Hier stehen neue, ungewöhnliche Geschichten im Vordergrund. Nicht der Schreibstil ist innovativ und auch nicht die Erzählweise. Die Geschichten sind innovativ. Das heißt: Diese Bücher erzählen außergewöhnliche Geschichten auf ganz traditionelle Art. Oder sie machen aus traditionellen Stoffen neue, ungewöhnliche Geschichten, die traditionell erzählt sind, beispielsweise „Harry Potter“ von J.K. Rowling. Natürlich muss auch hier die Qualität stimmen. Bevor man sich außergewöhnliche Geschichten ausdenkt, lernt man also zunächst das Handwerk des Schreibens: Plotten, Figurenentwicklung, Schreibstil – das volle Programm.

Wer noch mehr lesen möchte zum Unterschied zwischen Literatur und Mainstream, der wird hier auf meinem Blog fündig: Was unterscheidet Literatur und Mainstream?
 
 

3. Ein richtig gutes Buch braucht eine richtig gute Idee

Ganz egal, ob Sie ein literarisches Buch schreiben möchten oder einen Mainstream-Roman: Die wichtigste Voraussetzung ist eine richtig gute Idee. Durchschnittliche Ideen gibt es wie Sand am Meer: Das sind Geschichten, bei denen man gleich zu Anfang denkt – ah, so was Ähnliches habe ich schon mal gelesen. Natürlich ist es schwer, sich etwas auszudenken, was es so oder so ähnlich nicht schon irgendwann mal gegeben hat. Die Herausforderung ist, eine durchschnittliche Idee so weiterzuentwickeln, dass daraus eine richtig gute Idee wird. Eine Möglichkeit: Man nimmt an der eher durchschnittlichen Grundidee eine Veränderung vor, die dafür sorgt, dass etwas wirklich Neues entsteht.

So wird aus einer durchschnittlichen Idee eine außergewöhnliche Geschichte
Ein Beispiel: „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ von John Green. Die Grundidee: Zwei Jugendliche lernen sich kennen, verlieben sich und erleben die ersten Wochen und Monate ihrer neuen Liebe. Ok, das gab es schon hunderttausendfach. Das Außergewöhnliche an diesem Roman: Die beiden lernen sich in einer Selbsthilfegruppe für krebskranke Jugendliche kennen. Beide sind an Krebs erkrankt und wissen nicht, wie es mit ihnen und ihrer Erkrankung in den nächsten Monaten oder Jahren weitergeht. Unter dieser Voraussetzung ist die Liebesgeschichte ganz neu und ungewöhnlich, denn die Hauptfigur kämpft mit der Frage, ob sie es dem anderen zumuten kann, dass sie vielleicht in absehbarer Zeit stirbt. Ob es fair ist, in dieser Situation eine Beziehung einzugehen.
Und so wird durch die Tatsache, dass beide an Krebs erkrankt sind, aus der scheinbar so banalen Liebesgeschichte zwischen zwei Jugendlichen eine ganz neue, andere, herausfordernde und ungewöhnliche Geschichte. Aus der banalen Grundidee „Zwei Jugendliche verlieben sich“ wurde die außergewöhnliche Grundidee „Zwei krebskranke Jugendliche verlieben sich“. Und daraus entstand diese außergewöhnliche Geschichte.

Die Herausforderung ist also nicht, sich etwas ganz Neues auszudenken. Das ist kaum machbar. Geschichten sind so alt wie die Menschheit und was könnte man da erzählen, was nicht viele andere schon erzählt haben. Die Herausforderung ist, den „bekannten“ Zutaten für einen Liebesroman, einen Krimi oder einen Thriller eine neue, ungewohnte Zutat hinzuzufügen. Damit die Geschichte einen neuen, anderen, spannenden Dreh bekommt.

Gute Bücher beruhen auf außergewöhnlichen Ideen
Ein weiteres Beispiel: Ein Mann und eine Frau lernen sich kennen, verlieben sich, habe eine Beziehung und trennen sich wieder. So einfach, so banal: „Agnes“ von Peter Stamm. Das Außergewöhnliche an dieser Geschichte: Am Ende scheint die Frau einfach zu verschwinden. Es bleibt offen, ob es sie und damit auch diese Beziehung jemals gegeben hat. Eine einfache Idee, schnörkellos geschrieben, ungewöhnlicher Schluss. Auch das hat gut funktioniert.

Die Geschichte muss zum Genre passen
Bei der Entwicklung guter Ideen gibt es noch eine weitere Herausforderung zu meistern. Bei literarischen Werken muss die Idee genug Input liefern für einen innovativen Roman. Sei es, dass der Schreibstil innovativ ist oder die Art des Erzählens oder der Blick auf die Gesellschaft.
Bei einem Mainstream-Roman muss die Geschichte nicht nur außergewöhnlich sein, sie muss auch zum Genre passen. Denn von Mainstream-Romanen wird erwartet, dass sie einem bestimmten Genre zugerechnet werden können wie beispielsweise Krimi, Liebesroman oder Science Fiction. Das ist eine besondere Herausforderung: Die Geschichte muss sich im üblichen Rahmen eines bestimmten Genres bewegen und trotzdem außergewöhnlich sein – wie kann das gehen? Was kann man sich noch ausdenken, was es z.B. als Liebesroman oder Krimi oder Thriller nicht schon gegeben hat? Gute Beispiele sind „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ von John Green, „Die Falle“ von Melanie Raabe und „Zerrissen“ von Juan Gómez-Jurado. Alle drei Geschichten bewegen sich innerhalb ihres Genres im Rahmen des Üblichen und sind doch außergewöhnlich.

Wer mehr über Genres erfahren möchte, kann hier weiterlesen: Buchgenres – macht das Sinn oder kann das weg?
 
 

4. Sie möchten ein packendes Buch schreiben? Dann brauchen Sie einen Planungssatz

Steht die außergewöhnliche Grundidee für das Buch, dann sollten Sie die Handlung der Geschichte in einem Satz zusammenfassen. Diese Zusammenfassung wird auch Planungssatz oder Logline genannt. Der Planungssatz ist der rote Faden für die Geschichte, das heißt, von Anfang bis Ende sollten alle Ereignisse im Buch diesen Planungssatz mit Leben füllen.

Der Planungssatz hilft, die wichtigsten Geschehnisse trotz vieler kreativer Einfälle nicht aus dem Auge zu verlieren. Das ist die beste Voraussetzung, um ein spannendes Buch zu schreiben. Doch der Planungssatz sollte nicht nur eine Zusammenfassung der Geschichte sein, er sollte auch den Hauptkonflikt enthalten. Es finden sich in jedem Buch eine Menge Konflikte, doch nur der Hauptkonflikt gibt den rote Faden vor.

Ein gutes Beispiel ist der Roman „Das Parfum“ von Patrick Süskind. So könnte die Geschichte in einem Satz lauten:

Ein Mann ohne Eigengeruch und mit genialem Geruchssinn will sich aus dem Geruch junger Frauen ein Parfum machen, das ihn liebenswerter macht.

Der Satz fasst zwar das Buch zusammen, doch der Hauptkonflikt fehlt. Mit anderen Worten: Wo ist in dieser Geschichte das Problem, das heißt, wo ist der Konflikt? Das, was das Buch erst so richtig spannend macht? Hier die Zusammenfassung in einem Satz inklusive Hauptkonflikt:

Ein Mann ohne Eigengeruch und mit genialem Geruchssinn ermordet junge Frauen und macht aus ihnen ein Parfum, das ihn liebenswerter machen soll.

In der zweiten Version ist klar, woraus sich in diesem Buch die Spannung ergibt, wo das größte Konfliktpotenzial liegt: Die Hauptfigur des Romans ist ein Mörder. Damit ist klar, dass er eine Menge Ärger am Hals hat. Im Buch ordnen sich alle Ereignisse und Szenen diesem Hauptkonflikt unter – das ist der rote Faden der Geschichte.

Noch bevor Sie anfangen Ihr Buch zu schreiben, sollten Sie den Planungssatz formulieren. Natürlich können es für diese erste Planung auch mal zwei oder drei Sätze sein. Doch die Zusammenfassung sollte so einfach wie möglich werden. Ist die Logline zu kompliziert, dann wird vielleicht auch die Geschichte zu kompliziert. Geübte Autor*innen kriegen das in den Griff, doch mit weniger Übung könnte das schwierig werden.

 
 



5. Entwickeln Sie einen spannenden Plot

Im nächsten Schritt entwickeln Sie aus dem Planungssatz einen spannenden Plot. Der Plot ist der Handlungsverlauf eines Romans, der sich aus allen Ereignissen einer Geschichte ergibt. Das wichtigste Grundprinzip eines spannenden Plots: Kausalität. Das heißt, alle Ereignisse eines Plots sollten kausal zusammenhängen. In einer guten Geschichte passiert nichts, was sich nicht aus dem Vorhergehenden ergibt.

Einzige Ausnahme: der Einstieg. Das erste Ereignis in einem Buch kann rein zufällig sein. Doch es sorgt dafür, dass alle darauffolgenden Ereignisse ins Rollen kommen – deshalb wird es auch auslösendes Ereignis genannt. Das auslösende Ereignis steht zu Beginn einer Geschichte und setzt alles Darauffolgende in Gang. Das ist ganz ähnlich wie beim Dominoeffekt: Der erste Stein fällt und reißt alle nachfolgenden Steine mit. Für einen guten Unterhaltungsroman ist die Kausalität des Plots die wichtigste Basis.

In der Planungsphase sollte man sich die wichtigsten Ereignisse und Wendepunkte des Plots zurechtlegen. Der Planungssatz gibt vor, welche Ereignisse zur Geschichte gehören und welche nicht. Ist der Handlungsverlauf soweit klar, dann sollte er einen guten Spannungsbogen kriegen: Der Plot braucht eine innere Dramatik. Diese entsteht dadurch, dass sich die Ereignisse allmählich zuspitzen.

Um einen guten Spannungsbogen für sein Buch hinzukriegen, kann man mit Dramenmodellen arbeiten. Das einfachste Dramenmodell ist der Dreiakter, der auf Aristoteles zurückgeht. Bis heute wird der Dreiakter für die Dramatisierung von Drehbüchern und Romanen eingesetzt.

Erster Akt
Zu Beginn steht ein auslösendes Ereignis und die ersten sich allmählich steigernden Ereignisse.

Zweiter Akt
Die Ereignisse spitzen sich immer weiter zu – bis es schließlich zu einer Wende kommt, die dem Handlungsverlauf eine neue Richtung gibt.

Dritter Akt
Im letzten Akt folgt eine Kette von besonders dramatischen Ereignissen und dann der Schluss. Der Schluss muss die logische Folge der vorhergehenden Geschehnisse sein. Je weniger Zufall im Spiel ist, desto mehr Drama.

Für die Planung des Plots können Sie zunächst die Handlung in drei Sätzen festhalten. Im ersten Satz benennen Sie das auslösende Ereignis. Im zweiten Satz halten Sie das Ereignis fest, das in der Mitte der Geschichte eine Wende bringt. Der dritte Satz beschreibt den Schluss der Geschichte.
 
 

6. Interessante Figuren treiben die Geschichte voran

Gute Bücher brauchen gute Figuren. Denn nur wenn Leser*innen eine Figur spannend finden, lesen sie weiter. Das Interesse an einer Geschichte wird ausgelöst durch das Interesse an einer Figur und ihrem Schicksal. Deshalb sollten Sie viel Zeit für die Figuren-Entwicklung einplanen, bevor Sie anfangen, Ihr Buch zu schreiben.

Um das erste Interesse für eine Figur zu wecken, sollte diese ein klares Profil haben mit einem individuellen Charakter und einer nachvollziehbaren Handlung. Um das hinzukriegen, sollten Sie im ersten Schritt eine dreidimensionale Figur entwickeln mit:

  • einem prägnanten Aussehen (1. Dimension)
  • einem unverkennbaren psychologischen Profil (2. Dimension)
  • einem individuellen sozialen Umfeld (3. Dimension)

 
Eine dreidimensionale Figur bildet oft den ersten Anreiz zum Weiterlesen. Um sie noch spannender zu machen, können Sie ihr etwas Außergewöhnliches mit auf den Weg geben. Etwas, das sie aus der Masse hervorhebt: ein außergewöhnliches Hobby, außerordentliche Charakterzüge, eine außergewöhnliche Lebensgeschichte oder Ähnliches.

Doch es gibt noch mehr, was man bei der Figurenentwicklung tun kann. Einer dreidimensionalen Figur, die etwas Außergewöhnliches mitbringt, gelingt es oft, das erste Interesse an einem Buch zu wecken. Doch damit die Leser*innen dranbleiben über mehrere hundert Seiten, sollte Ihre Hauptfigur ein bestimmtes Ziel haben. Vielleicht möchte sie sich einen ungewöhnlichen Wunsch erfüllen oder sie will ihrem Kind das Leben retten oder sie möchte ihre große Liebe für sich gewinnen. Was immer es ist: Wir Menschen sind neugierig und wenn wir von einer Person erfahren, dass sie unbedingt etwas Bestimmtes erreichen will, dann lesen wir voller Neugier weiter. Schließlich wollen wir herauszufinden, ob die Figur ihr Ziel erreichen kann. Außerdem bleibt die Figur und ihre Handlung auf diese Weise immer glaubwürdig: Denn was immer sie tut, als Leser*innen wissen wir, dass die Figur konsequent ein bestimmtes Ziel verfolgt und dafür viele Schwierigkeiten in Kauf nimmt.

Noch glaubwürdiger wird die Figur und ihr Handeln, wenn ihr Ziel mit einem klaren Motiv verbunden ist. Wir müssen nicht lange überlegen, warum eine Figur ihr Kind retten will oder ihre große Liebe für sich gewinnen möchte. Dahinter stecken urmenschliche Motive, die allen sofort einleuchten. Will eine Figur unbedingt den höchsten Berg der Welt besteigen oder einen Marathon gewinnen – das ist nachvollziehbar, wenn es sich um einen Lebenstraum handelt. Auch das ist ein starkes Motiv. Will die Figur unbedingt ein Haus bauen – da wird es schon schwieriger mit dem Interesse an dieser Figur und ihrer Geschichte. Denn ein Haus zu bauen ist nicht außergewöhnlich und das Mitgefühl, wenn eine Figur es nicht schafft, hält sich durchaus in Grenzen. Habe ich als Leser*in jedoch erfahren, dass die Figur sowohl ihre Familie und ihr Erspartes als auch ihr Selbstvertrauen verlieren wird, wenn sie es nicht endlich schafft, dieses Haus zu bauen: Dann hat die Figur ein starkes Motiv und viel zu verlieren – und damit steigt das Interesse an ihrem Schicksal.
 
 

7. So schreiben Sie ein gutes Buch

Das Prinzip „Show don’t tell“ gilt derzeit als eine der wichtigsten Empfehlungen beim Schreiben von Büchern überhaupt. Dieses Prinzip unterscheidet zwei Arten von Erzählweisen: narrativ und szenisch.

Beim narrativen Erzählen werden die Geschehnisse beschrieben.

Beim szenischen Erzählen werden die Ereignisse „gezeigt“ durch Dialoge und Handlungen. Wir schildern bildhaft, was wir vor unserem inneren Auge sehen, damit die Geschehnisse lebendiger werden. Das szenische Schreiben gelingt, wenn wir alle fünf Sinne ansprechen: Wir beschreiben, was die Figuren in der Geschichte hören, was sie sehen, riechen, schmecken und fühlen. Das Ziel ist, dass bei den LeserInnen eine bildhafte Vorstellung von dem Geschehen entsteht.

Klassische Beispiele für die narrative Erzählweise sind Märchen wie Hänsel und Gretel. Hier ein Beispiel, wie sich der Unterschied bemerkbar macht.

So klingt es narrativ:

Hänsel und Gretel verirrten sich im Wald. Dort war es dunkel und kalt, und sie fürchteten sich sehr.

So klingt es szenisch:

Gretel zitterte und ihr blasses Gesicht hob sich von den nachtschwarzen Baumstämmen ab.
„Ich bin müde“, flüsterte sie.
Hänsel wischte sich mit dem Handrücken die Nase.
„Wir müssen weiter“, drängte er.

(Das Beispiel verdanke ich meiner Kollegin Simone Harland und dem Autorenforum Montségur.)

Ein belletristischer Text enthält viele unterschiedliche Elemente wie bildhafte Schilderungen von Schauplätzen, Figuren und deren Innensicht, Handlungen – und nicht zuletzt Dialoge. Man könnte meinen, das Wichtigste am Dialog ist, was gesprochen wird. Doch das Gegenteil ist der Fall: Dialoge leben vor allem von dem, was nicht ausgesprochen wird. Der häufigste Anfängerfehler, wenn man beginnt, ein Buch zu schreiben: Die Figuren reden zu viel.

Zurück zu unserem Beispiel von Hänsel und Gretel.

Hier wird zu viel geredet:

Gretel zitterte und ihr blasses Gesicht hob sich von den nachtschwarzen Baumstämmen ab.
„Es ist so kalt hier und wir wissen doch gar nicht, wo wir sind. Außerdem bin ich müde“, flüsterte sie.
Hänsel wischte sich mit dem Handrücken die Nase.
„Bald ist es Mitternacht und wenn wir nicht schnell den Weg nach Hause finden, müssen wir im Wald übernachten. Dort sind wir den wilden Tieren ausgeliefert. Wir haben keine Zeit, wir müssen weiter“, drängte er.

Und so klingt die wortkarge Version:

Gretel zitterte und ihr blasses Gesicht hob sich von den nachtschwarzen Baumstämmen ab.
„Ich bin müde“, flüsterte sie.
Hänsel wischte sich mit dem Handrücken die Nase.
„Wir müssen weiter“, drängte er.

Spannende Dialoge entstehen erst durch Überarbeitung. Steckt man mitten im Schreibprozess, dann schreibt man Dialoge am besten so, wie einem die Worte gerade in den Sinn kommen. Diese erste Version sollte man später überarbeiten: Damit es unterhaltsamer und spannender wird, hilft es oft, die Sätze in direkter Rede soweit zu kürzen, dass sie gerade noch verständlich sind. Den LeserInnen reichen meist schon wenige Worte, um einer Geschichte folgen zu können. Alles, was darüber hinausgeht, wird oft als langweilig empfunden.

Natürlich gibt es richtig gute Bücher mit wortreichen Dialogen. Aber es braucht eine Menge Erfahrung, um ausführliche Dialoge zu schreiben, die nicht langweilen. Deshalb ist es einfacher, wenn man noch nicht so viel Erfahrung hat mit dem Schreiben von Büchern, Dialoge knapp zu halten.

Wenn Sie anfangen, Ihr eigenes Buch zu schreiben, dann werden Sie so allmählich einen eigenen Schreibstil entwickeln. Zu Beginn können Sie sich an dem orientieren, was Sie selber gerne lesen. Eine gute Übung ist es, wenn Sie Ihren eigenen Text immer wieder aufs Neue schreiben in unterschiedlichen Schreibstilen: mal als Comic, mal wie Kafka, mal wie Rowling und mal wie ein Heftroman. So können Sie die Unterschiede besser erkennen und lernen, Sprache bewusst einzusetzen. Auf diese Weise können Sie herausfinden, womit Sie sich wohlfühlen und was für Sie und Ihre Geschichte gut passt.
 
 

8. Zeitmanagement

Ein Roman besteht im Schnitt aus rund 300 Seiten Text. Da steckt eine Menge Zeit drin. Doch die meisten Autor*innen schreiben ihre Bücher nicht hauptberuflich, sondern „nebenbei“ – neben Job, Familie, Regenerierung. Wie kriegt man das hin? Für viele Schreibende haben sich feste Schreibzeiten bewährt. Das kann jeden Morgen vor der Arbeit sein, abends nach der Arbeit, jeden Mittwochabend oder jeden Sonntagmorgen.

Zu Beginn sollten Sie ein wenig experimentieren, um herauszufinden, wann die beste Zeit für Sie ist. Wann haben Sie Zeit und die richtige Energie, um an Ihrem Buch zu schreiben? Wie bekommen Sie ein oder zwei Stunden am Stück am besten in Ihrem Alltag unter? Sie sollten Ihre Schreibzeit mit Ihrem sozialen Umfeld und Ihrer Familie absprechen, damit Sie in dieser Zeit nicht gestört werden. Schalten Sie das Telefon ab und gehen Sie offline.

Ihre feste Schreibzeit sollten Sie nur im Notfall übergehen und zu 80 Prozent einhalten. Schreiben Sie an Ihrem Buch, egal, ob Sie gerade Lust dazu haben oder nicht. Wenn Sie keine Lust zum Schreiben haben, dann können Sie recherchieren oder Rechercheergebnisse abheften oder den Text überarbeiten oder Ähnliches. Haben Sie erst mal den Anfang gefunden, dann geht es manchmal vielleicht besser, als Sie zunächst dachten. Oft gelingt es, über das Recherchieren zum Überarbeiten und schließlich zum Schreiben zu kommen. So allmählich sollte sich daraus eine gewisse Routine entwickeln: Sie schreiben jeden Morgen zwischen 6 und 7 Uhr oder jeden Sonntagmorgen zwischen 10 und 12 Uhr. Es muss nicht perfekt sein, was Sie in dieser Zeit machen. Das Wichtigste: am Ball bleiben.

Verbinden Sie Ihre Schreibzeit mit etwas Positivem. Gönnen Sie sich eine Tasse Kaffee oder ein Stück Schokolade oder arbeiten Sie an Ihrem Lieblingsplatz. Die Schreibzeit sollte eine Belohnung sein und keine Strafe.

Feste Schreibzeiten verbunden mit kleinen Ritualen wie Kaffee und Schokolade bringt viele Schreibende gut voran. So gelingt es, regelmäßig am Text zu arbeiten und beim Schreiben des eigenen Buches voranzukommen. Probieren Sie’s aus und finden Sie heraus, was für Sie am besten funktioniert.
 
 

9. So bringen Sie Ihr Buch heraus

Endlich fertig? Dann steht einer Veröffentlichung nichts mehr im Weg. Aber wie vorgehen?

Es ist heute einfacher denn je, ein eigenes Buch zu veröffentlichen. Da gibt es zum einen den ganz klassischen Weg: Sie suchen sich einen Verlag, der Ihr Buch herausbringt. Die andere Möglichkeit: Sie bringen Ihr Buch auf eigene Faust heraus. Früher hieß die eigenständige Veröffentlichung Selbstverlag, heute ist der englische Begriff üblich: Selfpublishing.

Der Unterschied zwischen Verlag und Selfpublishing
Die zwei Möglichkeiten der Veröffentlichung haben für Sie ähnliche Vor- und Nachteile wie eine Berufstätigkeit als Angestellte oder Selbstständige:

Veröffentlichung mit einem Verlag

  • Bei einem Verlag müssen Sie sich bewerben
  • Der Verlag bekommt viele Bewerbungen, einige wenige Manuskripte nimmt er an, viele andere lehnt er ab
  • Der Verlag bezahlt Sie und legt die Höhe Ihres Honorars fest
  • Der Verlag bestimmt das Aussehen Ihres Buches (Titel, Cover, gebundenes Buch oder Taschenbuch) und nimmt unter Umständen auch Einfluss auf den Inhalt
  • Der Verlag bezahlt Lektorat, Druck und Vertrieb
  • Der Verlag trägt das finanzielle Risiko

 
Veröffentlichung im Selfpublishing

  • Als Selfpublisher entscheiden Sie, ob und wie Ihr Buch herauskommt
  • Sie legen den Preis des Buches fest und damit Ihren Erlös
  • Sie entscheiden allein über das Aussehen und den Inhalt Ihres Buches
  • Sie bezahlen das Lektorat und das Cover
  • Sie suchen sich einen Dienstleister, der den Druck und den Vertrieb übernimmt und dafür von jedem verkauften Exemplar einen Anteil des Erlöses bekommt
  • Sie tragen das finanzielle Risiko

 
So finden Sie einen Verlag für Ihr Buch
Bei einem Verlag bewerben Sie sich mit einem Exposé und einer Leseprobe. Oft muss man mehrere Monate auf Antwort warten, nicht selten bleibt die Antwort ganz aus. Denn Verlage bekommen immer häufiger Manuskripte angeboten und oft fehlt ihnen die Zeit, Absagen zu schreiben. So findet sich auf vielen Verlags-Websites die Ankündigung: Sollten Sie in acht (oder zehn oder zwölf) Wochen nichts von uns (dem Verlag) hören, dann nehmen Sie das bitte als Absage.

Eine Alternative sind Literaturagenturen. Diese nehmen (angehende) Autor*innen unter Vertrag und vermitteln ihre Manuskripte an Verlage. Agenturen werden nicht von den Verlagen bezahlt, sondern von den Autor*innen: Für die erfolgreiche Vermittlung eines Manuskripts verlangen Agenturen eine Provision zwischen 15 und 20 %. Sie erhalten also ihren Anteil vom Autorenhonorar. Als Gegenleistung setzen sie ihr ganzes Know-how für ihre Autor*innen ein und holen bei den Verlags-Verhandlungen das Bestmögliche heraus.
Eine Bewerbung bei Literaturagenturen läuft ähnlich wie die Bewerbung bei Verlagen. Auch die Erfolgsaussichten sind vergleichbar. Es gibt also zwei Wege zu einer Verlags-Veröffentlichung: Sie können sich bei Agenturen bewerben, damit diese für Sie einen passenden Verlag an Land ziehen. Oder Sie bewerben sich direkt bei den Verlagen.

So bringen Sie Ihr Buch im Selfpublishing heraus
Als Selfpublisher*in haben Sie die Qual der Wahl: Es gibt viele seriöse Dienstleister und es wird eine Weile dauern, bis Sie sich einen Überblick über den Markt verschafft haben. Denn alle Dienstleister haben Vor- und Nachteile und das macht es schwer, eine gute Entscheidung zu treffen. Außerdem müssen Sie vor der Veröffentlichung investieren: Sie geben das Lektorat in Auftrag, das Cover und den Buchsatz. Je nach Umfang des Manuskripts und Ihren Ansprüchen werden dafür zwischen 1.000 und 3.000 Euro fällig. Auch um die Vermarktung müssen Sie sich selber kümmern oder einen Dienstleister bezahlen. Dafür gibt es am Ende weder einen Verlag noch eine Agentur, die am Verkauf Ihres Buches mitverdienen.

Auf den Punkt gebracht: Vor-und Nachteile von Agenturen, Verlagen und Selfpublishing

Agenturen
+ Agenturen kennen den Markt gut und holen das Bestmögliche für ihre Autor*innen heraus.
– Agenturen erhalten eine anteilige Provision vom Honorar der Autor*innen.

Verlage
+ Verlage sind Buch- und Vertriebsprofis. Sie setzten ihr ganzes Know-how dafür ein, möglichst viele Exemplare Ihres Buches zu verkaufen. (Doch das finanzielle und personelle
Engagement hat auch Grenzen, erwarten Sie von einem Verlag nicht zu viel.)
+ Der Verlag trägt das wirtschaftliche Risiko.
– Die Abläufe sind langwierig (zwischen der Bewerbung, einer Zusage und der anschließenden Veröffentlichung liegen üblicherweise ein bis zwei Jahre).
– Der Verlag will bei der Veröffentlichung mitreden und mitentscheiden.

Selfpublishing
+ Die Autor*innen können sehr schnell veröffentlichen (innerhalb von ein paar Wochen nach Fertigstellung des Manuskripts).
+ Die Autor*innen können alle Entscheidungen selber treffen.
– Die Autor*innen treten finanziell in Vorleistung und tragen das wirtschaftliche Risiko.

Mehr über die Veröffentlichung von Büchern finden Sie hier auf meinem Blog: Wie man Bücher veröffentlicht.
 
 

10. Exposé und Leseprobe

Wenn Sie sich mit einem fertigen Manuskript bei Literaturagenturen und / oder Verlagen bewerben möchten, dann brauchen Sie ein gutes Exposé und eine ansprechende Leseprobe. Denn Verlage und Agenturen erhalten beim ersten Anschreiben niemals das komplette Manuskript, immer nur ein Exposé und eine Leseprobe.

So sieht ein gutes Exposé aus
Ein Exposé sollte maximal zwei bis drei Seiten lang sein. Je kürzer, desto besser. Das ist für Roman-Autor*innen meist die größte Herausforderung. Denn auf zwei bis drei Seiten sollten Sie Folgendes unterbringen:

  • Die wichtigsten Daten zu Ihnen (Namen und Kontaktdaten) und Ihrem Manuskript (Länge, Genre, Zielgruppe)
  • Eine kurze Zusammenfassung Ihres Manuskripts (auch: Pitch oder Klappentext)
  • Eine vollständige Inhaltsangabe (inkl. Schluss)
  • Eine Autorenvita (etwa 5 bis 10 Sätze)

 
Manche Autor*innen ergänzen noch eine kurze Liste mit den wichtigsten Romanfiguren und eine Liste der bisherigen belletristischen Veröffentlichungen.

Wählen Sie eine ansprechende Leseprobe
Als Leseprobe sollten Sie den Anfang Ihres Romans wählen. Denn gerade der Einstieg eines Romans ist schwer zu schreiben und Verlage und Agenturen möchten sehen, ob Sie diese Herausforderung gut gemeistert haben. Die übliche Länge einer Leseprobe liegt bei rund 15 bis 20 Normseiten. Doch die Angaben schwanken. Bevor Sie eine Leseprobe an eine Agentur oder einen Verlag schicken, sollten sie deshalb auf deren Website die Vorgaben nachlesen. Manche möchten 15 Normseiten als Leseprobe, andere 20 oder 30 Normseiten. Die Leseprobe sollte in Form von Normseiten angelegt sein, sauber formatiert (hier können Sie nachlesen, wie Roman-Manuskripte üblicherweise formatiert werden) und ohne weiteren Schnick-Schnack.

Mehr zu Leseprobe und Exposé (inkl. Beispiel) finden Sie hier auf meinem Blog: Exposé und Leseprobe.
 
 
 

Checkliste – Die besten Tipps, um ein richtig gutes Buch zu schreiben

Und hier gibt es zum Download eine Checkliste Die besten Tipps um gute Bücher zu schreiben – einfach klicken und herunterladen.


Wenn Sie diesen Artikel mit Interesse gelesen haben, dann finden Sie hier noch weiteres Lesefutter:
 
Romane schreiben – die zehn häufigsten Anfängerfehler
Autor*in werden – die zehn besten Tipps
Wie man eine seriöse Literaturagentur findet – die wichtigsten Tipps
Wie man Romanideen findet und beurteilt, ob sie gut sind
Was verdient man mit einem Buch?

 

 

Dr. Anette Huesmann ist Autorin, Dozentin für Kreatives Schreiben und Sprachwissenschaftlerin. Sie leitet Workshops zum Kreativen Schreiben, schreibt Bücher und berät (angehende) AutorInnen. Hier finden Sie die aktuellen Schreibkurse und hier erfahren Sie mehr über ihr Beratungsangebot.
  1. Lyra Kretzschmar Antworten

    Sehr geehrte Frau Huesmann,
    als erstes möchte ich Ihnen danken.Sie haben mir sehr geholfen mit diesen Erklärung.Mein Problem ist nur,das ich die Grundlage für meine Geschichte habe,aber irgendwie nicht genau weiß,wie ich diese ausführlich und detailliert aufschreiben kann.Ich würde mich über einen Tipp von ihnen sehr freuen.Bleiben Sie gesund.Schöne Grüße von Lyra

    • Die Schreibtrainerin Antworten

      Hallo Lyra,

      da würde vielleicht ein Seminar weiterhelfen. Mit meinem Blogartikel kann ich nur einen ersten Überblick geben, worauf es ankommt. In meinen Seminaren kann ich natürlich noch sehr viel genauer darauf eingehen.

      Herzliche Grüße
      Anette Huesmann

  2. Annika Förster Antworten

    Hallo Frau Huesmann,

    ich habe vor langer Zeit angefangen einen Roman zu schreiben. Durch persönliche Umstände musste ich unterbrechen und habe nun vor einigen Monaten den Wiedereinstieg gefunden.
    Meine Figuren waren alle mit Biografien gespeichert und der Plott stand auch, so dass es trotz der langen Pause kein Problem war wieder in die Geschichte hineinzufinden.
    Allerdings tauchen nun beim Schreiben immer wieder neue Ereignisse auf, die nicht „geplant“ waren. Es ist, als würde sich das geradezu aufzwingen, geschrieben zu werden, während ich schreibe. Die ursprüngliche Geschichte bleibt dabei bestehen, nur der Weg dahin ändert sich ständig.
    Sollte ich das zulassen oder doch eher bei der ursprünglichen Idee bleiben?

    Und noch eine Frage: meine Geschichte an sich ist frei erfunden. Aber die historischen Ereignisse sind komplett recherchiert und entsprechen den realen Ereignissen. Darf man in so einem Roman historische Figuren handeln lassen und den Originalnamen verwenden, oder müsste man dann hier den Namen ändern?

    Vielen Dank.
    Annika Förster

    • Die Schreibtrainerin Antworten

      Hallo Frau Förster,

      ich würde Ihnen empfehlen, immer wieder zu prüfen, ob der Plot trotz neuer Ereignisse noch funktioniert und immer noch einen guten Spannungsbogen hat. Alles, was da nicht reinpasst, würde ich weglassen. Sonst neigt man beim Schreiben zu sehr dazu, neue Ereignisse mitzunehmen (weil sie gerade so gut passen) und dabei das Große und Ganze aus dem Auge zu verlieren. Da helfen regelmäßige Checks, ob die neuen Ereignisse wirklich gut passen und der Geschichte nicht den Schwung nehmen.

      Was historische Ereignisse und Figuren betriff: Ich bin keine Anwältin und kann deshalb nur meine Meinung dazu sagen, ob das rechtlich so stimmt, weiß ich nicht. Meine Meinung dazu: Alles, was historisch verbürgt ist (also tatsächlich stattgefunden hat), darf man auch schreiben. Da muss man auch die Namen der handelnden Personen nicht ändern, weil man ja nur wiedergibt, was tatsächlich passiert ist. Im Zweifelsfall würde ich Ihnen empfehlen, eine*n Anwält*in für Medienrecht zu fragen. Da kann eine kurze Beratung schon ausreichen, um Klarheit und Rechtssicherheit zu schaffen.

      Viel Erfolg!
      Anette Huesmann

  3. Fritz Bucher Antworten

    Hallo Frau Huesmann,
    ich habe mich kürzlich – u. a. inspiriert von der Lektüre Ihres Blogs – endlich dazu durchgerungen, einen Prolog-Entwurf für mein erstes Buch zu verfassen. Ich gab den Text an meine beste Freundin, die mich seit unserer Jugend kennt, weiter, und bekam neben einem wohlwollenden Lob auch etwas negatives Feedback: Die Textstellen, mit denen ich weitgehend realistisch mein Erleben als kleiner Junge schilderte, gefielen ihr gut, während die Prise Fiktion, die ich dazwischen einstreute, sie irritierten. Sie teilte mir mit, dass ihrer Meinung nach meine tatsächliche Vergangenheit genug abenteuerliche Episoden bereithielte, um ein spannendes Buch zu füllen. Ich hatte während des Schreibens jedoch das (auch von Ihnen propagierte) Ziel im Kopf, dass die Handlung keine lose Aneinanderreihung einzelner Episoden, sondern eine kausal verknüpfte, progressive Entwicklung Richtung Höhepunkt – idealerweise mit einem „Clou“ versehen – darstellen sollte. Mein Leben hat nur eben nicht diese ideale Struktur, die eine gute dramatische Erzählung offenbar ausmacht.
    Long Story Short: Wie entscheide ich mich zwischen Biografie und Roman? Geht unverfälschte Authentizität vor geplotteter Spannungssteigerung und abschließender Pointe? Oder sollte ich mich doch – entgegen der Meinung meiner Freundin- an einer Mischform versuchen?
    Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir mit Ihrem Rat einen Impuls für eine fokussierte Weiterentwicklung meines Projekts geben würden.
    Besten Dank im Voraus und viele Grüße –
    N. L. aka Fritz Bucher

    • Die Schreibtrainerin Antworten

      Hallo Herr Bucher,

      eine Freundin von Ihnen interessiert sich natürlich vor allem für Ihr Erleben als kleiner Junge. Und weniger für die fiktionalen Anteile. Deshalb kann ich die Reaktion Ihrer Freundin gut nachvollziehen. Und da stellt sich die Frage, ob Sie in erster Linie für Ihr eigenes soziales Umfeld schreiben möchten oder für Personen, die Sie nicht kennen (und nicht wissen, was real ist und was nicht).

      Für Ihre Fragestellung habe ich erst vor kurzem einen eigenen Blogbeitrag geschrieben, denn die Frage, ob Biografie oder Roman, stellen sich viele:

      https://www.die-schreibtrainerin.de/biografie-schreiben-oder-einen-roman/

      Es ist auf jeden Fall der schwierigere Weg, als erstes Werk eine Mischung aus Biografie und Roman zu schreiben. Ich würde Ihnen empfehlen, als Erstlingswerk einen Roman zu schreiben, also rein fiktional – das ist schon schwer genug. Wenn Sie dann mehr Übung haben im Schreiben von längeren Werken, ist es noch früh genug, die schwierigeren Projekte in Angriff zu nehmen.

      Viel Freude am Schreiben wünsche ich Ihnen!
      Anette Huesmann

  4. Raphaela Antworten

    Liebe Frau Huesmann,

    ich war bereits in einem ihrer Workshops zum „Thema Kinderbuch schreiben“ vor rund 5 Jahren. Vielen Dank noch einmal für die spannenden Tage in Heidelberg. Bislang war meine Motivation/der Reiz, aber auch die Zeit (die ich mir nicht genommen habe ;)) stets zu gering, um ins Tun zu kommen.
    Schon seit längerem wird aber nun die Idee bzw. der Wunsch, einen Roman zu schreiben, immer präsenter und nun sitze ich über meinen ersten Brainstormings, Figurenbeschreibungen etc. und ertappe mich schon wieder mit meinen mich selbst kleinmachenden Gedanken wie zB. „Die Idee/die Wendungen ist/sind nicht gut genug“. Daher nun meine Frage: Wie NEU muss eine Idee sein? Lohnt es sich, die Seiten nur dann weiterzuschreiten, wenn etwas komplett Neues erzählt wird?

    Ich würde mich sehr über Ihre Rückmeldung und Meinung freuen!
    Herzliche Grüße
    Raphaela L.

    • Die Schreibtrainerin Antworten

      Liebe Raphaela,

      Geschichten sind so alt wie die Menschheit und es gibt fast nichts, was es so oder so ähnlich als Geschichte oder Idee nicht schon mal gab. Es ist nicht die Idee, die eine Geschichte zu etwas Besonderem macht. Sondern die eigene Kreativität, die eigenen Planungen, der eigene Schreibstil, die eigene Emotionalität – kurz: Es kommt vor allem darauf an, was wir daraus machen. Niemand wird eine Geschichte genauso erzählen wie Sie, selbst wenn die Idee ähnlich ist. Klar gibt es auch dafür Grenzen. Wenn ein Roman mehr oder minder einen Bestsellers kopiert, dann sollte man das lieber lassen. Man sollte mit der eigenen Idee niemals zu nah an bekannten Geschichten dran bleiben. Aber wenn nur die erste Grundidee eine gewisse Ähnlichkeit aufweist und ansonsten machen Sie etwas ganz eigenes daraus, eine ganz eigene, unverwechselbare Geschichte – dann haben Sie ein eigenes Werk erschaffen. Und darauf kommt es an.

      Viel Spaß und viel Erfolg!
      Anette Huesmann

  5. Alex J. Antworten

    Ich hätte eine Frage, die mir unter den Nägeln brennt.
    Mir schwirrt im Kopf bereits meine Geschichte herum und ich kann sie mir auch bildlich vorstellen, nur wie schreibt man Beginn und Spannung bei einem Grusel/Liebes Roman?
    Das ganze dreht sich um eine Western/Geisterstadt.
    Ebenso Titel wie Silverado darf man ja nicht nehmen, muss ein Titel ein Teil der Handlung sein?
    Vielen lieben Dank

    • Die Schreibtrainerin Antworten

      Hallo Alex,

      einen gute Spannungsbogen erreicht man nur, wenn man vor dem Schreiben plotten. Dann wird auch schnell klar, was ein guter Einstieg für die Geschichte wäre. Der Titel sollte schon im weitesten Sinne irgendwas mit der Geschichte zu tun haben, aber da ist viel Spielraum für die Phantasie.

      Viel Erfolg
      Anette Huesmann

  6. Tea Antworten

    Hallo Frau Huessman,

    Ich schreibe gerade an einem Buch, doch ich bin erst bei der 65. Seite, und man weiß schon, wer der Verräter ist, und was das Problem ist. Könnten sie mir einen Tipp geben, wie ich dies z.B erst bei der 100. Seite verraten könnte?
    LG

    • Die Schreibtrainerin Antworten

      Hallo Tea,

      ich würde Ihnen empfehlen, vor dem Schreiben zu Plotten, das heißt, dass Sie sich vor dem Schreiben die komplette Geschichte ausdenken. Dann ist es leichter, „falsche Fährten“ einzubauen und den Verdacht auf andere Figuren zu lenken. So können Sie die Spannung über mehrere hundert Seiten aufrecht erhalten.

      Viel Erfolg!
      Anette Huesmann

  7. Leseratte Antworten

    Hallo,
    ich bin 15 Jahre alt und wollte schon von klein an Autorin werden, nur leider bin ich nicht wirklich begabt darin eine Spannung aufzubauen. Bei mir ziehen sich die Geschichten immer endlos hin. Jetzt im Moment habe ich wieder eine Idee für eine Geschichte, deshalb bin ich auch auf Ihre Seite gestoßen um eine möglichst spannende Handlung zu erschaffen.
    Ich hoffe es wird etwas, danke für die vielen Tipps!

  8. Alina Antworten

    Hallo,
    ich bin erst 12, aber schreibe sehr viel. Ich habe die Ideen und kann auch gut schreiben nur kann ich es nicht in die Länge ziehen. Meine Geschichten enden immer als kurze (max. 5 A4 Seiten) Geschichten und ich habe sehr viel probiert. Und dazu kommt noch, dass ich immer neue Ideen habe, die aber nicht in meine Geschichte passen. Also fange ich immer neue Geschichten an und vergesse die Alten. Wie kann ich mich auf eine Geschichte konzentrieren und wie kann ich die Geschichte in die Länge ziehen um vielleicht ein Buch daraus zu machen?
    LG

    • Die Schreibtrainerin Antworten

      Liebe Alina,

      du machst es vermutlich deinen Figuren zu leicht ;-) Wenn deine Geschichten nur 4 Seiten haben, dann würde ich vermuten, dass deine Figuren ihre Probleme oder Aufgaben nach relativ kurzer Zeit gelöst haben. Um bei längeren Geschichten immer mehr Spannung aufzubauen, sollte man dafür sorgen, dass die Figuren zwar versuchen, ihre Probleme zu lösen – aber sie schaffen es nicht! Und dadurch werden die Geschichten länger, weil die Figuren immer neue Versuche unternehmen.

      Um dich auf eine Geschichte zu konzentrieren, würde ich dir empfehlen: Suche dir die Geschichte raus, die du am besten / aufregendsten / interessantesten findest. Dann schreibe an dieser einen Geschichte weiter und sorge dafür, dass die Figur vor immer neuen Herausforderungen steht – dann werden die Geschichten auch länger.

      Viele Spaß beim Schreiben wünscht
      Anette Huesmann

  9. Soulheart Antworten

    Hallo,
    Habe mal eine Frage als ich anfing zu zeichnen kam mir eine Geschichte in den Kopf die mich nicht mehr los lässt ehe ich sie zu Papier gebracht habe nun schreibe ich daran und es macht sehr viel Spaß. Aber ich bin mir etwas unsicher, da ich 2 Protagonisten habe die jedoch an je einem anderen Ort leben und deshalb immer zwischen beiden hin und her wechsle da das Problem in meiner Geschichte mit beiden Orten (Wald und Stadt/Land) zu tun hat und ich von beiden Perspektiven erzähle während meine Protagonistin in der ich-form erzählt, erzählt sie jedoch auch die Geschehnisse des anderen Protagonisten in erzählerform und da kommt meine Frage ins spiel: kann man das so machen oder sollte ich mich komplett auf einen festen Erzähler ohne ich-form einstellen und die Geschichte nochmal überarbeiten?
    Lg Soulheart

    • Die Schreibtrainerin Antworten

      Hallo,

      ja, das ist eine schwierige Konstellation – ich denke schon, dass es durch einen Wechsel der Erzählperspektive leichter wäre, diese Geschichte zu schreiben.

      Viel Erfolg!
      Anette Huesmann

  10. Maggy Antworten

    Hallo. Ich bin noch nicht ganz duch mit den Tipps, habea das aber auf jeden Fall vor. Ich wollte fragen was genau der spezifische unterschied zwischen der 2. und der 3. Dimension ist… Irgendwie komme ich da nicht so richtig drauf…
    Danke :)

    • Die Schreibtrainerin Antworten

      Hallo Maggy,

      bei der Figurenentwicklung berücksichtigt man drei Dimensionen: das Aussehen (1. Dimension), den Charakter (2. Dimension) und das soziale Umfeld (3. Dimension). Der Unterschied der 2. und 3. Dimension ist der Unterschied zwischen Innen und Außen – die Psyche macht das Innere der Figur aus (was für einen Charakter hat sie, wovor fürchtet sie sich, welche Ziele hat sie) und das soziale Umfeld das Äußere (wie ist die Familie, welche Freund*innen hat sie, welchen Beruf). Natürlich hängt die Psyche einer Figur und ihr soziales Umfeld eng zusammen, aber man kann schon beides beschreiben bzw. für eine Figur entwickeln. Die Dimensionen sollen nur eine Art Spickzettel sein, sie geben mir sozusagen Tipps, worauf ich bei der Figurenentwicklung achten muss, damit ich nichts vergesse.

      Viel Erfolg!
      Anette Huesmann

  11. Pegi Antworten

    Guten Abend!

    Ich hab schon immer den Wunsch ein Buch zu schreiben. Hatte auch mal angefangen, dann jedoch mittendrin aufgehört. Das ist jetzt bestimmt schon 10 Jahre her.
    Nun sitze ich bei einem Glas Wein vor meinem IPad – das Baby und der Mann schlafen und ich dachte mir ich such jetzt was inspirierendes. Damit ich mich trau, anzufangen.
    Keine Ahnung, welches Genre. Früher dachte ich Krimi, Thriller, Horror. Heute, da ich meinem Sohn gerne eine tolle Geschichte vorlesen würde, wenn er mal alt genug ist, da denk ich an Kindergeschichten.

    Wie kann ich herausfinden, welches Genre passt? Ausprobieren ist zwar eine Idee, aber kann ich das Buch in Gedanken quasi skizzieren und dann wird das was???

    Ich wäre so gern veröffentlicht:)

    • Die Schreibtrainerin Antworten

      Liebe Pegi,

      es ist kein entweder / oder – Sie können sowohl eine Kindergeschichte schreiben als auch einen Krimi. Wenn heute eine Kindergeschichte gut für Sie passt, um sie Ihrem Sohn vorzulesen, dann schreiben Sie heute eine Kindergeschichte. Und wenn diese fertig ist, können Sie im Anschluss einen Krimi schreiben. Viele große Autor*innen schreiben beides – Kindergeschichten und Krimis. Oder Sie schreiben Krimis für ältere Kinder ;-) Alles ist möglich.

      Viel Spaß!
      Anette Huesmann

  12. Malena Antworten

    Hallo!
    ich schreibe seit ich klein bin sehr gerne Geschichten aber mir fehlt eines: Geduld. Würde mir jemand sagen ich soll eine 10 Seiten lange Geschichte schreiben würde ich das im nu für ihn machen, aber da sich die meisten Bücher nicht auf eine so kurze dauer pressen lassen, und ich von kurzgeschichten nichts halte, Frage ich sie was können sie mir raten das ich mehr Geduld bei meinen Geschichten auftreiben kann?
    Denn mit der zeit verliere ich das Interesse an der Geschichte und ich finde sie langweilig und mag sie nicht, und weigere mich sie weiterzuschreiben. Können sie mir Tipps geben wie ich dieses Geduldsproblem lösen kann?

    PS: Der Beitrag hat mir sehr geholfen!

    • Die Schreibtrainerin Antworten

      Hallo Malena,

      Sie könnten einen Roman als Sammlung von Kurzgeschichten sehen – jedes Kapitel ist eine Kurzgeschichte, in der immer die gleichen Figuren vorkommen. Manchmal hilft so ein kleiner Trick ;-)

      Viel Freude am Schreiben
      Anette Huesmann

      • Franz

        Guten Abend,
        ich schreibe gerade an einem Roman, der teilweise im Deutschland der 50er spielt. Hier werden tatsächliche Ereignisse und Namen genannt, z.B. die Fußball WM 1954 etc. Muss ich beim Nennung von Namen (Sportler, Schauspieler, Ereignisse, etc.) etwas aus rechtlicher Sicht beachten?
        Vielen Dank für Ihre Tipps
        Herzliche Grüße
        Franz

      • Die Schreibtrainerin

        Hallo Franz,

        ich darf natürlich keine Rechtsauskunft geben und das kann ich auch nicht. Aber soweit ich weiß – nur meine Meinung – ist es nicht kritisch, die Fakten so zu benennen, wie sie sind. Das heißt, es ist kein Problem, Namen von Sportler*innen oder Schauspieler*innen oder Ereignissen zu benennen, solange alles den Tatsachen bespricht. Nur wenn man von der Realität abweicht und z.B. einem bestimmten Sportler etwas andichtet, was dieser nie getan hat – dann wird es kritisch. Aber zur Sicherheit sollten Sie eine*n Anwält*in fragen, die sich auf Medienrecht und Urheberrecht spezialisiert hat – dann sind Sie auf der sicheren Seite.

        Viel Erfolg!
        Anette Huesmann

  13. Mary Do Antworten

    Hallo,
    ich schreibe gerade ein Buch, über jemanden, der in einem Film mitspielt. Die Ereignisse, die im Film passieren, werden dann Wirklichkeit (so fühlt es sich zumindest für die Person an). Ich beschreibe auch den Film (so, als ob es eine eigene Geschichte wäre, aus der Sicht der Hauptperson des Films). Aber ich bin mit der Handlung des Films nicht ganz zufrieden. Ich verliere allmählich das „Interesse“ an dem Film, das heißt, ich habe keine Lust ihn weiter auszuschmücken, etc… Dadurch wird er immer langweiliger. Ich habe keine Ahnung, wie ich es hinbekommen soll, dass er interessanter wirkt. Haben Sie da eine Idee?
    Außerdem habe ich das Gefühl, das ich irgendetwas bei der Planung vergessen habe. Irgendein Ereignis am Ende der Geschichte, das nocheinmal etwas Spannung aufbaut. Haben Sie da einen Tipp?

    LG

    • Die Schreibtrainerin Antworten

      Hallo Mary Do,

      Sie könnten versuchen, den Film als eigenständiges Kunstwerk zu sehen – etwas, das Sie später an Hollywood verkaufen. Vielleicht beflügelt das die Phantasie ;-)

      Wenn mir die Ideen fehlen für eine wichtige Wendung / ein Ereignis, dann mache ich ein ganz klassisches Brainstorming: Was wäre das Unwahrscheinlichste (= das Überraschendste für die Leser*innen), was an dieser Stelle passieren können. Bei so einem Brainstorming kann man sich die verrücktesten Dinge einfallen lassen :-D Und oft ist am Ende etwas dabei, dass dann richtig gut passt.

      Viel Erfolg!
      Anette Huesmann

  14. Viola Pfennig Antworten

    Ich habe Ihre Beiträge mit großem Interesse gelesen. Vielen Dank für die unzähligen guten Tipps und Anregungen.
    Ich möchte die bewegende Geschichte eines guten Freundes zu Papier bringen. Sie haben mir Mut gemacht, diese Geschichte aus der Perspektive der Hauptfigur zu schreiben. Sollte/ Kann ich dabei den echten Namen der Figuren verwenden oder sollte ich ihnen erdachte Namen geben?

    • Die Schreibtrainerin Antworten

      Hallo Frau Pfennig,

      wenn Sie die echten Namen verwenden, dann könnte es Probleme geben mit dem Persönlichkeitsrecht: Wenn Sie etwas über eine andere Person schreiben und veröffentlichen, das diese Person nicht über sich lesen möchte bzw. als unwahr empfindet, dann kann diese Person die Auslieferung bzw. den Verkauf des Buches verhindern. Das gilt übrigens auch dann, wenn Sie erdachte Namen verwenden, aber die Person von denen erkannt werden könnte, die sie persönlich kennen.

      Viel Erfolg!
      Anette Huesmann


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